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Rostock Rostock schenkt Guatemala ein Müllauto
Mecklenburg Rostock Rostock schenkt Guatemala ein Müllauto
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15:59 11.10.2018
Gracis Rostock – Danke Rostock: Schüler aus Panajachel bedanken sich für das gespendete Müllauto der Stadtentsorgung. Quelle: Hansestadt Rostock
Rostock/Panajachel

Wochenlang war das Müllentsorgungsfahrzeug, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock als Gastgeschenk für die neue Städtefreundschaft Panajachel in Guatemala unterwegs. Tausende von Seemeilen, zeitaufwendige Zollformalitäten und anfängliche technische Bedienungsschwierigkeiten sorgten für einen verspäteten Einsatz in den quirligen Straßen der stark frequentierten Touristenstadt am Atitlan See, dem Heiligen See der Mayas. Anfang September war es dann soweit. Die Hände fest am Lenkrad, halb aus der Fahrertür gelehnt schickte Bürgermeister Roberto Urizar Batres überglücklich seinen Dank: „Die Spende aus Rostock kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Es haben sich hier große Probleme bei der Müllentsorgung angesammelt. Mit diesem Fahrzeug können wir unsere Aufgabe in Sachen Sauberkeit wieder besser erfüllen.“

Aus aller Welt kämen die Touristen in das zentralamerikanische Land. „Ohne Tourismus würde unsere Wirtschaft zusammenbrechen. Deshalb müssen wir für eine tägliche gründliche Reinigung der Stadt und Umgebung sorgen. Nur so kann die natürliche Schönheit dieser Region in einzigartiger Lage am See Atitlan täglich neu erstrahlen und unsere vielen Besucher erfreuen“, betont das Stadtoberhaupt.

Städtepartnerpartnerschaft seit dem Stadtgeburtstag

Der Ankunft des sehnsüchtig erwarteten Müllentsorgungsfahrzeuges war ein Besuch von Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) im Jahre 2016 vorausgegangen. Dabei fielen dem Umweltsenator die Zustände der Abfall- und Abwasserentsorgung der 30 000 Einwohner zählenden Touristikgemeinde auf. Man kam schnell ins Gespräch mit der Stadtverwaltung und vereinbarte dabei auch eine mögliche Unterstützung Rostocks bei dem dringenden Austausch des dortigen veralteten und ramponierten Entsorgungsfahrzeuges, sozusagen von Stadt zu Stadt. Der Beginn einer Städtefreundschaft wurde schließlich am 24. Juni – zum 800. Stadtgeburtstag – feierlich im Rathaus der Hansestadt besiegelt. Schon vorher gab es freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Städten. Karls Erlebnisdorf ist bereits mit einer Kaffeekooperative am Atitlansee verbunden und betreibt Fairtrade-Handel und einheimische Schüler stehen im Austausch mit Schülern des Rostocker Erasmusgymnasiums.

Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne,, rechts) sendete das Abfallentsorgungsfahrzeug von Rostocker nach Panajachel in Guatemala. Quelle: Joachim Kloock

Durch jahrelange persönliche Kontakte mit dem in Panajachel wohnenden ehemaligen deutschen Honorarkonsul Jürgen Katt und seiner Familie hat sich im Laufe der Zeit das freundschaftliche Netzwerk zwischenmenschlicher Beziehungen aufbauen können. Das ist die Basis auf der die neue Beziehung beruht. Die Unterzeichnung der Städtefreundschaft und die jetzt auf Panajachels Straßen unübersehbare Ankunft des Gastgeschenks aus Rostock haben die Dinge noch einmal beschleunigt. So wurde das CAIP, das „Comite des amistad International de Panajachel“, gegründet – ein Bürgerkomitee zur Betreuung der Städtefreundschaft und Förderung einer Städtepartnerschaft. Das vorwiegend von engagierten Frauen gegründete Komitee möchte vor allem auch mit der Hanse- und Universitätsstadt Rostock einen aktiven Wissensaustausch im Kultur-, Bildungs- Umwelt- und Tourismussektors herbeiführen.

Erster Einsatz unter dem Applaus der Bürger

Ein erstes Glücksgefühl überraschte die sprachlosen städtischen Müllhandwerker. Kaum mit dem 9,5-Tonner auf der Haupteinkaufsstraße Pananjachels vorgefahren, wurden sie von Einheimischen umringt und freudig begrüßt. Sowohl ihr neues Outfit (mit Spenden-Westen von der Rostocker Firma Veolia ausgestattet) als auch das auffällig beschriftete Entsorgungsfahrzeug („Rostock-Panajachel – Zwei befreundete Kulturen“) sorgten für manche unerwarteten Reaktionen. Die einen spendeten Applaus, andere Geschäftsinhaber Kaffee und Gebäck an das sichtlich überraschte Personal. Eigenem Bekunden nach hatten sie so etwas bei ihren sonstigen Reinigungseinsätzen noch nie erlebt.

Stadt an einem der schönsten Seen der Welt

Panajachel liegt im Siedlungsgebiet von vier Mayastämmen mit ihren unterschiedlichen Kulturen und Traditionen, rund um den mystisch und magisch anziehenden Atitlan See, der Wiege der Mayakultur. Der See liegt in 1500 Metern Höhe, bei angenehmen klimatischen Bedingungen, besitzt einen hohen Freizeitwert, ist voller kultureller Schätze und wird von drei erloschenen Vulkanen umrahmt an dessen Hängen der beste guatemaltekische Arabica Hochlandkaffee angebaut wird.

In vielen internationalen Publikationen wird geschrieben, dass dies der schönste See der Welt sei oder „hier Gott die Welt geküsst haben müsse“. Kein Wunder also, dass der internationale Tourismus blüht und gedeiht. Neuerdings kommen immer mehr junge Leute aus aller Herren Länder nach Panajachel, um hier die spanische Sprache zu lernen oder sich darin zu vervollkommnen.

Wer in Rostock und Umgebung dem Freundschaftskomitee Rostock-Panajachel beitreten möchte, sollte bei der Stadtverwaltung unter folgenden Nummern anrufen: 03 81 / 3 81 14 52 oder 14 25. Spanisch-Kenntnisse sind keine Voraussetzung, aber hilfreich.

Bürgermeister Roberto Urizar Batres und sein Team will die Technik im Transporter gezielt einsetzen: „Dieser Lkw wird ausschließlich für das Einsammeln und Zusammenpressen von Recyclingstoffen wie Kunststoff, Pappe und Glas genutzt. Ich denke, dass wir mit diesem Projekt unsere Einwohner umweltfreundlich erziehen können, um den Müll sinnvoll zu trennen und zu den dementsprechenden Wiederverwertungsstellen zu transportieren. Dieser Lkw hilft uns sehr, die neuen Abfallmengen bewältigen zu können.“

Burghard Seidel

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