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Rostock Rostock bietet beste Gewerbeflächen in München an
Mecklenburg Rostock Rostock bietet beste Gewerbeflächen in München an
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12:01 02.10.2018
Der Rostocker Seehafen aus der Vogelperspektive: Auf Pier 2 (links) will der Hafen Logistik-Unternehmen ansiedeln. Quelle: Manfred Sander
Rostock

Als Michael Sturm – damals noch Chef der Rostocker Wirtschaftsförderung – vor 15 Jahren das erste Mal zur Expo Real reiste, interessierte sich auf Europas größter Immobilien-Messe kaum jemand für die Hansestadt. Die Stadt an der Warnow ein „Unbekannter“, wenig reizvolle für Investoren, Projektentwickler und Unternehmen. Doch das hat sich radikal geändert: Dass die Wirtschaft in Rostock boomt, die Stadt wächst – das hat sich in der Branche längst rumgesprochen. Die Hansestadt will die Gunst der Stunde nutzen: Bei der diesjährigen Expo Real will Rostock gleich eine ganze Reihe von Filet-Grundstücken an Investoren bringen.

Rostock wirbt für das ganze Land

Seit 15 Jahren ist die Hansestadt bereits auf der Immobilien-Messe vertreten. In diesem Jahr präsentiert sich Rostock in Halle B2 mit einem eigenen Stand. „Das ist der Gemeinschaftsstand der Hansestadt und der Landeswirtschaftsförderung ,Invest in MV’“, erklärt Christian Weiß, Chef von Rostock Business. Auch die Wiro – der größte Vermieter des Landes –, die Landeshauptstadt Schwerin und weitere Unternehmen sind an dem Auftritt beteiligt. „Wir alle ordnen uns Rostock unter. Wir werben mit der Hansestadt für das gesamte Land. Sie ist unser Zugpferd“, sagt Michael Sturm, heute Geschäftsführer bei „Invest in MV“. Rund 170 000 Euro lassen sich die Partner der Auftritt in München kosten. Gut angelegtes Geld, meint Oberbürgermeister Roland Methling (UFR): „Wir haben bei der Expo Real schon manch großen Deal für Rostock eingefädelt“, so der Rathaus-Chef. Die Ansiedlung von Ikea in Schutow sei beispielsweise dereinst in München angebahnt worden. „Dass wir die Buga 2025 ausrichten, für 100 Millionen Euro ein neues Theater bauen und auch ein neues Archäologisches Landesmuseum sowie in nicht mal mehr 15 Jahren 30 000 neue Wohnungen schaffen – ja, damit haben wir international Aufmerksamkeit gewonnen“, sagt Methling. Rostock stehe auf der Expo Real im Fokus wie noch nie.

Wasser-Lage für Unternehmen

Insgesamt 130 Investitionen seien bisher in München angestoßen worden. In diesem Jahr will Rostock vor allem mit Spitzenlagen am Wasser punkten: „Wir wollen im Bereich des Pier 2 ein 70 000 Quadratmeter großes Grundstück langfristig verpachten“, verrät Gernot Tesch, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Rostock Port. „Wir suchen nach Unternehmen aus der Logistik-Branche.“ Tesch’ Traum: Ein Investor baut ein Lager, in das Waren aller Größen per Lastwagen und vor allem per Bahn angeliefert werden – und dann vom Hafen aus auf Reisen gehen. „Wir wollen den Anteil des Umschlags, der mit der Bahn an- oder weitertransportiert wird, steigern.“ Der Hafen sei zudem der ideale Standort für Firmen aus dem Bereich „Großmaschinen-Bau“. Liebherr werde im Seehafen in Kürze Europas größten Hafenkran errichten – 170 Meter hoch, mit einer Traglast bis zu 1600 Tonnen. „Wir können auch die größte Fracht auf Schiff laden. Das ist unser Pluspunkt“, so Hafen-Geschäftsführer Tesch.

Fahren zur „Expo Real“: Michael Sturm (v. l.), Christian Weiß, Roland Methling, Ralph Müller und Gernot Tesch. Quelle: Andreas Meyer

Weitere Flächen in der ganzen Stadt

Auch Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtplanung, reist mit einigen interessanten Immobilien nach Bayern: „Wir erschließen auf dem Gelände des alten Schlachthofes, direkt am Fischereihafen, ein neues Gewerbegebiet und hoffe, dass sich dort Hightech-Firmen aus der maritimen Wirtschaft ansiedeln.“ Auch am Petridamm plant Rostock mit neuen Standorte für Entwickler, in Brinckmansdorf ist Platz für Logistik und Handel, Platz für große Investitionen gibt es noch Platz im „Airpark Laage“ oder am Rande des Hafens, im Güterverkehrszentrum. „Und auch auf dem alten Messegelände in Schutow tut sich was“, sagt der OB. Für die Südstadt – für den Bereich „Groter Pohl“ – sollen Investoren aus der Wissenschafts- und Forschungsbranche gesucht werden. „Ich war gerade auf einer Medizin-Messe in den USA, habe in San Diego auch Rostock und seine Uni vorgestellt. Da gibt es jetzt einige vielversprechende Kontakte zu großen Medizin-Konzern“, so „Invest in MV“-Chef Sturm.

Andreas Meyer