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Rostock Anwohner kritisieren Baupläne am Gehlsdorfer Nordufer in Rostock
Mecklenburg Rostock Anwohner kritisieren Baupläne am Gehlsdorfer Nordufer in Rostock
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20:02 29.11.2018
Lehnen die Größe des neuen Baugebietes ab: die Anwohner Frank Ockert (v. l.), Ronny Kreetz, Bernd Huschka und Stefanie Grabow. Quelle: André Wornowski
Gehlsdorf

Seit 18 Jahren wohnt Bernd Huschka in Gehlsdorf. Und er hat immer gewusst: Irgendwann wird am Nordufer ein neues Wohngebiet entstehen. Doch mit dem jetzigen Ausmaß hätte er nie gerechnet. „Der Bebauungsplan aus dem Jahr 1999 sieht ortstypische Ein- und Zweifamilienhäuser vor. Nun aber werden Mehrgeschosser gebaut, die überhaupt nicht hierherpassen“, sagt der 57-Jährige.

Hintergrund: Demnächst soll die Bürgerschaft einen neuen Bebauungsplan für das Nordufer beschließen. In diesem beträgt die Firsthöhe nun aber 18,50 Meter statt bisher 12,50 Meter. „Auch sollten ursprünglich nur 160 Wohnungen entstehen, jetzt wurden noch einmal 200 obendrauf gepackt“, sagt Huschka. Gemeinsam mit den Anwohnern Stefanie Grabow, Ronny Kreetz und Frank Ockert hat er daher eine Bürgerinitiative gegründet. Rund 80 Unterschriften haben sie inzwischen gesammelt. Es ist nicht der erste Protest: Die benachbarte Werft Tamsen Maritim warnte bereits davor, dass das neue Wohngebiet in dieser Größenordnung Arbeitsplätze kosten könnte.

Stadt: Keine Erhöhung der Wohnungszahl

Investor Fred Muhsal weist die Kritik zurück. „Auf dem von mir erworbenen Grundstück ist es auch laut altem Bebauungsplan möglich, dreigeschossige Häuser mit einer Firsthöhe von 12,50 Meter über Gelände zu bauen“, sagt Muhsal. Im neuen Bebauungsplan sei die Höhe mit nun 18,50 Metern über Meeresspiegel lediglich anders bezeichnet worden. Schließlich steige das Gelände vom Wasser rund fünf bis sechs Meter an, so der Investor aus Waren an der Müritz.

Rostocks Stadtplaner äußern sich ähnlich. „Durch die zweite Änderung des Bebauungsplanes wird die Anzahl an Wohneinheiten im Vergleich zum Ursprungsplan nicht erhöht“, heißt es hier. Schon in der Version aus dem Jahr 1999 sei mit einer ungefähren Anzahl von 280 Wohneinheiten und 40 Appartements in einem Hotel gerechnet worden, so die Stadtplaner. Mit der zweiten Änderung des Bebauungsplans erfolge lediglich eine Anpassung an neue Rechtsnormen und Richtlinien.

„Doppelhäuser und Einfamilienhäuser sind im Ursprungsplan nur im rückwärtigen Bereich der Pressentinstraße geplant gewesen – und damit außerhalb des Geltungsbereiches der jetzigen Änderung“, teilt Stadtsprecher Ulrich Kunze mit. Diese Häuser seien bereits größtenteils errichtet worden.

Dichte Bebauung wirft Fragen auf

Fragen wirft bei den Anwohnern jedoch die dichte Bebauung auf. Die derzeit entstehenden Häuser im Innenbereich des Wohngebiets liegen nur wenige Meter voneinander entfernt. Der Eindruck von Frank Ockert: „Als private Häuslebauer hätten wir so niemals bauen dürfen.“ Es sei nachvollziehbar, dass der Investor Profit machen wolle. „Aber dass die Stadt das alles abnickt, können wir überhaupt nicht verstehen“, sagt Huschka.

Rostocks Stadtplaner verweisen auch hier auf den Ursprungsplan. Dieser ermögliche bereits seit seiner Rechtskraft im Oktober 1999 eine derartige Bebauung in der Dichte und den Abständen. Laut Investor hätten die Baufelder im alten Bebauungsplan sogar eine noch größere Ausnutzung der Flächen zugelassen. „Dies ist nicht erfolgt. Um noch mehr Grünfläche zu erhalten, wurde sogar das Parken der Autos in das Erdgeschoss der Häuser eingebracht“, sagt Muhsal.

Zufahrt wird neu gestaltet

Die Anwohner befürchten darüber hinaus ein Verkehrschaos, wenn durch das neue Wohngebiet rund 500 Autos hinzukommen, die auf die Pressentinstraße drängen. „Die Zufahrtsstraße zum Wohngebiet ist dafür gar nicht ausgelegt“, sagt Ronny Kreetz. Und schon jetzt sei die Pressentinstraße in den Morgenstunden völlig überlastet. „Es kann doch nicht sein, dass hier die ganzen Baugebiete freigegeben werden, aber es keine Lösungen für den Verkehr gibt“, sagt Frank Ockert. Stefanie Grabow erwartet das blanke Chaos.

Der Investor teilt die Befürchtungen zur Zufahrtsstraße nicht. „Diese Haupt-Verkehrserschließung war bereits in der Ursprungsplanung von 1999 vorgesehen“, sagt Muhsal. Und eine aktuelle Verkehrsprognose habe inzwischen eine geringere Verkehrsbelastung als damals ergeben. Grund: „Bei einer vergleichbaren Wohnungsanzahl ist jetzt zum Beispiel kein Hotel mehr geplant“, so der Investor. An der Leistungsfähigkeit der Straße ins Wohngebiet hat er keinen Zweifel: „Es erfolgt eine Neugestaltung des Zufahrtsbereiches mit zweispurigem Ausbau, separatem Fußweg und Grünstreifen mit Baumreihe.“

Dass es eine generelle Lösung für die gesamte Verkehrssituation in Gehlsdorf braucht, steht für Investor und Stadtplaner jedoch außer Frage. Daran werde gerade intensiv gearbeitet, heißt es im Rathaus. Vorgesehen sei derzeit eine Umgehungsstraße zur Entlastung der Pressentinstraße.

André Wornowski

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