Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Bürgerentscheid über Theater-Neubau
Mecklenburg Rostock Bürgerentscheid über Theater-Neubau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 03.11.2018
Vision für den Rostocker Stadthafen: Das Volkstheater soll auf dem Bussebart (oben, rechts) entstehen. Quelle: RGS Rostock
Rostock

Den Neubau eines Volkstheaters verhindern – nein, darum geht es Daniel Peters und seinen Mitstreitern nicht. „Seit zwei Jahrzehnten diskutieren wir über das Projekt. Ein neues Theater ist dringend erforderlich“, schreibt der Fraktions- und Parteichef der Rostocker CDU. Das große Aber: Laut neuesten Zahlen des stadteigenen Immobilien-Entwicklers KOE soll das Vorhaben am Bussebart 110 Millionen Euro kosten. Und das ist vielen Bürgerschaftsmitgliedern der Christdemokraten dann doch zu viel. Deshalb sollen nun die Rostocker Wähler entscheiden: Wie viel soll das Theater kosten – maximal 60 Millionen Euro oder viel mehr?

Politiker fordern „Vertreterentscheid“

Bereits kommende Woche soll die Bürgerschaft „grünes Licht“ für einen sogenannten Vertreterentscheid geben. Eine solche Bürgerbefragung gab es in der Geschichte Rostocks erst ein einziges Mal: Vergangenes Jahr durften die Wahlberechtigten in der Hansestadt abstimmen, ob das Traditionsschiff im Iga-Park in Schmarl bleiben soll – oder ob es in den Stadthafen verholt wird. Sie entschieden sich für Schmarl und beendeten so einen jahrelangen Streit um das alte Schiff.

Den gleichen Effekt – dass die Bürger den „gordischen Knoten“ durchschlagen – erhoffen sich die CDU-Politiker nun auch von einer Abstimmung über das Volkstheater. Dabei wollen sie nicht den Neubau an sich, sondern die maximalen Baukosten zur Abstimmung stellen. Die Frage, die von den Wählern mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden soll, lautet nämlich laut Antrag wie folgt: „Sollen für den Theater-Neubau in der Hansestadt Rostock mehr als 60 Millionen Euro Gesamtinvestitionskosten aufgewendet werden?“ Sagen die Bürger mehrheitlich „Nein“, muss sich die Stadt daran halten – und darf nicht mehr ausgeben. Der Entscheid soll zeitgleich mit der OB-, Kommunal- und Europawahl am 26. Mai stattfinden.

Stadt müsste bis zu 85 Millionen Euro zahlen

„Wir müssen alle Investitionsbedarfe in der Stadt im Blick behalten“, schreibt Peters in dem Antrag. Das alte Schifffahrtsmuseum muss saniert werden, die Buga 2025 und die Umgestaltung des Stadthafens stehen an, der Iga-Park soll attraktiver gemacht werden und in Schmarl eine neue Eis- und Schwimmhalle entstehen: „Die Haushaltslage ist gut. Wir wollen in einen Theaterneubau investieren, aber mit Augenmaß“, so Peters. Denn schließlich brauche Rostock auch dringend Geld, um in Schulen und Kitas zu investieren.

Bisher habe die Stadtverwaltung kein überzeugendes Konzept vorgelegt, wie die 110 Millionen Euro für den derzeit geplanten Theater-Neubau finanziert werden soll. Das Land hat einen 25-Millionen-Euro-Zuschuss zugesagt, über einen höheren Anteil gibt es Gespräche – aber noch keine verbindlichen Zusagen. Und: Das Rathaus plant mit einem Anteil des Landkreises Rostock von mehr als zwölf Millionen Euro. Diesem Ansinnen hat das Landratsamt in Güstrow aber bereits eine deutliche Abfuhr erteilt. Blieben bis zu 85 Millionen Euro, die Rostock allein stemmen müsste.

Jusos wollten auch Bürgerentscheid

Schon mehrfach war ein Bürgerentscheid zum Volkstheater ein Thema: Die Rostocker Jusos, die Jugendorganisation der SPD, hatten eine Abstimmung gefordert. „Ja, diese Vorschläge gab es mal“, sagt SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell. Er und die Fraktion würden einen Bürgerentscheid aber kritisch sehen – vor allem, wenn es dabei um die Baukosten gehen soll: „Die Fragestellung, über die die CDU abstimmen lassen will, suggeriert, dass es das Volkstheater auch für 60 Millionen Euro geben kann. Das ist unredlich.“ Denn: „Wir haben uns für ein Haus mit vier Sparten und eigener Produktion entschieden. Und das kostet – leider! – nun mal mehr als 100 Millionen Euro. Wenn wir diese Summe nicht ausgeben wollen, müssen wir den Menschen auch erklären, dass es das Volkstheater in der heutigen Form nicht mehr geben kann.“

Das lässt die CDU nicht gelten: Vor zwölf Jahren sei in Potsdam für nicht mal 30 Millionen Euro ein neues Theater mit drei eigenen Sparten gebaut worden. Selbst wenn sich die Baukosten seitdem verdoppelt hätten, sei das Vorhaben dort immer noch günstiger als die Rostocker Pläne: „Potsdam ist eine international bekannte Kulturstadt. Wir sollten uns an ihren Maßstäben orientieren“, so Daniel Peters.

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) hingegen dürfte der Antrag der CDU gut gefallen. Er hatte eine Abstimmung bereits vergangenes Jahr indirekt ins Spiel gebracht. Damals sagte der Rathaus-Chef: „Angesichts einer solchen Großinvestition sollten alle Rostocker in einer breiten öffentlichen Debatte den Kurs ihrer Hansestadt direkt mitbestimmen.“

Andreas Meyer

Ein junger Mann ist in Rostock am Doberaner Platz geschlagen und ausgeraubt worden. Die mutmaßlichen Täter wollten Geldschulden des 18-Jährigen eintreiben. Zeugen des Vorfalls reagierten und riefen die Polizei.

02.11.2018

Das abgestürzte Windrad-Fundament liegt noch immer wie eine Brücke zwischen Transportschiff und Kaikante. Die Polizei will noch einmal den Kapitän verhören. Das 800 Tonnen schwere Monopile war am Mittwoch beim Verladen aus einer Schlinge gerutscht.

02.11.2018

Am Wochenende präsentieren Rostocker Aussteller über 65 Bonsaibäume in der Kunsthalle. Gleichzeitig arbeiten japanische Künstler an ihren Werken und ergänzen die Veranstaltung.

02.11.2018