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Rostock „Ohne Festnetz bin ich aufgeschmissen!“
Mecklenburg Rostock „Ohne Festnetz bin ich aufgeschmissen!“
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16:00 27.10.2018
Sechs Wochen hatte Klaus Behrendt aus Diedrichshagen kein Telefon. Erst dank einer Anfrage der OZ kann er nun wieder telefonieren. Quelle: Johanna Hegermann
Rostock

Klaus Behrendt ist verzweifelt. Seit Wochen kann er nicht mehr über das Festnetz telefonieren. „Meine Telefonnummer ist im Nirvana verschwunden“, sagt der Rentner. Anfragen an den Anbieter liefen ins Leere. In der Hoffnung, dass endlich etwas passiert, hat er sich an die Öffentlichkeit gewandt. Mit Erfolg.

Doch was war passiert? „Seit dem 6. September habe ich kein Festnetz“, erklärte Klaus Behrendt aus Diedrichshagen. „Und ich gehe davon aus, dass ich nicht der Einzige bin.“ Er hatte auch von anderen gehört, dass es Probleme mit Internet und Telefon gab. Mehrmals meldete er sich bei seinem Anbieter, der Telekom. Das lief immer auf die gleiche Weise ab. „Es meldete sich eine Automatenstimme. Sie sagte, dass es eine Störung gibt.“ Dann musste er einen Telefontermin vereinbaren. „Ein paar Mal wurde ich einfach nicht zurückgerufen.“ Doch manchmal konnte er mit der Technik-Abteilung sprechen. „Die stellten mich erstmal als doof hin, als hätte ich meinen Akku nicht aufgeladen.“ Er musste wieder und wieder den Stecker raus- und wieder reinstecken. Drei Mal wurden Messungen gemacht. Vier Mal wurde ein Termin mit einem Techniker vereinbart. „Was mich am meisten ärgert: Ich musste jedes Mal vier Stunden auf den Techniker warten, der dann einfach nicht gekommen ist.“ Insgesamt 16 Stunden hatte Behrendt sich dafür Zeit genommen.

„Ich bin sehr geduldig gewesen.“ Zwei Mal dachte er, sah er einen Techniker. Doch der ging nur zur Nachbarin. Also hat Klaus Behrendt ihn abgefangen und angesprochen, was los sei. „Er sagte mir, dass eine Sub-Firma bei Bodenarbeiten im Wiesenweg einen Fehler gemacht hat und dass das Kabel verdreht wurde“, erinnerte sich Behrendt. Eine Information vom Anbieter hatte es jedoch nicht gegeben. „Hätte ich den Techniker nicht angesprochen, hätte ich gar nichts erfahren.“ Helfen konnte dieser jedoch nicht. Denn ohne einen direkten Auftrag dürfe er das nicht.

Auch sein Sohn hatte die Nase voll. „Die Telekom hätte doch zumindest mal den Service schicken können, dass sie um Geduld bitten oder die Grundgebühr erstatten. Aber nichts“, regte sich Matthias Behrendt auf. Stattdessen bedeutete die Angelegenheit für seinen Vater sogar Mehrkosten. „Ich bin mit meinem Handy auf Kriegsfuß. Das ist eigentlich nur für den Notfall, und jetzt musste ich schon 75 Euro zahlen“, erklärte der 75-Jährige. Der im Normalfall mit seiner Prepaid-Karte gut zurechtkommt. Immerhin sei er mit dem Handy nicht ganz von der Außenwelt abgeschnitten gewesen.

Doch ohne Festnetz fühlte Behrendt sich aufgeschmissen. „Natürlich fehlt es mir. Ich bestehe darauf, und sie sollen mir das endlich auf Vordermann bringen.“ Es sei wie der Kampf von Don Quijote gegen Windmühlen gewesen. „Ich fühle mich machtlos.“ Er hoffte, dass er zumindest eine vernünftige Information von der Telekom bekomme.

Auf OZ-Anfrage bestätigt die Telekom dann, dass es tatsächlich im September eine Störung in Diedrichshagen gegeben habe. Damals sei bei einem Wasserschaden auch ein Kabel in Mitleidenschaft gezogen worden. „Aber die Störung ist schon lange behoben“, sagte der Sprecher Peter Kespohl. Jetzt gebe es keine Massenstörung mehr. „Insofern kümmern wir uns um den Kunden selbst.“ Warum das bislang nicht funktioniert hat, dazu hat Kespohl nur eine Vermutung. „Die Störung des Kunden wurde wohl von der Gesamtstörung überlagert.“ Man habe gedacht, dass beide zusammenhängen. Doch Behrendt war es auch nach der Reparatur nicht möglich zu telefonieren. „Dafür müssen wir uns entschuldigen. Jetzt müssen wir gucken, woran es wirklich liegt.“ Man wollte einen Techniker zu dem Diedrichshäger schicken.

Und tatsächlich. Nur wenige Tage später kam endlich der Techniker zu Klaus Behrendt. „Das Versprechen hatte ich ja schon mehrmals, aber dieses Mal hat es geklappt“, erzählt der Rentner, der zunächst skeptisch war. „Jetzt bin ich selig. Mein Telefon funktioniert wieder.“

Johanna Hegermann

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