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Rostock Radwege: Fahrradclub fordert Koordination und mehr Geld
Mecklenburg Rostock Radwege: Fahrradclub fordert Koordination und mehr Geld
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05:00 27.08.2018
Radfahren wird immer beliebter. Doch an gut ausgebauten Strecken mangelt es in MV. Quelle: Julian Stratenschulte
Rostock

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kritisiert die fehlende Koordination beim Radwegeausbau im Land und fordert eine Neuorganisation. Die zuweilen komplizierte lokale Gemengelage bremse. „Das Land hat ein Strukturproblem bei der Radverkehrsförderung“ beklagt Volker Schulz, Vize-Vorsitzender des ADFC MV. Für Aus- und Neubau sowie Instandhaltung seien viele, teils kleine Kommunen zuständig. „Die Umsetzung kann dort kaum geleistet werden. Manche Gemeinden haben auch kein eigenes Interesse daran. Man stelle sich das Netz der Bundesfernstraßen vor, wenn diese von den Gemeinden gebaut werden müssten.“

Kommunen, die Geld und Mühe in ihr Radwegenetz investieren, müssten hingegen hinnehmen, dass an der Ortsgrenze „plötzlich Schluss ist, weil das Nachbaramt andere Schwerpunkte setzt oder einfach kein Geld hat“ ergänzt ADFC-Landesgeschäftsführer Horst Krumpen. Das Resultat sei ernüchternd, meint Schulz. „Im gesamten Bundesland haben wir bei Radwegen Flickenteppiche.“ Um das zu ändern, müssten dringend neue Lösungen her. „Wenn es das Land nicht selbst in die Hand nehmen will, sollten die Radfernwege in die Zuständigkeit der Landkreise gegeben werden, wobei das Land sie dauerhaft für diese Aufgabe unterstützen müsste.“

Weil es eine vernünftige Koordinierung nicht gebe, fehle es auch an zielgerichteten Investitionen, sagt Krumpen. Die Landkreise seien zwar angehalten, Prioritätenlisten zu erstellen, ein schlüssiger Gesamtplan für das Land aber sei trotz beharrlicher Mahnungen nicht erkennbar.

Tourismusminister Harry Glawe (CDU) hatte angeregt, Radfernwege in Landeshoheit zu nehmen. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) erteilte dem Vorschlag jedoch prompt eine Absage.

Die wohl größte Baustelle im Land ist der Ostseeküstenradweg. Rund 180 der 670 Kilometer langen Strecke zwischen Priwall und Ahlbeck stufte der ADFC 2017 als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein. Daran geändert hat sich seither wenig. Nicht zuletzt wegen der Zuständigkeiten: Allein zwischen Stralsund und Greifswald sind sechs Kommunen für ein Teilstück verantwortlich.

Auf dem Radreisemarkt haben andere Regionen MV längst abgehängt. Bei der ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2018 muss sich das Land mit Platz sieben der schönsten Radregionen begnügen.

Johann-Georg Jaeger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, wirft der Koalition fehlendes Interesse vor. „Das Thema besaß und besitzt weder für die SPD noch die CDU eine hohe Priorität.“ Dabei seien schnelle Fortschritte im Radwegeausbau nicht nur für die Urlaubsbranche wichtig. „Die Möglichkeiten im Alltagsverkehr werden bei weitem unterschätzt. Durch E-Bikes sind Pendlerstrecken zum Arbeitsort von 15 Kilometern problemlos für alle zu bewältigen und könnten einen großen Beitrag bei der Verkehrsentlastung leisten.“

Dem schließt sich Krumpen an. „Viele ältere Einwohner in Landgemeinden steigen, auch wegen der Lücken im öffentlichen Nahverkehr, auf E-Bikes um. Damit wächst ihr Aktionsradius und sie sind auch schneller unterwegs. Auch deshalb brauchen wir ein Netz gut ausgebauter und sicherer Radwege.“

Bernstein Antje

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