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Rostock Richtkrone schwebt über Centogene-Neubau
Mecklenburg Rostock Richtkrone schwebt über Centogene-Neubau
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00:05 05.05.2017
Zimmermann Marko Groth hält den Richtspruch für den Neubau von Centogene im Stadthafen. FOTOS (2): OVE ARSCHOLL

Nein, bei Sonnenschein zu feiern, wäre einfach, aber Arndt Rolfs hatte vorgesorgt. So empfing der Chef und Gründer der Centogene AG seine zahlreichen Gäste im Trockenen in der zukünftigen Cafeteria mit Blick auf die Warnow. Im Stadthafen baut sich das erst 2006 aus der Universität heraus gegründete Medizin-Unternehmen einen neuen Firmensitz. Gestern wurde die Richtkrone über dem Neubau im Stadthafen hochgezogen.

„„Ein entstehendes Gebäude ist vergleichbar mit einer Firmen- entwicklung – man startet klein, baut Stein auf Stein und Ideen werden immer schneller greifbar.“Arndt Rolfs Centogene

Rund 34 Millionen Euro investiert Centogene in das Gebäude direkt an der Warnow zwischen Aida und Holzhalbinsel. „Als Bauherr gab es zahlreiche schlaflose Nächte“, erinnert sich der Professor – an die Suche nach der Finanzierung und dem Grundstück, an Altlasten im Boden und natürlich an das Wetter. Verzögerungen gab es im Januar, als das Hochwasser auch vor dem Centogene-Neubau nicht halt machte. Alle diese Schwierigkeiten hofft Arndt Rolfs jetzt hinter sich gelassen zu haben.

In der ersten Dezemberwoche sollen die Mitarbeiter aus den zu klein gewordenen Räumen im Biomedizinischen Forschungszentrum an der Schillingallee in den Stadthafen umziehen. „Wir haben der pragmatischen Vernunft etwas gegenübergestellt“, beschreibt er den Anspruch an Kreativität und Phantasie, der mit dem Bau gezeigt werden solle. Innovative Konzepte von Laborstrukturen, verbunden mit kreativen Büroflächen und einem Innenhof in der ersten Etage, entstehen. Die Gestaltung solle ein Gefühl der Offenheit vermitteln, nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch den Rostockern. „Wir wollen die Innovation von Genetik vermitteln. Das Gebäude ist Ausdruck für ein kreatives Unternehmen.“

Centogene ist seit der Gründung seltenen Erbkrankheiten auf der Spur. Mit modernster Technik werden Gen-Proben aus aller Welt analysiert. „Des Feld der seltenen Erkrankungen ist ein internationales“, freut sich der Mediziner und Uni-Rektor Wolfgang Schareck, der als Freund von Arndt Rolfs die Entwicklung begleitet hat. Rolfs habe es geschafft, hochkarätige Experten nach Rostock zu holen. Außerdem gebe es eine enge Zusammenarbeit mit der Universität und anderen Forschungseinrichtungen in Rostock. „Es wurde etwas Einmaliges erreicht“, lobt ein weiterer Weggefährte, der Medizin-Professor Ingo Richter.

Lobende Worte gab es für Centogene von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der den Bau mit mehr als zwölf Millionen Euro fördert. „Die Arbeit von Centogene wird den Standort weltweit bekannt machen.“ Die Wissenschaft habe es gut in Rostock, so Glawe. Worte, die Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) gern vernahm. „Das ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte.“ Es gehe um Spitzenforschung mit weltweiter Beachtung, die eng mit dem Namen Rostock verbunden sein wird.

250 Mitarbeiter beschäftigt Centogene derzeit, aber dabei soll es nicht bleiben. „Wir werden weitere hochkarätige Arbeitsplätze für die Region sichern“, verspricht Arndt Rolfs. Erst vor einigen Monaten investierte das Unternehmen mehr als sieben Millionen Euro in hochmoderne Gen-Sequenzer. Pro Jahr sollen die neuen Geräte insgesamt bis zu 9000 Genome entschlüsseln, um Erbkrankheiten besser kennenzulernen.

Mitarbeiter aus 39 Nationen

250 Mitarbeiter aus 39 Nationen beschäftigt die Centogene AG am Standort Rostock aktuell. Das Unternehmen wurde 2006 von Arndt Rolfs, Professor an der Universitätsmedizin, mit gerade einmal fünf Angestellten gegründet. Die Centogene AG ist weltweit als Spezialist in der Diagnostik und Charakterisierung seltener angeborener Erkrankungen bekannt.

Dabei geht es um die Erforschung genetischer Ursachen für diese Erkrankungen, um für den Patienten eine möglichst frühzeitige Therapie zu ermöglichen. Obwohl sehr regional verbunden, ist Centogene von Beginn an eine internationale Firma Das Unternehmen hat seine stärksten Märkte in Kanada, Mittleren Osten, Lateinamerika, Indien und Skandinavien. Der Neubau am Stadthafen soll im Dezember bezogen werden.

Thomas Niebuhr

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