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Rostock Rostock diskutiert den Moschee-Neubau
Mecklenburg Rostock Rostock diskutiert den Moschee-Neubau
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18:22 20.01.2019
Freie Fläche zwischen Holbeinplatz, Hans-Sachs-Allee und Botanischem Garten: Hier planen Rostock und der Islamische Bund eine neue Moschee. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Es ist schon jetzt eines der meist diskutierten Themen der vergangene Jahre in Rostock: Die Hansestadt will dem Islamischen Bund ein städtisches Grundstück am Holbeinplatz verkaufen – damit dort nach jahrelanger Suche Rostocks neue Moschee entstehen kann. Direkt neben dem Botanischen Garten. Und die Reaktionen auf die Pläne sind enorm. Es gibt viel Ablehnung, aber auch viel Unterstützung.

654 Kommentare in 24 Stunden

Binnen weniger Stunden wurde die OZ-Berichterstattung zu dem Thema im sozialen Internet-Netzwerk Facebook 654 Mal kommentiert – und 1621 Mal weiterverbreitet. Zuspruch kommt zum Beispiel von Kerstin Sleik: „Ich freue mich sehr für Maher Fakhouri [Anm. der Red.: Vorsteher der islamischen Gemeinde] und seiner Gemeinde, dass ein guter Standort gefunden wurde“, schreibt sie. Und auch die Standort-Wahl Holbeinplatz gefällt der Facebook-Nutzerin. „Diese Sichtbarkeit kann dazu führen, Ängste oder Vorurteile abzubauen.“ Und Jens Nack schreibt: „Wenn die Islamische Gemeinde die Kosten trägt, wo ist dann das Problem? Es kommen doch nicht mehr Moslems nach Deutschland oder Rostock weil es dort vielleicht demnächst eine Moschee gibt.“ Den vielen Kritikern, die sich in den Kommentaren vor einer Islamisierung der Hansestadt fürchten, hält er entgegen: „Vielleicht solltet ihr das mal heute Abend bei eurem Lieblings-Türken beim Döner diskutieren.“ Auch die Rostocker SPD befürwortet das Vorhaben: „Rostock wird das Grundstück nicht verschenken oder ein Gotteshaus bauen. Nichts geht zulasten Bedürftiger“, heißt es in einer Stellungnahme des Kreisverbandes. Der SPD-Ortsverband KTV schreibt: „Interessant wäre, wie sich die am Thomas-Müntzer-Platz und am Holbeinplatz sehr präsente Backsteinarchitektur mit islamischen Bauformen verbinden ließe. Ein schöner Bau könnte den Eingang zu unserem Stadtteil natürlich gut ergänzen.“

Kritik von CDU und AfD

Doch es gibt auch eine Vielzahl kritischer Stimmen: „Rostock platzt schon überall aus allen Nähten. Da brauchen wir keine Moscheen, sondern Sozialwohnungen“, schreibt Eveline Schimmler bei Facebook. Und Petra Kaulfers meint: „Haben wir keine anderen Sorgen? Die sollen sich mal lieber um unsere alten Menschen kümmern.“ Wen sie mit „die“ meint, sagt sie nicht. „Also der Standort dafür scheint mir ja recht fragwürdig. Dann bekommt die Polizei noch mehr Arbeit“, so Manuela Meyer. Leif-Erik Holm, Bundestagsabgeordneter der Alternative für Deutschland (AfD), fordert einen Bürgerentscheid über den Moschee-Bau – und: „Bevor es zu einem Bürgerentscheid kommt, muss sich die islamische Gemeinde glaubhaft zum Grundgesetz und zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen. Das geht nur mit der dauerhaften Abwendung von der Scharia. Sie muss die Gleichberechtigung von Mann und Frau akzeptieren, fremdsprachige Predigten untersagen und sich verpflichten, keine ausländischen Gelder anzunehmen.“

Auch die Rostocker CDU hat Bedenken: „Der angedachte Standort ist aus Sicht der CDU-Fraktion absolut ungeeignet. Die Fläche befindet sich an der am meisten befahrenen Straße Rostocks in einem Viertel, das schon jetzt von enormer Parkplatznot geplagt ist“, so Partei- und Fraktionschef Daniel Peters. Und weiter: „In dieser sensiblen Angelegenheit ist die Vorgehensweise der Stadtverwaltung nahezu verantwortungslos.“ Nach OZ-Informationen soll die Moschee zwei Gebetsräume für rund 400 Gläubige umfassen. Minarette sind nicht geplant. Die Islamische Gemeinde will das Gelände pachten.

Andreas Meyer

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