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Rostock Rostock will die Buga 2025
Mecklenburg Rostock Rostock will die Buga 2025
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00:24 17.05.2018
So könnte der Stadtstrand an der Warnow aussehen, der als Teil eines Sport- und Freizeitparks geplant ist. ENTWURF: HANSESTADT ROSTOCK
Stadtmitte

Eva-Maria Kröger, Fraktionsvorsitzende der Linken, beantragte von vornherein eine namentliche Abstimmung. Als so weitreichend erachtete sie bei Investitionen von rund 113 Millionen Euro die Entscheidung. Die Bürgerschaft stimmte gestern Abend über die Bewerbung um die Bundesgartenschau 2025 ab. Dabei geht es aber nicht nur um die Blumenschau, sondern um die Entwicklung des gesamten Rostocker Ovals rund um die Warnow vom Stadthafen bis nach Gehlsdorf. Eine deutliche Mehrheit sagte Ja zu den Plänen.

Die Bürgerschaft stimmte mit deutlicher Mehrheit für eine Bewerbung um die Bundesgarten- schau 2025. Die Chancen wurden größer als die Risiken bewertet.

32 Bürgerschaftsmitglieder stimmten der Vorlage aus dem Rathaus zu. Die elf Gegenstimmen kamen vor allem von den Linken, je eine aus der SPD und von Aufbruch 09, dazu gab es zwei Enthaltungen. Die Chancen, die mit der Buga-Bewerbung verbunden sind, seien deutlich größer als die finanziellen Risiken, die die Skeptiker anführten, sagte Sybille Bachmann (Rostocker Bund). „Wir haben die Chance, ein hohes Maß an Lebensqualität zu schaffen.“

Markthalle im Stadthafen, Brücke über die Warnow, Sport- und Freizeitpark inklusive Open-Air-Bühne, eine Freiluft-Arena, Gärten oder einen Stadtstrand beschreibt das Papier aus dem Rathaus. Großes Lob gab es dafür vom Bauausschuss-Vorsitzenden Frank Giesen (CDU). „Wenn wir das Konzept umsetzen, wird es der ganz große Wurf.“ Das zeige, „dass wir schnell sein können, wenn wir etwas Gutes wollen“, nahm Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) Giesens Blumen gern an. Charmant sei, dass es bei den Flächen nicht zu „Nutzungskonflikten“ kommt, erklärte Sybille Bachmann. Selbst die zunächst skeptische Andrea Krönert (Grüne) ließ sich von dem Konzept überzeugen, obwohl sie auch finanzielle Risiken sieht und die Argumente der Buga-Gegner nachvollziehen kann.

Den Linken gefällt die Idee der Entwicklung entlang der Warnow durchaus. Eva-Maria Kröger waren die finanziellen Risiken jedoch zu groß, um dafür stimmen zu können. 60 Millionen Euro aus der eigenen Kasse plant Rostock in den kommenden Jahren für die Umsetzung des Konzepts ein, die gleiche Summe soll noch einmal vom Land als Förderung kommen. „Bis die Finanzierung geklärt ist, können wir keine konzeptionelle Entscheidung treffen.“ Kröger fürchtet, dass für die Buga anderes, wie der Theaterneubau oder Sanierungen von Schulen, Sportstätten oder Kitas, auf der Strecke bleibt. Allein um den Investitionsstau in Rostock abzuarbeiten seien Ausgaben in dreistelliger Millionenhöhe notwendig. „Das Risiko ist mir zu groß“, begründete Eva-Maria Kröger ihr Nein zur Buga-Bewerbung.

Dass keine anderen Projekte liegen bleiben, ist auch der SPD wichtig. „Wir haben die Kraft, aber der Rest der Stadt darf nicht leiden“, erklärte Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell. Die Sozialdemokraten wollen eine breite Bürgerbeteiligung, wenn es an die weiteren Planungen und die Umsetzung geht. Uwe Flachsmeyer (Grüne) vertraut den Aussagen von Stadt und Land zur Finanzierung.

Frank Giesen weist darauf hin, dass die Bürgerschaft immer noch Bremsklötze eingezogen hat. Einer wäre im Juni die Entscheidung der Landesregierung, ob sie das Rostocker Projekt finanziell unterstützt.

Eine Frage hat aus Sicht von Erhard Sauter (SPD) noch niemand gestellt: „Was passiert mit den Plänen, wenn Rostock die Buga nicht bekommt?“ Geht die Bewerbung schief, können einzelne Projekte im Rostocker Oval trotzdem umgesetzt werden, erklärte Sybille Bachmann. Eine Sprecherin der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft sagte, dass möglicherweise noch in diesem Jahr der Zuschlag für die Buga 2025 erfolgt. Ein Gegenkandidat soll Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) sein.

Brücke und Strand

Auf einer ehemaligen Deponie an der Warnow soll ein Sport- und Freizeitpark inklusive Open-Air-Bühne entstehen. Sportanlagen sind dort geplant, eine Freiluft-Arena, Gärten und ein Stadtstrand. Im Park soll auch der

größte Teil der Blumen- Schauen stattfinden. Die L 22, soll unter einem Deckel verschwinden. Eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer soll Gehlsdorf und City verbinden. Am Christinenhafen will die Stadt eine Markthalle und Spielplätze bauen. Ein Industriegebiet

am Osthafen wird

verschwinden und ein Wohn- und Technologie-Zentrum gebaut.

Thomas Niebuhr

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