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Rostock Rostock kämpft gegen Plastik im Bio-Müll
Mecklenburg Rostock Rostock kämpft gegen Plastik im Bio-Müll
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00:24 20.04.2018
Silvio Rohde, Mitarbeiter bei der Stadtentsorgung, zeigt eine der neu gestalteten Bio-Tonnen. Auch am Müllwagen im Hintergrund, einem sogenannten Drehtrommelfahrzeug, ist eigens für die Kampagne der Schriftzug „Wir für Bio“ angebracht worden. Quelle: Fotos: André Wornowski/ove Arscholl
Brinckmansdorf

Rostock folgt dem Ur-Gedanken der Bio-Müllverwertung: Abfälle und Grünschnitt werden in einer Anlage in Parkentin zu Kompost verarbeitet – und dieser landet dann als Düngerersatz auf den Feldern im Umland. „Das ist sehr nachhaltig. Damit sind wir viel weiter als andere Städte“, sagt Henning Möbius, Geschäftsführer der Rostocker Stadtentsorgung.

Neue Kampagne: Aufkleber auf Bio-Tonnen und kompostierbare Papiertüten auf Wochenmärkten sollen helfen, Problem zu lösen.

Doch es gibt einen Haken: „Alles, was wir an Schadstoffen nicht herausfiltern können, landet direkt auf den Feldern“, so Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Aus diesem Grund beteiligen sich Stadtentsorgung und Stadtverwaltung an der Kampagne „Wir für Bio“, die heute in ganz Norddeutschland startet.

Aktuell beträgt der Gewichtsanteil von Störstoffen im Rostocker Bio-Müll zwei bis drei Prozent. Vor allem Plastiktüten sind ein Problem. „Wenn man bedenkt, wie leicht Kunststoff ist, erahnt man, wie viel Plastik das am Ende tatsächlich ist“, sagt Stadtentsorgungs-Chef Möbius. Das Ziel: Der Gewichtsanteil der Störstoffe soll auf unter ein Prozent gesenkt werden. Davon profitiere am Ende jeder Rostocker, der Abfallgebühren zahle: Denn nicht nur das Herausfiltern des Kunststoffes koste Geld, sondern auch die Entsorgung, so Möbius.

Alle 13000 Bio-Tonnen in der Hansestadt sollen nun Aufkleber erhalten. Darauf ist zu sehen, dass selbst Kunststofftüten, die vom Handel als „kompostierbar“ bezeichnet werden, nicht in den Bio-Müll gehören. Denn auch sie dürfen laut Euro-Norm einen Anteil „Erdöl“ enthalten. „Dieser zersetzt sich zwar, wird aber nicht biologisch abgebaut“, sagt Steffen Böhme, Sprecher der Stadtentsorgung Rostock.

Im besten Fall sollten Bioabfälle lose in einem Behälter gesammelt und direkt in die Biotonne gekippt werden. Doch Geschäftsführer Möbius weiß: „Die Entsorgung von Bioabfällen zählt nicht zu den angenehmsten Aufgaben im Haushalt.“ Eine Alternative sei die Sammlung des Biomülls in einer Papiertüte. Um darauf aufmerksam zu machen, sind auf den Rostocker Wochenmärkten ab sofort kompostierbare Papiertüten kostenlos erhältlich. „Mit diesen Tüten können die Menschen ihren Einkauf mit nach Hause nehmen und die Abfälle später dann auch entsorgen“, erläutert Sprecher Böhme die Idee hinter der Aktion. Gleichzeitig werde mit der Aufschrift „Wir für Bio“ die Kampagne transportiert. „Wenn wir das Verhalten ändern wollen, müssen wir in die Köpfe der Bürger“, so Böhme weiter. Auch Plakate, Videos in sozialen Medien und Anzeigen sind geplant. Kosten der Kampagne: 15 000 bis 20 000 Euro, die sich Stadtverwaltung und Stadtentsorgung teilen.

Die Rostocker Großmarkt GmbH unterstützt das Projekt, das bis Ende 2018 läuft. „Wir haben schon auf dem vergangenen Weihnachtsmarkt mit Papiertüten angefangen und gute Erfahrungen gesammelt“, sagt Geschäftsführerin Inga Knospe. Bei der Vorstellung der Kampagne gab es jedoch auch kritische Nachfragen: Ist die Papiertüte wirklich hundertprozentig kompostierbar? Stadtentsorgungs- Chef Möbius sagt Ja: „Wir haben das in unseren Anlagen getestet.“ Zwar verrotte die Papiertüte nicht so schnell wie ein Apfel, aber immerhin verrotte sie überhaupt.

„Die Tüte besteht zu 100 Prozent aus Altpapier und die aufgedruckte Farbe ist unbedenklich“, versichert auch Tanja Schweitzer von der Agentur Schweitzermedia. Sie koordiniert die Gesamtkampagne in Norddeutschland. Insgesamt seien 300000 Papiertüten eingekauft worden. „Im Gegenzug werden 300 Bäume gepflanzt“, so Schweitzer.

Das gehört in die Biotonne

In die Biotonne gehören alle leicht verrottbaren Küchen- und Gartenabfälle. Das sind zum Beispiel: Obst- und Gemüsereste, gekochte oder ungekochte Lebensmittelreste, , Pflanzenreste, Unkraut, Kaffeefilter und Teebeutel, Knochen, Fischgräten, Zitrusfruchtschalen, Rasenschnitt, Blumen und Topfpflanzen, Laub, Eier- und Nussschalen.

Für Abfälle aus Gärten und Parks, wie Baum- oder Heckenschnitt, gibt es gesonderte Entsorgungsmöglichkeiten.

Nicht in die Biotonne gehören: Altfett, Asche, Katzenstreu, Kehricht, Lumpen, Windeln, Tierkadaver, Kippen, Staubsaugerbeutel, Kunststofftüten, Papiertaschen- oder Küchentücher.

In den Monaten April bis einschließlich November wird die Biotonne wöchentlich geleert. Von Dezember bis Ende März erfolgt die Leerung alle 14 Tage.

Bioabfälle und Grünschnitt werden in einem Werk in Parkentin innerhalb weniger Wochen kompostiert. Der Kompost kann im Werk oder auf Recyclinghöfen gekauft werden.

André Wornowski

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