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Rostock Nahverkehr im Rostocker Nordosten bleibt lückenhaft
Mecklenburg Rostock Nahverkehr im Rostocker Nordosten bleibt lückenhaft
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Die Buslinie 45 durchquert Krummendorf, Langenort und Gehlsdorf. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Die RSAG erteilt Hoffnungen auf besseren Nahverkehr im Nordosten einen Dämpfer. Vor allem in Gehlsdorf klagen Anwohner über ausgedünnte Taktzeiten und schlechte Verbindungen. „Wenn wir hier häufiger fahren, müssen wir woanders streichen“, sagte Andrej Kirschbaum, Angebotsplaner bei der RSAG, am Dienstagabend im Ortsbeirat des Stadtteils. Das Gremium hatte das Nahverkehrsunternehmen und die Stadtverwaltung eingeladen, um über eine bessere Anbindung des Viertels zu diskutieren.

Die RSAG könne nicht mal eben so mehr Busse einsetzen, erklärte Kirschbaum. Das Unternehmen liefert die Gesamtfahrleistung, die von der Bürgerschaft bestellt wird – 7,5 Millionen Kilometer im Jahr. Dafür gleicht die Stadt das jährliche Defizit von zehn Millionen Euro aus. Würden Busse und Bahnen öfter fahren, geriete die RSAG in finanzielle Schieflage.

Die von vielen Gehlsdorfern gewünschte Rückkehr der Straßenbahn in den Stadtteil ist offenbar kein Thema, zumindest in näherer Zukunft nicht. Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) kündigte im Sommer an, dass die Stadt über sechs neue Straßenbahntrassen nachdenkt, darunter die Verlängerung der Linie 1 über die Endhaltestelle Hafenallee hinaus nach Gehlsdorf. „Das sind nur Ideen, es gibt keine Planungen“, sagte RSAG-Mann Kirschbaum.

Anwohner: Ab Mitternacht geht nichts mehr

„Wenn ich nachts um Mitternacht mit dem Zug auf dem Hauptbahnhof ankomme, komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr nach Hause“, kritisierte die Abgeordnete Sandra Wandt (SPD). Das könne nicht sein, „wir wohnen doch in einer Großstadt“. Früher war Gehlsdorf deutlich besser angebunden, erklärte Michael Hollmann (CDU). Zuletzt habe sich die Situation durch das Verkehrskonzept „Mobil 2016!“ noch einmal verschlechtert. Derzeit beschränkt sich das Angebot auf die Fähre zum Stadthafen, die Buslinie 45 und die Anruf-Sammeltaxi-Linie 45A in der Nacht. Weil das Angebot so dünn sei, werde es kaum noch genutzt, so die Meinung im Ortsbeirat. Folge: Der Autoverkehr wächst. Das dürfte noch mehr zunehmen, denn auch Gehlsdorf wächst: Sieben neue Wohngebiete mit 1500 Wohneinheiten werden gebaut oder sind in Planung, so der Ortsbeiratsvorsitzende Kurt Massenthe (Unabhängige Für Rostock).

Der eigentlich eher beschauliche Stadtteil vergrößert seine Einwohnerzahl damit in den kommenden Jahren um fast 50 Prozent. Außerdem fehlten Verbindungen in den Seehafen, wo 6500 Menschen arbeiten, wurde beklagt. Die anwesenden Firmenchefs Christian Schmoll (Tamsen-Werft) und Jan Wiedemann (Lidl-Zentrallager) bestätigten, dass der ÖPNV besser sein könnte.

Der 7-Uhr-Bus kommt zurück nach Gehlsdorf

Viele Vorschläge des Ortsbeirats lehnt die RSAG als unrealisierbar ab. So sei eine dichtere Taktfrequenz von 15 Minuten nicht machbar, weil sie nicht ins übliche 10/20-Minuten-Raster passt und damit Anschlüsse verloren gehen. Beschwerden über übervolle Busse am Morgen hätten sich durch eigene Verkehrszählungen nicht bestätigt. Immerhin: Der von vielen gewünschte 7-Uhr-Bus wird ab Januar wieder eingesetzt, der Bus um 7.20 Uhr fällt dafür aber weg. Ortsbeiratsmitglieder und Einwohner nannten die präsentierten Fahrgastzahlen unrealistisch. Kirschbaum sicherte zu, sein Unternehmen wolle eine Abstimmung der Abfahrtzeiten von Bus und Fähren prüfen. Die gebe es bisher nicht. Weniger als zehn Prozent der Fährkunden würden mit dem Bus weiterfahren, hätte eine Befragung ergeben. Was im Ortsbeirat auf Ungläubigkeit stieß.

Ein paar positive Botschaften gab es dann doch: So prüft die RSAG die Einrichtung eines Pendelbusses von Langenort zur Hafenallee. Die neue Expressbuslinie X41 von Lütten Klein zum Dierkower Kreuz bringt wenig – allenfalls drei Minuten Zeitgewinn, weil Fahrgäste aus Gehlsdorf ja erst nach Dierkow müssten. In ein paar Monaten wird der Rostocker Nahverkehr ohnehin neu ausgewürfelt: Im April beginnt mit einer Auftaktveranstaltung die Vorbereitung des neuen Verkehrswegeplans. Der soll bis 2021 beschlossen werden, Einwohner können ihre Wünsche bei insgesamt vier Bürgerforen vortragen, so Silke Wilken vom Amt für Verkehrsanlagen.

Gerald Kleine Wördemann

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