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Rostock Rechtsstreit um Rostocks schönstes Kaufhaus
Mecklenburg Rostock Rechtsstreit um Rostocks schönstes Kaufhaus
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05:30 15.01.2019
Kröpeliner Straße 64, ehemals "Leiser" Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Es ist eines der schönsten und bekanntesten (Kauf-)Häuser der Rostocker Innenstadt. Doch seit zwei Jahren steht das ehemalige Schuhhaus Leiser an der Kröpeliner Straße leer. Und es könnte sogar noch schlimmer kommen: Der Eigentümer der Immobilie in 1a-Lage kündigt jetzt an, Fenster und Türen mit Brettern verbarrikadieren zu wollen. „Auf Jahre könnte unsere Immobilie zu einem Schandfleck mitten in Rostock werden“, sagt Martin Robbes, Geschäftsführer des Geschenkartikel-Händlers „Nanu-Nana“. Und schuld daran sei ein Rechtsstreit mit dem Mieter des Hauses Kröpeliner Straße 64 – der Ostseesparkasse.

Ospa plant „Filiale der Zukunft“

Nach der Insolvenz der Schuhhaus-Kette Leiser suchten die Eigentümer von „Nanu-Nana“ einen neuen Nutzer für ihre Immobilie im Herzen der Hansestadt: „Das Haus hat uns wunderbar gefallen. Deshalb wir es ja gekauft“, sagt Geschäftsführer Robbes. Das Haus selbst zu nutzen, kam aber nicht in Frage: „Unsere Filiale in Rostock ist nur wenige Meter entfernt, dort haben wir einen langfristigen Mietvertrag.“ Also entschieden sich die Gesellschafter von „Nanu-Nana“, die Kröpeliner Straße 64 zu vermieten – und fanden bald auch einen Mieter: Am 9. August 2017 wurde ein Vertrag mit der Ostseesparkasse geschlossen. „Die Ospa hat uns gesagt, dass sie dort eine repräsentative Filiale eröffnen wollen. Der Sparkasse wäre es aber lieber gewesen, wenn wir ihnen das Haus verkauft hätten. Aber das wollten wir nicht“, so Robbes.

Schon wenige Monate nach Abschluss des Mietvertrags kommt es zwischen dem wohl zahlungskräftigsten Mieter Rostocks und dem Handelsunternehmen aus Oldenburg in Niedersachsen aber zum Streit: „Seit Oktober 2017 passiert rein gar nichts mit der Immobilie. Die Sparkasse hat zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Arbeiten aufgenommen und auch nie eine Miete bezahlt“, so Robbes. Stattdessen kündigt die Bank – so die Darstellung von „Nanu-Nana“ –Ende Januar 2018 nach nicht mal einem halben Jahr den Mietvertrag. Und seitdem gibt es einen Rechtsstreit um Geld, Verträge und den Zustand des Hauses.

Baufällig oder nicht?

Ospa-Vorstand Karsten Pannwitt bestätigt, dass die Sparkasse an der Kröpeliner Straße 64 „neue Konzepte“ umsetzen wollte. Eine Art „Filiale der Zukunft“, mit neuen modernen Beratungsangeboten. „Wir arbeiten einer ganz neuen Banking-Idee.“ Das große Aber: „Nach der uns vorliegenden gutachterlichen Stellungnahme des renommierten Bausachverständigen Wilfried Haker genügt das Gebäude im derzeitigen Zustand allerdings nicht den statischen Anforderungen, die nach den technischen Vorschriften für eine Nutzung mit Kundenverkehr erforderlich sind. Um diesen Zustand zu erreichen, sind nach Einschätzung des Gutachters Baumaßnahmen in erheblichem Umfang nötig“, sagt Pannwitt. Dafür sei aber nicht der Mieter, sondern der Vermieter zuständig: „Wir haben dem Eigentümer stets signalisiert, an einer für beide Seiten tragfähigen wirtschaftlichen Lösung interessiert zu sein.“ „Nanu-Nana“-Gesellschafter Joachim Hoepp sei aber bislang nicht bereit, die Baumaßnahmen durchführen zu lassen – und die Kosten zu tragen. „Als Alternative haben wir angeboten, das Gebäude zu erwerben und die zwingend gebotenen Investitionen in die Substanz des Gebäudes selbst vorzunehmen. Die Verhandlungen dazu dauern an.“

In der Kündigung des Mietvertrages, die Ospa-Vorstandschef Frank Berg persönlich unterschrieben hat, wird die Bank noch deutlicher: „Durch Bauordnungsamt der Hansestadt Rostock wurde unter anderem festgestellt, dass die Standsicherheit des Mietobjektes nicht gegeben ist. Damit ist das Mietobjekt im jetzigen Zustand jeglicher Nutzungsmöglichkeit entzogen.“ Und wenn die Ospa es nicht nutzen kann, müsse sie auch keine Miete zahlen. Stattdessen fordert die Bank in der Kündigung ihre Kaution – stolze 103 000 Euro – zurück und kündigt bereits, sich eine Klage auf Schadenersatz vorzubehalten. Bisher ist die Ospa diesen Schritt aber nicht gegangen.

„Nanu-Nana“: Haus ist nutzbar

Diese Argumentation der Sparkasse weist „Nanu-Nana“ aber ausdrücklich zurück – und liefert als Beleg ein Schreiben aus dem Bauamt. „Ich habe nicht festgestellt, dass das Objekt im jetzigen Zustand jeglicher Nutzungsmöglichkeit entzogen ist“, schreibt darin der zuständige Prüfer. „Das Bauamt hat die Aussagen, auf die sich die Ospa bezieht, nie getätigt“, so „Vermieter“ Robbes. Auch auf OZ-Anfrage will das Rathaus ausdrücklich nicht von einer Einsturzgefahr sprechen: „Es liegen keine Erkenntnisse oder Anzeigen zur Einsturzgefährdung des Gebäudes Kröpeliner Straße 64 vor und somit auch nicht zur Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Das Objekt wurde als Kaufhaus genehmigt und gebaut, die letzte Nutzung als Schuhhaus entsprach der Genehmigung“, so Stadtsprecher Ulrich Kunze. Sollte das Haus aber anderweitig genutzt werden, müsste die Standsicherheit natürlich neu bewertet werden.

Erstes Urteil bereits gefällt

Im Rechtsstreit gibt es bereits ein erstes Urteil – das aber für beide Seiten nach OZ-Informationen nicht befriedigend ist. „Nanu-Nana“-Geschäftsführer Robbes sagt: „Wir überlegen jetzt, in Berufung zu gehen. Das kann dann leider noch Jahre dauern und bedeutet, dass die Immobilie über Jahre leer stehen wird.“ Zur Sicherheit und um Vandalismus vorzubeugen, soll das Haus nun verbarrikadiert werden. „Wir bedauern diesen Schritt sehr. Für uns aber auch für Rostock ist das ganz schade.“ Die Ospa sagt, dass es so weit gar nicht kommen muss: „Unser Mietvertrag endet Ende März. Danach ist der Vermieter frei, an andere zu vermieten. An uns liegt es nicht, wenn die Immobilie dauerhaft leer steht“, betont Vorstand Pannwitt.

Andreas Meyer

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