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Rauchen, Gewalt, Randale: Vorwürfe gegen Jugendtreff

Rostock-Evershagen Rauchen, Gewalt, Randale: Vorwürfe gegen Jugendtreff

Die Anwohner des Pablo-Neruda-Clubs fühlen sich von den Minderjährigen terrorisiert.

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Dicht an dicht mit dem Nachbarn: Der Pablo Neruda Club in Evershagen.

Quelle: Karsten Wilke

Rostock-Evershagen. Gisela Arndt fühlt sich in ihrer Wohnung nicht mehr wohl. Grund sind die minderjährigen Nachbarn im Jugendclub nebenan. „Es ist schlimm. Die Jugendlichen sitzen in unseren Hauseingängen und rauchen. Wenn man bittet, Platz zu machen, wird man auf übelste Art beschimpft“, sagt die 71-Jährige verärgert. Auch mit Schneebällen und Steinen sollen Anwohner schon attackiert worden sein. „Außerdem wird hier alles mit Farbe vollgeschmiert. Erst vor einigen Tagen wurde unser Kellerfenster eingeworfen“, erzählt sie weiter. Auch Nachbar Kurt Wresch (84) fühlt sich belästigt. „Da rauchen schon die Zehnjährigen im Club. Die Verantwortlichen haben die Kinder gar nicht im Griff“, berichtet er. Auch Einbrüche habe es schon gegeben. „Bei einem älteren Nachbarn, der seine kranke Frau pflegt, ist einer von denen in die Wohnung, als er nicht da war. Der Täter wurde von der Polizei im Jugendclub festgenommen“, berichtet er. Nun hätten sie Angst vor Zwischenfällen wie am Sonntagabend in Groß Klein, als ein 11-Jähriger eine Seniorin zusammenschlug (die OZ berichtete).

Doch nicht nur die Jugendlichen selbst sind für die Anwohner ein Problem. „Der Club wird auch vermietet. Da haben Feiernde ein Lagerfeuer gemacht, Nazilieder gegrölt und den Hiltergruß gezeigt“, berichtet er. Die alarmierte Polizei sei aber unverrichteter Dinge wieder abgezogen.

Beim Trägerverein des Clubs, dem Jugendwohnen in Rostock, kennt man die Vorwürfe. „Frau Arndt versucht schon seit dem Bestehen, den Jugendclub zuzumachen“, sagt Detlef Hübner vom Betreiberverein. Ja, die Jugendlichen rauchten, aber nicht im Club. Sie suchten sich stattdessen eben Orte wie die Hauseingänge. „Wir sind nicht dazu da, die Kinder in den Griff zu kriegen“, sagt er. Dafür seien die Eltern verantwortlich. Auch müsse man die oftmals dramatische Vorgeschichte der Kinder berücksichtigen. Von einer Nazifeier sei ihm nichts bekannt. „In den Mietverträgen ist ganz klar festgehalten, dass politische oder verfassungsfeindliche Gruppen den Club nicht nutzen dürfen“, erklärt er. Der Einbrecher habe auch nicht zum Club gehört. „Der hatte Hausverbot“, sagt er.

Der Ortsbeirat steht hinter dem Club. „Die machen eine hervorragende Arbeit. Es sind nur vereinzelte Anwohner, die sich beschweren. Wenn es hart auf hart kommt, stehen wir zum Club“, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende   Harm Wullekopf (Linke). Beim Verpächter, der Hansestadt Rostock, will man den Vorwürfen nachgehen. „Wenn es so sein sollte, geht das gar nicht. Wir müssen das aber erst prüfen“, sagt Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Beschwerden hätte es in den vergangen vier Jahren nicht gegeben.

Kind verprügelt Rentnerin
Ein Elfjähriger hat am vergangenen Sonntagabend eine 63-jährige Frau in Groß Klein angegriffen. Der Junge schlug die Frau, die gerade ihren Hund ausführte, mit einer Glasflasche. Anschließend urinierte der Elfjährige auch noch auf die am Boden liegende Frau. Sie erlitt eine Platzwunde am Auge. Durch Zeugenaussagen konnte der Elfjährige als Täter ermittelt werden. Er ist in einer betreuten Wohneinrichtung untergebracht. Erzieher und Jugendamt wurden informiert.

 



Karsten Wilke

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