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Rostock Rettungsschwimmer müssen bis zu sechsmal am Tag eingreifen
Mecklenburg Rostock Rettungsschwimmer müssen bis zu sechsmal am Tag eingreifen
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00:00 12.07.2013
Bernd und Sabine Siegmund überwachen den Strand. Quelle: Mathias Otto
Güstrow

Statt in den Urlaub zu fliegen, verbringen Sabine (58) und Bernd Siegmund (62) ihre Zeit am Inselsee. Hier arbeiten sie von Mai bis September mit 18 weiteren Ehrenamtlichen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) als Rettungsschwimmer. „Dieser Tage befinden sich fast 300 Leute gleichzeitig am Strand. Die Badestelle ist auch gefüllt. Wir behalten den Überblick und helfen, wenn wir gebraucht werden“, sagt Bernd Siegmund.

An solchen Tagen passiert es oft, dass sich Badegäste verletzen: Sie treten auf spitze Steine, werden von Wespen gestochen, Kinder eilen nach Rangeleien mit Beulen am Kopf zu den Rettern.

„Durchschnittlich fünf- bis sechsmal jeden Tag verarzten wir die Badegäste“, berichtet seine Frau. Radfahrer mit Blessuren werden ebenfalls in dem kleinen Holzhaus behandelt. Aber auch schwerwiegende Verletzungen waren an der Badestelle am Inselsee schon zu beklagen. Bernd Siegmund: „Wichtig sind dann die Erstversorgung und der Notruf. Zum Glück sind größere Wunden die Ausnahme. Viele Eltern sind sehr wachsam, haben ihre Kinder immer im Blick.“

Der Tag beginnt für die Ehrenamtlichen mit der Messung der Wassertemperatur und der Säuberung des Strands. Zwischendurch kommen immer wieder Kindergruppen, die betreut werden wollen. Am Nachmittag wird der Job als Rettungsschwimmer hektisch. Dann liegen nicht nur die Urlauber, sondern auch Berufstätige nach Feierabend am Strand. „Aus diesem Grund sind wir immer zu zweit hier. Nur so haben wir alles im Blick“, erzählt die 58-Jährige.

Die Strandwächter freuen sich auf ihren neuen Aufenthaltsraum. Im kommenden Jahr soll er am Strand entstehen. „Dann haben wir hoffentlich auch endlich wieder Strom. Seit zwei Jahren müssen wir ohne auskommen, haben deshalb keine Kühlakkus, um Verletzungen zu versorgen“, berichtet Bernd Siegmund.

Mathias Otto

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