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Rostock Roggentiner Kita fördert kleine Wald-Entdecker
Mecklenburg Rostock Roggentiner Kita fördert kleine Wald-Entdecker
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19:21 14.03.2019
Erzieher Felix Leipold hatte die Idee mit der Waldgruppe und stieß bei Sabine Kossow und Jana Kowitz (l.) vom Verein Auf der Tenne auf offene Ohren. Quelle: Claudia Labude-Gericke
Kösterbeck

 „Wir haben den größten Kindergarten in Rostock und dem Landkreis.“ Erzieher Felix Leipold verweist voller Stolz auf die 220 Hektar Spiel- und Tobefläche für die von ihm betreuten Kinder. Bauklötze, Tretautos oder Puppen braucht es dort aber nicht, auch keine Decken oder Wände. Denn für die 15 Knirpse im Alter zwischen drei und sechs Jahren ist der Wald ihre Kita. Voraussichtlich im Mai beziehen sie ihren neuen Bauwagen in Kösterbeck und starten von dort aus jeden Morgen in das Abenteuer Natur.

Erfahrungsaustausch mit Kollegen aus Doberan

Die Waldgruppe ist Teil der Roggentiner KitaAlexander von Humboldt“. Deren Trägerverein Auf der Tenne eröffnet mit dem neuen Angebot den zweiten Waldkindergarten im Landkreis Rostock – nach „Nawaki“, den es seit 2016 in Bad Doberan gibt. „Der Austausch mit den Kollegen aus Doberan ist eng, denn der Weg zur Waldkita war lang“, sagt Jana Kowitz, Geschäftsführerin des Vereins. Vor zwei Jahren sei Felix Leipold mit der Idee auf sie zu gekommen. „Aus ausgebildeter Facherzieher für Wald- und Naturpädagogik war das schon immer mein Steckenpferd“, sagt er.

Eltern vom Naturerlebnis gleich begeistert

Was folgte, waren zahlreiche Gespräche mit dem Landesforst sowie verschiedenen Ämtern und die Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Wagen, den die Gruppe als Rückzugsort nutzen soll. Landwirt Thorsten Junge sei von der Idee so begeistert gewesen, dass er einen Teil seiner Flächen am Kösterbecker Wald dafür zur Verfügung stellte.

Auch das Innere des Naturwagens, den die Gruppe zu Essens- und Ruhezeiten nutzen wird, ist komplett aus Holz. Quelle: Claudia Labude-Gericke

Auch bei den Eltern wäre wenig Überzeugungsarbeit zu leisten gewesen. „Schon kurz nach Aufkommen der Idee haben wir einen Informationsabend gemacht, um abzufragen, ob Interesse da ist. Und die Resonanz war sehr positiv“, erinnert sich Sabine Kossow, Leiterin der Roggentiner Kita, in der durch das künftige Auslagern der Waldgruppe gleichzeitig Plätze frei werden. 130 000 Euro hat der Verein für das Projekt investiert – eine bis zu 90-prozentige Förderung durch das Land steht noch aus.

Weihnachtsmann mit Bauwagen im Gepäck

Auch die Kinder selbst konnten es kaum erwarten. Seit September gibt es deshalb bereits die spezielle Waldgruppe, die zwar noch nicht jeden Tag durch Feld und Flur stromert, aber dreimal pro Woche ihre Tage draußen verbringt. Regelmäßig schauen sie auch auf dem künftigen Grundstück vorbei. „Den Holzwagen hat der Weihnachtsmann gebracht, als Modell und mit einem Schlüssel. Am nächsten Tag waren wir dann alle vor Ort, auch mit den Eltern und haben mit Apfelsaft angestoßen“, erinnert sich Leipold an einen Meilenstein auf dem Weg zur Rundum-draußen-Kita.

Einiges gibt es bis zum endgültigen Bezug noch zu tun – im Wagen fehlen noch WC und der Ofen, der auch abgenommen werden muss. „Außerdem bauen wir draußen noch einen Schuppen, Hochbeete, schattige Sitzgelegenheiten zum im Freien Essen und ein Behinderten-WC, weil das eine Auflage war“, zählt Jana Kowitz auf. Zum Schluss soll das Gelände noch eingezäunt werden.

Spezialkurse für die Erzieher zu Erster Hilfe im Wald

Im Kösterbecker Wald hat die Gruppe bereits drei feste Anlaufstellen – von der sonnigen Lichtung bis zum windgeschützten Winterquartier. „Das Zusammenspiel zwischen Kindern und Erziehern muss sehr gut klappen, denn es gibt ja keine Zäune“, sagt Felix Leipold, der zusammen mit Maxi Donner für die Knirpse verantwortlich ist. Deshalb haben beide auch spezielle Weiterbildungen besucht, zum Beispiel für Erste Hilfe im Wald.

Der Holzwagen, für den die Gruppe noch einen Namen finden muss, würde nur für das tägliche Mittagessen, die Ruhezeiten sowie bei Wettersituationen genutzt, die den Aufenthalt im Wald unmöglich machen – also schweren Stürmen oder Frost. Sollten die Temperaturen so absinken, dass es trotz Ofen auch im Bauwagen zu kalt würde, könnten die Kinder als Notvariante noch Räumlichkeiten im Pflegeheim des Vereins in Roggentin nutzen.

Zählen lernen mit Eicheln, kleben mit Harz

Die positiven Effekte des ständigen Draußen-Seins seien auffällig. Nicht nur, dass die Kinder eine enge Beziehung zur Natur aufbauen und selbst im immer hektischer werdenden Alltag Ruhe erfahren: „Sie lernen auch das Gleiche wie drinnen. Denn ob ich mit Stäbchen das Zählen übe oder mit Eicheln, das macht keinen Unterschied“, so Leipold. Zudem würde die Vielfalt der Naturmaterialien die Fantasie anregen. So hätte die Gruppe bereits Tipis gebaut oder mit Harz geklebt. „Es gibt nur wenige Regeln, zum Beispiel, dass nichts aus dem Wald gegessen wird“, erklärt der Gruppenleiter.

An eines müssten neben den Erziehern aber auch die Eltern denken: Für die Wald-Kita-Knirpse gehört die Zeckenkontrolle zum Tagesprogramm. Dieser kleine Extra-Aufwand scheint aber weder Große noch Kleine zu stören, denn die Nachfrage nach Plätzen sei so groß, dass bis 2021 keine Kapazitäten frei wären.

Claudia Labude-Gericke

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