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Rostock Rostocker Altstadt wird zum lebendigen Adventskalender
Mecklenburg Rostock Rostocker Altstadt wird zum lebendigen Adventskalender
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19:15 29.11.2018
Freuen sich auf die Vorweihnachtszeit: Almut Kaplan (v.l.), ihr Sohn Till und Angela Goudefroy. Kaplan und Goudefroy bewerben den lebendigen Adventskalender in der Altstadt. Quelle: Anh Tran
Rostock

Die Rostockerinnen Angela Goudefroy und Almut Kaplan wollen die Menschen in der Altstadt zur Weihnachtszeit zusammenbringen. Ihr Mittel: ein lebendiger Adventskalender. Vom 1. bis 24. Dezember organisieren sie dazu täglich den Auftritt eines Gastgebers. Der lädt jeden, der kommen möchte, zu einem 15- bis 30-minütigen Programm ein. Vergangenes Jahr reichten diese von einer Feuershow übers Plätzchenbacken bis zu Weihnachtsgesang. Auch diesmal hoffen die beiden Organisatorinnen auf zahlreiche Besucher.

In vielen Regionen Deutschlands werden lebendige Adventskalender veranstaltet. Dabei schmücken die Bewohner eines Ortes oder einer Wohngegend ihre Fenster mit Weihnachtsdekoration und der Nummer des jeweiligen Dezembertages, an dem sie ihre Türen öffnen. Welche Überraschung sich dahinter verbirgt, weiß zunächst nur der Gastgeber.

Die Altstädter treffen sich ab dem 1. Dezember jeden Tag auf dem Alten Markt und gehen von dort aus zum jeweiligen „Adventstürchen“. Um auch arbeitenden Rostockern die Teilnahme zu ermöglichen, legten die Veranstalterinnen die Uhrzeit auf den frühen Abend um 17.30 Uhr. Was genau die Gastgeber planen, verrieten Kaplan und Goudefroy nicht. Jedoch deuten sie an: „Es wird wieder Puppentheater, Bastelaktionen und Musik geben.“

Für Kinder gibt es dieses Jahr sogar eine Stempelkarte, die sie mit jedem Besuch ausfüllen können. Wenn mindestens 15 Felder voll sind, bekommen die kleinen Teilnehmer eine Überraschung. Till, der vierjährige Sohn von Almut Kaplan, ist schon gespannt: „Ich freue mich ganz doll, dass ich dieses Jahr bis Weihnachten Stempel kriege.“ Seine Mutter bastelte die Karten, um die vielen Kinder zu begeistern, die dieses Jahr bei der Veranstaltung erwartet werden.

Für das 24. „Adventstürchen“ planen Kaplan und Goudefroy einen Besuch in der Petrikirche. Dort spielt ein Bläserquartett beim jährlichen Turmblasen, bei dem alle mitsingen können. „Wir sind gespannt, wie das wird. Letztes Jahr war das sehr bewegend am letzten Tag“, erinnert sich Angela Goudefroy.

Wo Goudefroy die Idee aufschnappte, weiß sie nicht mehr genau. Aber als sie davon hörte, wollte sie den lebendigen Adventskalender unbedingt umsetzen. „Ich dachte, dass es schön wäre, Leute zusammenzubringen und mehr Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen“, sagt die 51-Jährige.

Gemeinsam mit Almut Kaplan ging sie zunächst von Haustür zu Haustür und sprach ihre Nachbarn in der Östlichen Altstadt an. Kaplan erinnert sich: „Das hat sich etwas komisch angefühlt, weil die Leute das überhaupt nicht kannten und das nicht jedermanns Sache ist.“ Es gehöre viel Mut dazu, seine Tür für so eine Veranstaltung zu öffnen, ergänzt die 41-Jährige.

Auch bei der Grundschule am Alten Markt und den Kindergärten stellten Kaplan und Goudefroy ihre Idee vor. „Es war viel Aufwand und etwas schwierig, die richtige Anzahl an Gastgebern zusammenzukriegen“, sagt Almut Kaplan. Aber der Aufwand lohnte sich. Viele Einrichtungen unterstützten die Aktion. „Durch die Beteiligung von Kirche, Schulen und Ateliers war das im vergangenen Jahr sehr schön“, sagt sie. Auch das Interesse der Besucher war groß. An einigen Tagen zogen bis zu 50 Rostocker durch die Altstadt.

Der Erfolg stimmt die Veranstalterinnen optimistisch: „Wenn das letztes Jahr nicht so gut aufgenommen worden wäre, dann würden wir das dieses Jahr auch nicht machen“, sagt Kaplan. Da die Idee mittlerweile bei den Bewohnern bekannt sei, sei auch die Organisation leichter gewesen. Einige Menschen meldeten sich von selbst. „Ich wurde sogar bei der Arbeit angefragt, und selbst eine Frau aus Wismar hat angerufen, ob das wieder stattfindet“, erzählt Goudefroy.

Anh Tran

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