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Rostock Rostock will neue Feuerwehren gründen
Mecklenburg Rostock Rostock will neue Feuerwehren gründen
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00:05 06.06.2017
Neue Technik für 400000 Euro: Die Ehrenamtler der Wehr Gehlsdorf zeigten am Wochenende ihr neues Löschfahrzeug. Die freiwilligen Retter am östlichen Warnow-Ufer gehören zu den aktivsten in der Hansestadt. Quelle: Foto: Andreas Meyer
Gehlsdorf

Mehr Einwohner, mehr Häuser, mehr Gewerbe: Rostocks Wachstum könnte in puncto Brandschutz zum Problem werden. Die Berufsfeuerwehr allein wird – selbst nach dem Bau einer neuen Wache in Dierkow – nicht ausreichend sein. „Deshalb brauchen wir die freiwilligen Feuerwehren. Mehr denn je“, sagt Ordnungssenator Chris Müller (SPD). Er will die ehrenamtlichen Löschgruppen in Rostock stärker fördern – und er will sogar neue gründen. „Im Bereich Dierkow und auch in Evershagen oder Reutershagen könnten wir neue Wehren gebrauchen.“

Brandschutz in Gefahr: Senator will freiwillige Wehren in Dierkow und Reutershagen aufbauen / Verband: Retter brauchen Wohnungen

„Wir brauchen mindestens zwei weitere Freiwillige Feuerwehren in Rostock.“

Chris Müller (SPD)

Ordnungssenator

Die Freiwilligen Feuerwehren

5 Freiwillige Wehren gibt es derzeit in der Hansestadt. Neben der Wehr Gehlsdorf sind dies Rostocker Heide, Warnemünde, Stadtmitte und Groß Klein.

221 Retter sind nach Angaben der Stadt derzeit in den Wehren aktiv.

Moderne Technik für Wehren

Diese Entwicklung ist in Rostock neu: Bis vor einigen Jahren standen die „Freiwilligen“ klar im Schatten der hauptamtlichen Retter. Doch nun setzt im Rathaus ein Umdenken ein. Die Hansestadt wird in den kommenden Jahren viel Geld für ihre ehrenamtlichen Brandschützer in die Hand nehmen. Das aktuellste Beispiel: Zu Pfingsten übergaben Müller und Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) ein brandneues Löschfahrzeug – Typ LF 20 – an die Freiwillige Feuerwehr Gehlsdorf. Knapp 400 000 Euro kostet das Hightech-Gefährt, das einen 20 Jahre alten Löschwagen ablöst. „Mit dem neuen Wagen können wir noch besser, noch effizienter helfen“, sagt Gehlsdorfs Wehrführer Roland Meinelt (31). Der Wagen bietet mehr Platz („Schon während der Fahrt können sich zwei Löschgruppen darin anziehen“), verfügt über neue Lichtmasten und eine Pumpe, die 3000 Liter Löschwasser pro Minute liefert. „Die moderne Technik für die freiwilligen Wehren ist wichtig“, sagt der Senator. Gleich drei Wachen sollen bis 2018 modernisiert werden. „Ich denke, nirgendwo anders im Land werden die Ehrenamtler so gut ausgestattet wie in Rostock.“ Moderne Wehren seien schließlich attraktiv für neue Mitglieder. Und die kann die Hansestadt schließlich gut gebrauchen.

Neue Wache in Reutershagen?

334 Mitglieder sind in den fünf freiwilligen Wehren organisiert, 221 davon rücken zu Einsätzen aus. „Die Entwicklung ist sehr positiv, die Wehren wachsen“, so Müller. Auch die Gehlsdorfer Wehr befindet sich laut Roland Meinelt im Aufschwung. Aber: Im Vergleich zu anderen Großstädten hat Rostock Nachholbedarf. Lübeck etwa hat 22 ehrenamtliche Wehren – mit mehr als 750 Aktiven. Müller will und muss in dem Bereich zulegen: „Wenn wir in Dierkow eine neue Feuerwache bauen, sollten wir dort gleich Platz für eine Freiwillige Wehr schaffen“, sagt er. Und damit nicht genug: Auch der Feuerwehr-Bedarfsplan empfehle weitere Neugründungen – etwa im Bereich Hansaviertel, Reutershagen, Evershagen. „Das wird eine große Herausforderung – vor allem das Werben neuer Mitglieder. Aber wir sind bereits im Gespräch mit dem Stadtfeuerwehrverband.“ Denn auch anderenorts sind neue Retter gefragt: In der Rostocker Heide und Warnemünde gibt es zwar bereits Wehren, aber denen fehlt am Tag das Personal.

Während viele freiwillige Wehren Neugründungen skeptisch sehen (Gehlsdorf fürchtet, Mitglieder zu verlieren), sieht Stadtbrandmeister Uwe Eberhardt in Müllers Vorstoß eine Notwendigkeit: „In Schutow, Evershagen und Reutershagen haben wir Bereiche, in denen wir zu langsam sind. Da muss etwas geschehen. Die bestehenden Wachen sind zu weit weg.“ Er schlägt vor, dort erstmal „Mini-Wachen“ der Berufsfeuerwehr zu etablieren. In Dierkow hingegen könne gleich eine freiwillige Wehr „angedockt“ werden: „Wir müssen nicht eine neue gründen, wir könnten dort einen Ableger aus Gehlsdorf stationieren. Viele Mitglieder der Wehr wohnen eh in dem Bereich, wären so schneller im Einsatz.“

Wohnungsbonus für Retter?

Eberhardt hat noch eine Idee, wie die Stadt Freiwillige für ihre Wehren begeistern könnte: „Die Genossenschaften und die Wiro sollten in der Nähe der Wachen Wohnraum für Ehrenamtler anbieten und diese bei Neuvermietungen bevorzugen.“ Im Umland habe gäbe es schon Beispiele, in denen Gemeinden Mietshäuser für ihre Retter neben die Gerätehäuser gebaut haben: „Die sind dann im Notfall schnell am Fahrzeug und wer sich ehrenamtlich engagiert, hat bei der Wohnungssuche einen kleinen Bonus.“

Andreas Meyer

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