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Mecklenburg Rostock Rostock zeigt seine größten Schätze
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06:38 15.06.2018
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Stadtmitte

Großer Andrang zur Eröffnung der Ausstellung „Rostock. Jetzt 800“: Knapp 400 Gäste sind gestern ins Kulturhistorische Museum geströmt, um einen ersten Blick in die neue Schau zu Rostocks Stadtgeschichte zu werfen. Bei den Festreden in der Universitätskirche musste sogar die Bestuhlung kurzerhand aufgestockt werden. „Die Aufregung nimmt zu. Es sind nicht einmal mehr 10 Tage bis zum 800. Stadtgeburtstag“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). Er sei stolz darauf, dass sich Rostock der eigenen Geschichte so intensiv widme wie noch nie. „Die Ausstellung ist eines der Hauptprojekte im Jubiläumsjahr“, sagt Methling. Kosten: 475000 Euro.

Ausstellung zum Stadtjubiläum eröffnet / Knapp 400 Gäste im Kulturhistorischen Museum / Viel Lob

Die Besucher reagieren bei einem ersten Rundgang begeistert: „Wir sind entzückt“, sagt Karin Leckschas (69) aus Diedrichshagen. Sie schlenderte mit Monika Rapp (74) aus Stadtmitte durch das Museum.

„Wir freuen uns, dass wir so viele Dinge aus früheren Ausstellungen wieder erkennen“, sagt Rapp. Zum Beispiel die historischen Kleider oder die alten Stadtansichten. Auch Henning Schleiff (80) aus Toitenwinkel gefällt, was er sieht. „Rostock hat eine sehr reiche Geschichte“, sagt er.

Auf 1200 Quadratmetern sind 650 Exponate zu sehen. „95 Prozent davon stammen aus dem eigenen Bestand“, sagt Museumsleiter Steffen Stuht. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich echte Raritäten, wie die sogenannte Heide-Urkunde. Sie bezeugt die Verleihung des Stadtrechts an Rostock im Jahr 1218. Auch die Papsturkunde zur Gründung der Universität Rostock im Jahr 1419 liegt aus. Allerdings ist diese so wertvoll, dass sie nur die ersten vier Wochen gezeigt werden darf.

Als Heiligtum bezeichnet Stuht das Heringsahm – ein unscheinbar wirkendes Fässchen aus Bronze. Es war das erste einheitliche Eichmaß der Hanse. Vorbild soll ein Rostocker Bierfass gewesen sein. „Es ist das bedeutendste Zeugnis aus der Hansezeit“, sagt Stuht. Von hohem Wert sei auch das älteste in Rostock gedruckte Buch.

Aktivstationen und multimediale Präsentationen prägen die Ausstellung. Auf einer interaktiven Stadtkarte können Besucher zum Beispiel per Knopfdruck sehen, wo Kaufleute und Handwerker um 1600 in Rostock wohnten. Und für Kinder gibt es einen eigenen Rundgang. „Sie bekommen hier einen 32-seitigen Zeitreisepass mit, in den sie ihre Erkenntnisse selbst eintragen können“, sagt Stuht.

Für die Amtsleiterin der Rostocker Museen, Michaela Selling, war es wichtig, dass vor allem moderne Medien eingesetzt werden. „Nur mit Animationen und Bewegtbildern erreichen wir auch Kinder und Jugendliche“, sagt sie. Die Präsentationen müssten Eventcharakter bekommen.

Damit dies gelingt, ist Reinhard Munzel von der Firma ArchimediX beauftragt worden. Ihm hat der Einbau Spaß gemacht: „Ich finde die vielen Aktivstationen super. Diese Ausstellung ist so schön bunt“, sagt Munzel. Allerdings sei es auch eine große Herausforderung gewesen, dass Kloster für die Ausstellung umzubauen. Drei Jahre dauerten Planung, Gestaltung und Einrichtung, berichtet Museumschef Stuht. Der Einsatz scheint sich gelohnt zu haben: „Bei den Kinderführungen sind wir bis August ausgebucht“, sagt Stuht.

Die Ausstellung geht sogar über 800 Jahre Stadtgeschichte hinaus: Schließlich habe es schon vor mehr als 1000 Jahren erste Siedlungen an der Warnow gegeben, so Stuht. Auf dem Primelberg wurden zuletzt Reste einer Siedlung aus dem achten Jahrhundert entdeckt. „Wir sind die ersten, die diese Funde zeigen dürfen“, sagt Stuht.

Das Museum rekonstruiert die Stadtgeschichte in insgesamt zwölf Kapiteln. Für jedes gibt es eine Leitfrage: „Wo kommen wir her?“, „Woran glaubten wir?“ oder „Wie stritten wir?“ Die Ausstellung gibt jeweils die Antwort. Besucherin Monika Rapp ist überzeugt, dass sie noch oft herkommen wird. „Das alles zu erfassen, schafft man nicht auf einmal.“ Bis zum 4. November hat sie Zeit. Solange ist die kostenlose Schau geöffnet.

André Wornowski

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