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Rostock Raps im Omelette: Carlo-Koch entdeckt Nutzpflanze neu
Mecklenburg Rostock Raps im Omelette: Carlo-Koch entdeckt Nutzpflanze neu
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07:01 20.06.2013
„So schmeckt MV“: Carsten Loll setzt in seinem Carlo 615 verstärkt auf Rapsöl. Quelle: Claudia Tupeit
Rostock

Raps bedeckt nämlich nicht nur die Felder mit einem gelben Teppich, sondern schmeckt auch. „Als Öl ist es gesund und steht dem hochgelobten Olivenöl in nichts nach“, sagt Loll. Deshalb kommt es bei ihm jetzt an Salate und zum Dippen aufs Brot.

Für „So schmeckt Mecklenburg-Vorpommern“ — eine Aktion der Güstrower Schlossquell GmbH, um kreative Regionalküche zu fördern — hat Carsten Loll zwei Rezepte entwickelt. In den vergangenen Wochen kam auf die Teller der Gäste Omelette mit Rapsblättern und Bio-Rind mit einer Rapsöl-Creme. „Die ist wie Mayo, aber ohne Ei gemacht“, sagt der 35-Jährige, der in Vail (US-Bundesstaat Colorado) im berühmten „Gramshammer“ am Herd stand und Britney Spears sowie den ehemaligen New Yorker Bürgermeister Guiliani bekocht hat.

Bis zum nächsten Biss ins Rapsblätter-Omelette müssen Feinschmecker allerdings ein Jahr warten. Denn Loll setzt stark auf Saisonküche. „Und die Rapsblüte ist halt jetzt vorbei“, sagt der Koch.

Stattdessen nutzt er aber Rügener Rapsöl zum Verfeinern. Das habe die gesunden Omega-3-Fettsäuren, die gut fürs Gehirn sein sollen. „Und es ist richtig schön gelb“, schwärmt Loll. Das falle auch seinen Besuchern auf, denen er und seine Kellner erklären, dass Raps nicht nur für Bio-Diesel verwendet werden kann. „Das haben die meisten eigentlich vergessen“, sagt er. Schade eigentlich, findet Loll, weil die Pflanze ja direkt vor der Haustür wächst.

Aus der Region Zutaten für Topf und Pfanne verwenden, passt gut zum Konzept des Mecklenburgers. „So bleibt das Geld hier“, meint der Vater eines Sohnes. Touristen wie Einheimischen kann er durch den Raps-Einsatz zeigen, dass zu typischen Speisen aus MV weit mehr gehört als Sanddorn, Hering und Rippenbraten.

Claudia Tupeit