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Rostock Rostock: Schaudepot der Kunsthalle eröffnet
Mecklenburg Rostock Rostock: Schaudepot der Kunsthalle eröffnet
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14:26 01.10.2018
Besucher gehen zur Eröffnung des Schaudepots der Kunsthalle am Gebäude entlang. Der rund fünf Millionen Euro teure Neubau verfügt über 1100 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Quelle: Danny Gohlke
Rostock

Im neuen Schaudepot haben Rostocks Kunstwerke dank moderner Technik nun endlich beste klimatische Bedingungen. Und doch gibt es einen Störfaktor: der Mensch. Er bringt zu viel Wärme und Feuchtigkeit mit, weshalb die Zahl der Besuche und Besucher genau dosiert gesteuert werde, verrät Museologin Heike Heilmann. Am Sonnabend wurde der fünf Millionen Euro teure Bau neben der Kunsthalle mit 200 Gästen eröffnet.

Nach den Reden in der Kunsthalle wartet ein von innen heraus rot strahlender Neubau auf die Besucher. „Reine Depots gibt es in Deutschland einige. Ein Schaudepot, das auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, ist dagegen ganz besonders“, sagte die Chefin des für die kommunalen Immobilien zuständigen Betriebs KOE, Sigrid Hecht. „Ein Haus, das, wenn es leuchtet, selbst zur Kunst wird.“ Bislang lagerte Kunst fern der Öffentlichkeit und oft unter mäßigen Bedingungen.

Projekt überzeugte Jury im Bund

Die Sammlung umfasst aktuell etwa 520 Gemälde, 6000 grafische Blätter und 200 Skulpturen. Endlich könnten sie adäquat gelagert werden, freut sich Heike Heilmann. „Wir haben jetzt auch bessere Möglichkeiten, mit der Sammlung zu arbeiten.“ Auch werde es einfacher, Ausstellungen vorzubereiten. Platz für neue Werke gebe es auch noch. „Kunst soll anschaubar sein“ freut sich Bildhauer Wolfgang Friedrich über den Neubau, nicht nur weil auch Werke von ihm gelagert sind. Mit dem Bau wird laut Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann der Standort der Kunsthalle aufgewertet. „Es ergeben sich neue Möglichkeiten der Präsentation.“

Am Sonnabend zur Eröffnung war viel von Geld die Rede. Etwa fünf Millionen Euro kostete der Bau, der Bund spendierte vier Millionen. Jörg-Uwe Neumann und Sigrid Hecht bedanken sich ausdrücklich beim Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg (CDU), der sich im Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ für Rostock stark machte. Das Projekt als Leuchtturm habe auch die Jury überzeugt, sagte Marco Wanderwitz (CDU), Staatssekretär im Innenministerium. „Vier Millionen kriegt nicht jeder.“

Museologin Heike Heilmann erläutert Eckhardt Rehberg (l.) und Staatssekretär Marco Wanderwitz die Technik im neuen Schaudepot Quelle: Thomas Niebuhr

Ministerin: Land großzügig beim Theater

Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) räumte ein, dass sich das Land am Depot nicht beteiligte. „Deshalb werden wir bei anderen Projekten in Rostock großzügig sein.“ Gemeint hat sie den Theaterneubau, der zuletzt wegen der geschätzten Kosten von etwa 100 Millionen Euro in die Kritik geraten war. Es werden noch harte Verhandlungen, aber das Land stehe zu der Zusage, das neue Theater mit 50 Prozent bis maximal 50 Millionen Euro zu fördern, betont Hesse.

„Das neue Schaudepot ist auch eine Wertschätzung unserer Arbeit“, freute sich Jörg-Uwe Neumann. Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) lobte ausdrücklich, dass Neumann und sein Team es schafften, die Kunsthalle wieder ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft zurückzuholen. Die nächsten 6,8 Millionen Euro für die Sanierung der Kunsthalle stehen schon bereit. „Das alles ist auch eine Wertschätzung unserer Arbeit“, sagt Jörg-Uwe Neumann.

Depot schon in der 60ern Teil der Planung

„OB Roland Methling erinnerte daran, dass dieses Depot schon Ende der 60er Jahre beim Bau der Kunsthalle mitgeplant war. Schaudepot-Architekt Maik Buttler kannte den Kunsthallen-Architekten Hans Fleischhauer noch persönlich. Für seine Visualisierungen studierte Buttler Fleischhauers Original-Skizzen. „Die beiden Gebäude, Kunsthalle und Depot, waren immer ein und derselbe Entwurf“, sagt er. Für das Schaudepot wurden die Maße aus den Plänen übernommen, das Gebäude ist kleiner und niedriger als die Kunsthalle. Dennoch bilden beide Häuser ein Ensemble, sagt Buttler. „Sie ergänzen sich, sollen aber auch ihre Eigenständigkeit bewahren und dem jeweils anderen Baukörper Respekt zollen. Kunsthalle und Schaudepot gehören zusammen.“

Die Fakten zum Schaudepot

Die Glasfassade besteht aus rund 1000 Quadratmetern Sicherheitsglas an einer Stahlkonstruktion. LED-Leuchten lassen das Depot von innen heraus strahlen. Derzeit hat die Sammlung der Kunsthalle einen Bestand von etwa 520 Gemälden, 6000 grafischen Blättern und 200 Skulpturen. 80 Gitterwände mit 2592 Quadratmetern bilden die Lagerfläche. Die Ausstellungsbereiche im Erdgeschoss können zeitgleich von 100 Personen besucht werden. Die Depotbereiche sind für maximal 20 Personen am Tag zugelassen. An den Decken installierte Sensoren kontrollieren permanent die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und partiell auch den CO2-Wert in den Räumen. Eine 18 Quadratmeter große Hebebühne kann Kunst bis maximal zwei Tonnen bewegen.

Ab Anfang Oktober werden die Kunstgegenstände nach und nach in das Schaudepot gebracht. Im Erdgeschoss werden Plastiken zu sehen sein. In beiden Stockwerken sind öffentliche Ausstellungsbereiche für Gemälde und Grafiken. Im eigentlichen Depot sind zeitgleich nur zehn Besucher zugelassen, um die Werke zu schützen. Kernstück ist eine Gemäldezuganlage aus mehr als 80 Gitterwänden, die im Abstand von 30 Zentimetern verschiebbar gelagert sind.

Thomas Niebuhr

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