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Rostock Rippenbraten mit Zimtsauce sorgt für Weichnachtsgefühle
Mecklenburg Rostock Rippenbraten mit Zimtsauce sorgt für Weichnachtsgefühle
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00:01 05.12.2017
Christiane Jüttke servierte in der Südstadt-Mensa gestern Mecklenburger Rippenbraten mit einer Pflaumen-Zimtsauce. Quelle: Fotos: G. Kleine Wördemann
Südstadt

Damit es der Rostocker Studierendenschaft schmeckt, legt sich Torsten Klar tüchtig ins Zeug. Einmal im Monat zerschnippelt der Wildhändler aus Neuendorf bei Grimmen 100 Kilo in der Region erlegtes Wildschwein fachgerecht zu Gulasch. Alles von Hand, nur mit dem Messer. „Das dauert anderthalb CDs lang. Ich bin ja nur ein Ein-Mann-Betrieb“, sagt Klar.

Uni-Mensen servieren eine Woche lang Festtagsessen aus regionalen Zutaten

Der monatliche Wildgulasch-Tag an den acht Mensa-Betrieben in Rostock und der Hochschule Wismar ist für den Unternehmer, der vor zwei Jahren die Firma Wildbret MV gründete, mittlerweile ein wichtiges Geschäft. Und nicht nur für ihn: „Regional ist das neue Bio“, sagt Kai Hörig, Geschäftsführer des Rostocker Studentenwerks. Zum siebten Mal veranstaltet Hörig zusammen mit dem Agrarmarketing MV eine Aktionswoche, bei der jeden Tag ein anderes Gericht aus regionalen Zutaten angeboten wird. Jeweils passend zur Weihnachtszeit, die ja gerade für gutes Essen steht, so Agarmarketing-Chefin Jarste Weuffen.

Gestern kam zum Auftakt Mecklenburger Rippenbraten mit Zimt-Pflaumensauce auf die Tabletts. Bis Freitag listet der Speiseplan unter anderem noch Pommersches Wildragout mit Nuss-Spätzle und Mecklenburger Putensteak unter einer Nuss-Aprikosenkruste auf. Die erste Resonanz war positiv: „Ausgezeichnet“, sagte etwa Thomas, Physik-Doktorand und seit sechs Jahren Stammkunde. Regionale Zutaten finde er gut, „aber so wichtig ist mir das auch nicht“.

Seit dem Sommer haben sich die Mensa-Köche Gedanken über die passenden Weihnachtsmenüs gemacht. „Weihnachten muss es klassisch sein“, sagt Petra Martini, Küchenchefin der Mensa in der St.-Georg-Straße. „Wir haben bis letzte Woche noch am Gulasch-Rezept gefeilt“, berichtet Martini. Das wird am Mittwoch als Ragout mit Pflaumen und Vanille angerichtet. Die Aktionswochen sind eine Herausforderung, in jeder Hinsicht. Für ein Gericht müssen mal eben 60, 70 Kilo Gemüse klein geschnitten werden. „Wir machen das zusätzlich, zu unserer eigentlichen Arbeit“, sagt die Küchenchefin.

Normalerweise würden die Zutaten in der Regel schon vorbereitet angeliefert, bei regionalen Produkten sei das eher nicht der Fall.

1,2 Millionen Portionen kochen die Mensen im Jahr. Der Anspruch ist hoch: Die Qualität muss stimmen, aber auch der Preis. „Wir schaffen es immer, mindestens ein Essen für drei Euro anzubieten“, sagt Geschäftsführer Hörig. Die letzte Sozialerhebung habe gezeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage vieler Studierender verschlechtert hat. Hörig: „Viele sparen sich die Miete von Essen ab.“

Zu den Lieferanten der Aktionswoche zählen diesmal neben Wildbret MV die Firmen Biogemüse Konzept aus Bretwisch (Süderholz bei Grimmen), Mecklenburger Landpute (Severin), Norfisk Wismar, Schweriner Fleischwaren. In einer Ausstellung stellen außerdem der Spargel- und Kartoffelhof Demmin und der Kräutergarten Pommerland aus Pulow bei Lassan (Vorpommern-Greifswald) ihre Produkte vor.

Der Kartoffelhof bietet Kartoffelpuffer zum Probieren an, beim Kräutergarten gibt es Biotees. „Das sind unsere Monodrogen“, erklärt Sandra Pietz, die bei der Genossenschaft für das Marketing zuständig ist. Das sind, auch wenn es vielleicht so klingen mag, keine bewusstseinstrübenden Substanzen, die vielleicht manche Studierende gelegentlich in ihrer Freizeit konsumieren. Es ist einfach nur Tee, dessen Zutaten aus nur einer Pflanze bestehen. „Wir bauen etwa die Hälfte unseres Tees in Vorpommern an“, sagt Pietz.

Gerald Kleine Wördemann

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