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Rostock Straßenlaternen: Pilotprojekt in Warnemünde
Mecklenburg Rostock Straßenlaternen: Pilotprojekt in Warnemünde
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15:09 11.10.2018
An der Werftallee in Warnemünde haben die Arbeiten für das EU-Pilotprojekt „Dynamic Light“ begonnen. Ab Dezember soll der Fuß- und Radweg stromsparend beleuchtet werden. Quelle: Johanna Hegermann
Rostock

Warnemünde wird in der kommenden dunklen Jahreszeit ein Stückchen heller. Im Dezember gibt es hier an einem Fuß- und Radweg neue Leuchten –und zwar dynamische. Es ist das EU-Pilotprojekt: „Dynamic Light“. „Es ist ein Riesenprojekt, das mit Partnern aus verschiedenen Ländern bestritten wird. Dazu gehören Städte, Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen“ , fasst Kerry Zander von der Klimaschutzleitstelle der Stadt zusammen. Ziel ist es, die Straßenbeleuchtung effizienter zu machen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Dazu gehört auch das Aufstellen einer dynamischen Pilotanlage an der Werftallee in Warnemünde. Auf dem rund 800 Meter langem Fuß- und Radweg sollen 33 neue LED-Straßenlaternen aufgestellt werden. Die Tiefbauarbeiten haben in dieser Woche begonnen. Im Dezember soll dann alles fertig sein.

Kritik gab es aus Warnemünde jedoch wegen des Standorts. „Wir hätten bessere Orte nennen können. Da traut sich ja keiner hin“, sagt Mathias Ehlers vom Bauausschuss des Ortsbeirats Warnemünde. „Der Radweg soll beleuchtet werden, denn wir wollen, dass der Weg mehr benutzt wird“, erklärt Kerry Zander. Auch die Frage, ob nicht eher der Weg von Lichtenhagen nach Warnemünde bevorzugt werden sollte, lehnt die Klimaschutzbeauftragte in diesem Zusammenhang ab. „Wir haben nur ein begrenztes Budget zur Verfügung und das hätte den Rahmen gesprengt.“ Schon jetzt kosten die Arbeiten in Warnemünde rund 110 000 Euro.

Das Geld stammt aus dem Gesamtbudget des EU-Projekts (3,2 Millionen Euro). Insgesamt wurden Rostock 250 000 Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld wird nicht nur für den Bau der Pilotanlage in Warnemünde ausgegeben. „Wir wollen ein Konzept für Straßenbeleuchtung aufstellen. Es geht darum, Standards weiterzuentwickeln und Erkenntnisse weiterzugeben“, betont Kerry Zander.

Mehr als 22 000 Straßenlaternen gibt es in Rostock. Diese verbrauchen rund 9,2 Gigawatt Strom jährlich – rund die Hälfte des Gesamtstromverbrauchs der Stadtverwaltung ohne Eigenbetriebe. Die Kosten: rund zwei Millionen Euro pro Jahr. Schon seit einiger Zeit bemüht sich die Stadt darum, den Verbrauch mit dem Einsatz von LED-Lampen schrittweise zu senken. Bisher wurden 929 Leuchten ausgetauscht – Tendenz steigend. „Wir wechseln im Jahr nur 220 Leuchten“, erklärt Stephanie Latki, die in Rostock für „Dynamic Light“ verantwortlich ist.

Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) steht hinter dem Projekt: „Ich möchte zukünftig viele Radwege mit den kleinen feinen LED-Leuchten ausstatten.“ Die dynamischen Leuchten seien nun ein weiterer Schritt zur Energieeinsparung. „Die zahlreichen EU-Projekte mit Rostocker Beteiligung öffnen unsere Horizonte weiter und ermöglichen, mit internationalen Partnern gemeinsam neue Wege zu gehen!“

Doch was ist anders als bei herkömmlicher Beleuchtung? Bisher leuchten die Straßenlampen statisch. „Das Licht geht an, brennt die ganze Nacht und geht am Morgen wieder aus“, erklärt Kerry Zander. Das soll nun dynamischer gestaltet und damit verbessert werden. „Es ist eine bedarfsgerechte, vernetzte Beleuchtungssteuerung“, erklärt Stephanie Latki. Die Lampen lassen sich automatisch dimmen, solange nur wenig Licht benötigt wird. Erfassen die Sensoren ein Auto, einen Fußgänger oder Radfahrer, wird die Anlage in einem gezielten Abschnitt automatisch heller. Dynamisch begleitet das Leuchten den Verkehrsteilnehmer auf seinem Weg und wird anschließend automatisch gedimmt.

Getestet wurde das System schon in der Südstadt. An dem 250 Meter langen Parkweg Kringelgraben stehen seit September fünf dieser automatisch dimmbaren Lampen.

Rostock stellt langfristig auf LED um

22194 Straßenlampen gibt es in Rostock. Die Tendenz steigt, denn auch das Sicherheitsbedürfnis der Menschen steigt.

Die Beleuchtungsanlagen der Hansestadt Rostock haben im Durchschnitt ein Alter von 15,5 Jahren. Sie sind damit relativ jung. Seit 1990 wurden rund 90 Prozent des Kabelnetzes und 100 Prozent der Schaltschränke erneuert.

Seit 2008werden alte Betonmaste abgerissen. Dies hat eine hohe Priorität aufgrund der Gefahr von Betonausbrüchen. Sind diese Altlasten behoben, ist die langfristige Umstellung auf LED-Technik das Ziel.

Johanna Hegermann

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