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Rostock Rostock schafft neue Flaniermeile am Fluss
Mecklenburg Rostock Rostock schafft neue Flaniermeile am Fluss
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16:30 25.11.2018
RGS-Raumplaner Ralf Schinke steht am Bleichergraben, einem Seitenarm der Warnow. Hier soll ein Uferpark entstehen. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Versteckt hinter Bäumen, Büschen und schicken Neubauten hat Rostock ein Problem: Direkt vor den Toren der Innenstadt verbirgt sich einer der letzten Schandflecke der Hansestadt. Abbruchreife Häuser, Ruinen, verwilderte Brache. Doch nun wollen das Rathaus und die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) auch den Nordosten der Steintor-Vorstadt auf Vordermann bringen. Rostock will Millionen in das Viertel rund um Bleicher- und Ferdinandstraße investieren. Das Glanzstück: Am Mühlendamm soll eine neue Flaniermeile an der Warnow entstehen, ein neuer Stadtpark.

Sanierung rund um Güterbahnhof

„Wir erweitern das Sanierungsgebiet Innenstadt – um den Bereich rund um den alten Güterbahnhof“, sagt RGS-Geschäftsführerin Sigrid Hecht. Der alte Friedrich-Franz-Bahnhof und die angrenzenden alten Bahn-Gebäude sind bereits saniert, auf ehemaligen Gleis-Flächen sind moderne Wohnhäuser entstanden. „Westlich und östlich davon gibt es aber Handlungsbedarf“, so Hecht. Sie spricht von „Missständen“: „Straßen und Plätze fehlen oder müssen saniert werden, Gehwege sind marode oder gar nicht erst vorhanden.“ Ein großer Teil der Infrastruktur sei kaputt. Und dann sind da noch die Ruinen: Die alten Gebäude der „Ostseetrans“ zum Beispiel, leerstehende Trafo-Gebäude oder die baufälligen Gebäude auf dem „Hinterhof“ der Bleicherstraße. „Dieses Gebiet muss entwickelt werden. Es hat noch viel Potenzial.“ Und dafür will die RGS Millionen zur Verfügung stellen – für öffentliche Vorhaben, aber auch für private Projekte.

Platz schaffen für Neues

Haus- und Grundstücksbesitzer im so genannten „Sanierungsgebiet Ehemaliger Güterbahnhof“ können bei der RGS beispielsweise Mittel für „Verschönerungen“ beantragen: „Wer die Fassade, das Dach oder auch die Fenster seines Hauses modernisiert, kann bis zu 25 Prozent der Kosten erstattet bekommen“, erklärt Hecht. Die Idee dahinter: Nicht nur die öffentliche Hand, sondern auch die Einwohner selbst sollen einen Beitrag für ein schöneres Viertel leisten. Für Neubauten gibt es ebenfalls Geld – als Förderung. Und neu gebaut werden soll an vielen Orten im Quartier zwischen Richard-Wagner-Straße und Mühlendamm: Insgesamt knapp 30 Flächen, auf denen neue Wohn- oder Bürogebäude entstehen könnten, haben die Planer der RGS identifiziert.

„Wir wollen beispielsweise die Ruinen am Mühlendamm beseitigen. Dort passt gut Wohnen hin“, erklärt Hecht. Die RGS will zudem mit Unternehmen Kontakt aufnehmen – mit Einzelhändlern. „Um das Quartier dauerhaft attraktiv zu machen, wäre aus unserer Sicht ein kleiner Einkaufsmarkt in dem Gebiet sehr wünschenswert.“ Auch die Jenaplan-Schule soll dauerhaft gesichert werden. An den Lindenstraße soll die Schule deshalb Platz für eine mögliche Erweiterung bekommen. Und auch auf dem Gelände der OSTSEE-ZEITUNG könnte sich etwas tun in den kommenden Jahren: „Direkt an der Ernst-Barlach-Straße wäre uns Sicht der Stadtplaner nicht-störendes Gewerbe wünschenswert. Aber auch neue Parkflächen für die Innenstadt – kleine Parkhäuser zum Beispiel – wären aus unserer Sicht sinnvoll“, sagt Hecht. OZ-Geschäftsführer Rainer Strunk bestätigt, dass sich das Medienhaus mit diesen Optionen befasst hat: „Wir wollen uns die Möglichkeit offen halten, auf unseren eigenen Flächen erweitern zu können“, so Strunk. Er betont jedoch: „Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht.“

Neuer Uferpark an der Warnow

Der Clou im sanierten Quartier soll allerdings am Mühlendamm entstehen. Dort existiert bis heute ein kleiner Seitenarm der Warnow. „Der ist allerdings verwildert und zugewachsen, weder attraktiv noch erlebbar“, sagt RGS-Geschäftsführerin Hecht. „Dort soll aber ein neuer Uferpark entstehen.“ Die RGS führe derzeit Verhandlungen mit dem Bund, möchte Flächen tauschen. „Wir planen eine Flaniermeile am Wasser – ähnlich der Meile im neuen Petriviertel.“ Das Warnowufer soll für das Viertel Bleicherstraße wieder erreichbar und erlebbar werden. „Eine Oase im Wohngebiet.“ Auch Teile des ehemaligen Gaswerks hat die RGS in ihre Überlegungen einbezogen: Dort soll ebenfalls eine Grünanlage angelegt werden – mit Bäumen, Wiesen, Sitzbänken, einem neuen Spielplatz und einer Anlage für Kanuten, um ihre Boote zu Wasser lassen zu können. „Ein neuer Park für die Steintor-Vorstadt“, so Hecht. Plus: In dem ehemaligen Umspannwerk direkt am Fluss soll eine Kita entstehen. „Wir führen mit möglichen Betreibern und Investoren bereits Gespräche.“ Alles für die neue, attraktivere Steintor-Vorstadt.

Andreas Meyer

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