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Rostock Rostock: Neues Möbelhaus wird doppelt so groß wie Ikea
Mecklenburg Rostock Rostock: Neues Möbelhaus wird doppelt so groß wie Ikea
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06:28 15.01.2015

Neue Details zum geplanten Mega-Möbelhaus in Rostock- Schutow: Gegenüber dem Einrichtungshaus Ikea will der Berliner Möbel-Mogul Kurt Krieger ein Möbel-Kraft-Haus und einen Sconto-Markt bauen. Bis zu 300 Jobs sollen entstehen, sagt Geschäftsführer Gunnar George auf OZ-Anfrage. Zwischen 60 und 70 Millionen Euro will der Konzern investieren. Möbel Kraft soll mit 40000 Quadratmetern doppelt so groß werden wie Ikea — das wäre in Mecklenburg-Vorpommern einmalig. Für den Discounter Sconto seien bis zu 6000 Quadratmeter vorgesehen. „Wir wollen so schnell wie möglich loslegen, werden aber nichts übers Knie brechen“, sagt George.

Hintergrund: Der Bau des Möbelhauses ist in der Hansestadt umstritten. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) machte zuletzt gemeinsam mit einigen Bürgerschaftsfraktionen Front gegen den geplanten Neubau (die OZ berichtete). Streitpunkt sind die Randsortimente wie Töpfe, Kerzen oder Elektrogeräte, die in dem Möbelhaus verkauft werden sollen. Rund 9000 Quadratmeter waren dafür im Gespräch — was etwa der Verkaufsfläche des Kröpeliner Tor Centers (KTC) entspricht. Die Sorge: Geschäfte in Innenstadt und Warnemünde würden geschwächt.

Ein Gutachter soll nach OZ-Informationen nun eine Halbierung der Fläche für Randsortimente vorgeschlagen haben. „Das ist ein guter Kompromiss“, sagt Rostocks Bauauschuss-Chef Frank Giesen (CDU).

Schon bald soll die Bürgerschaft darüber entscheiden. Doch Möbel-Kraft-Boss George fordert eine Überarbeitung der Empfehlung. Und die IHK sieht die Ansiedlung weiter kritisch. Durch das gigantische Möbelhaus würden die Kunden-Ströme aus der Innenstadt in Richtung Ostseepark gelenkt, befürchtet IHK-Geschäftsführer Peter Volkmann. Viele Läden würden darunter leiden, zumal auch der Internethandel weiter boomt. „Die Verkaufsfläche in der Stadtmitte sollte mal von 70 000 auf 100000 Quadratmeter entwickelt werden. Die Frage ist, ob das dann noch möglich ist“, sagt Volkmann.

Kommt der Mega-Neubau, hätte Möbel-Mogul Krieger auf Schlag mehr als 50 Prozent des Möbelmarktes in Rostock und Umgebung in seiner Hand. Das geht aus dem Branchenkonzept der Hansestadt hervor. Zu Kriegers Imperium gehört auch Höffner in Bentwisch. Laut Volkmann sei zudem ein Gutachter zum Ergebnis gekommen, dass höchstens 16000 Quadratmeter an neuen Möbel-Verkaufsflächen für Rostock „verdrängungsfrei“ möglich seien.

Für Bauauschuss-Chef Giesen (CDU) ist jedoch klar: „Machen wir das nicht, macht das halt der Landkreis Rostock 500 Meter weiter im Ostsee-Park.“ Dort seien viele Flächen frei. „Damit hätten wir nichts gekonnt, nur Einnahmen für die Stadtkasse verloren“, sagt Giesen.

Gelassen sieht Ikea die mögliche Konkurrenz. „Wir haben ein ganz eigenes Sortiment und eine andere Zielgruppe“, sagt Sprecherin Simone Settergren. „Wir sind bereits Nachbarn in Dresden, Leipzig und Berlin-Waltersdorf. Da funktioniert das gut.“



André Wornowski

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