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Rostock Rekord: Jeder Vierte treibt Sport
Mecklenburg Rostock Rekord: Jeder Vierte treibt Sport
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00:05 15.02.2018
Die Zweitliga-Footballer von den Rostock Griffins wünschen sich eine feste Heimspielstätte. Quelle: Fotos: Ove Arscholl (2)/andré Wonorwski (2)

Der Stadtsportbund spricht von einer gewaltigen Entwicklung: Waren 1992 rund 8,5 Prozent der Rostocker in einem Sportverein Mitglied, sind es heute bereits mehr als 25 Prozent. „Wir haben in diesem Jahr die Marke von 53000 Sportlern geknackt. Das freut uns natürlich“, sagt Herbert Pankau, Präsident des Stadtsportbundes. Ein Grund für das Wachstum sei, dass sich die Vereine mehr im Vorschulbereich engagieren als früher. Auch unterstütze die steigende Bevölkerungszahl den Trend. „Gleichzeitig ist das Gesundheitsbewusstsein bei den älteren Rostockern stark gestiegen", sagt Andreas Röhl, Geschäftsführer des Stadtsportbundes. Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: „Heutzutage muss man ja vorsichtig sein, einen 60-Jährigen als Senioren zu bezeichnen. Die älteren Sportler fühlen sich deutlich fitter als früher.“

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In den Vereinen in Rostock sind so viele Sportler wie noch nie aktiv, Tendenz steigend. Doch nun müssten mehr Hallen und Sportplätze her, fordert der Stadtsportbund.

Hansa am größten

53012Mitglieder haben Rostocks Sportvereine aktuell. Am größten ist Fußball-Drittligist Hansa Rostock mit knapp 12000 Mitgliedern – die meisten davon sind allerdings passiv. Dahinter folgt der PSV Rostock mit 2869 aktiven Mitgliedern. Die größte Seniorenabteilung hat die HSG Universität Rostock mit 854 Mitgliedern.

Auch die Anzahl der Vereine und Sportarten ist rasant gestiegen. Gab es 1992 noch 77 Sportclubs, sind es heute schon mehr als 200. Von König Fußball über Yoga bis hin zum Rollstuhltanz: „In Rostock wird heute die gesamte Breite an Sportarten angeboten“, sagt Röhl. In den Vereinen gehe es aber längst nicht mehr nur um Sport. „Es geht inzwischen auch um Gesundheit, Prävention, Inklusion und Integration.“

Gute Sportinfrastruktur, aber Erweiterung notwendig

Pro Jahr gewinnen Rostocks Vereine 1000 bis 2000 Mitglieder hinzu. Die Grundlage dafür sei die gute Sportinfrastruktur, sagt Röhl. Die Hansestadt erhalte Schulstandorte, an denen Sportstätten angegliedert seien. „Das ist sehr positiv für uns.“ Auch im laufenden Jahr investiert die Stadt rund elf Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau von Sportstätten.

Doch ein Problem ist aus Sicht des Stadtsportbundes die unzureichende Erweiterung des Sportstättenangebotes in Rostock. „Wenn unsere Bevölkerungszahl, wie von der Stadt prognostiziert, auf mehr als 230 000 Einwohner steigt, dann brauchen wir eindeutig mehr Sporthallen und Plätze“, sagt Präsident Pankau. Schon jetzt fehlten gemessen an der Einwohnerzahl Sportflächen. „Wenn wir den Schlüssel künftig erfüllen wollen, brauchen wir dringend zusätzliche Sportstätten“, betont Röhl. Das müsse auch bei der Erarbeitung des neuen Flächennutzungsplanes berücksichtigt werden.

Spielfeld für amerikanische Ballsportarten gesucht

Dringend benötigt werde zum Beispiel ein Großspielfeld für amerikanische Ballsportarten. Aus Sicht des Stadtsportbundes sei dafür der Sportpark an der Jägerbäk geeignet. Dort plant die Stadt aktuell aber nur eine Zweifeld-Sporthalle und ein Kleinspielfeld. „In einer dritten Ausbaustufe könnte zusätzlich eine neue Heimspielstätte für American Football und Lacrosse entstehen“, sagt Röhl.

Aktuell tragen die Footballer der Rostock Griffins ihre Zweitliga- Spiele vor durchschnittlich 1400 Zuschauern im Leichtathletik-Stadion aus. „Das ist nicht ganz unstrittig. Der Platz ist für Wettkämpfe der Leichtathleten vorgesehen und in diesem Jahr sind hier die deutschen Jugendmeisterschaften“, so Röhl. Auch im Sportpark Warnemünde sei es zu eng. „Dort brauchen die Fußballer die Plätze für ihren Trainings- und Spielbetrieb.“

Die Baseballer würde der Stadtsportbund künftig gern in Lütten Klein ansiedeln, statt wie bisher notdürftig in Gehlsdorf. In der Kopenhagener Straße soll die Doppelhalle saniert werden – und auch ein Großfeld für den Schul- und Vereinssport entstehen. Dabei könnten die Maße eines Baseballfeldes berücksichtigt werden, heißt es.

Potenzial sehen die Sportler auch an Ganztagsschulen. Diese blocken die Nutzungszeiten bis 16 Uhr. „Wir würden uns hier wünschen, dass Vereine schon vorher die Sportstätten nutzen können, wenn eine Schule in dieser Zeit keinen Unterricht plant“, sagt Röhl. Denn werde die Trainingszeit für Vereine immer weiter nach hinten verschoben, könnte in bestimmten Altersgruppen nicht mehr trainiert werden. „Wir können für Sechs- bis Achtjährige kein Training nach 19 Uhr anbieten“, so Röhl. Die Vereine seien schon jetzt sehr kreativ und wichen in Tanzsäle oder Stadtteil- und Begegnungszentren aus. „Es wird jeder Raum genutzt – wenn es zur Sportart passt.“

André Wornowski

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