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Rostock Post Punk aus Rostock: Interview mit „Die Gruppe König“
Mecklenburg Rostock Post Punk aus Rostock: Interview mit „Die Gruppe König“
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13:49 28.09.2018
Aldus H. (l.), Alfa Stark und Troy Krause sind die Rostocker Post Punk-Band „Die Gruppe König“. Quelle: Sophie Martin
Stadtmitte

„Wär’ dein Leben ein Gemälde, hieß es Angst“, Alfa Stark, Frontmann der Rostocker Band „Die Gruppe König“ schreibt unbequeme Texte. Er besingt eine Generation, die gerne abwartet, abwägt, verpasst. Mit einem Sound, der zwischen Grunge und Post Punk liegt, gehen Sänger und Gitarrist Alfa, Bassist Troy und Drummer Aldus an den Start des 26. Landesrockfestivals. Die OZ traf sie am Rand von Rostock in der Gemeinschaftsküche eines Proberaumkomplexes.

Warum die Pseudonyme?

Alfa: Sie beziehen sich auf Dinge, die uns geprägt haben. Hinter dem Namen Alfa Stark verbirgt sich eine Person ohne Angst, die kein Blatt vor den Mund nimmt.

Troy: Troy Krause ist inspiriert von den 80ern, der Neuen Deutschen Welle und der deutsch-amerikanischen Freundschaft.

Aldus: Aldus Huxtable ist eine Hommage an Garden State.

Die Gruppe König gibt es seit Mai 2017, wie hat das Projekt angefangen?

Alfa: Seit zwei Jahren schreibe ich deutsche Texte, die erst im letzten Jahr so reduziert wurden.

Texte mit vielen Alltagsphrasen …

Alfa: Ja, ich schreibe aus dem Impuls, notiere mir Wortfetzen. Meistens beginnt ein neuer Song mit der Gitarre, dann kommt der Rest.

Wen sprecht ihr mit eurer Musik an?

Aldus: Eher das noisige Publikum, die es auch gerne lauter haben.

Alfa: Ja – und eher die Mitte, Ende Zwanzigjährigen, die sich vielleicht schon mehr mit ihrem Leben auseinandersetzen.

Welche Bedeutung hat der Song „Tanzverbot“?

Alfa: „Nichts läuft rund, trotzdem dreh’n wir uns im Kreis.“ Dieser Song beschäftigt sich mit der hedonistischen Partyeinstellung, die viele Gleichaltrige haben. Sie sind nur unterwegs, feiern, ignorieren ihre Probleme und entziehen sich jeglicher Verantwortung.

Trotz konträrer Message ist der Song tanzbar. Er lief schon bei Fritz Unsigned und Lohro.

Troy: Das war ein großer Erfolg für uns. Lokal fallen wir allein durch das Genre auf, überregional sind wir interessant, weil wir keine Gute-Laune-Band sind.

Alfa: Denk ich auch. Wir waren sechs Wochen nach unserem ersten Gig bei Fritz Unsigned, das Album lag schon fertig in der Schublade.

Trotzdem habt ihr euer Debütalbum „Luxus“ noch nicht rausgebracht.

Alfa: Ja, es wird höchste Zeit. Luxus erscheint einen Tag vor dem Landesrock am 5. Oktober 2018.

Troy: Die Single „Keine Zeit“ und „Tanzverbot“ gibt es auch schon auf Spotify, Bandcamp, Apple Music und Co. zu hören.

Die Gruppe König bringt ihr Debütalbum „Luxus“ heraus. Quelle: Die Gruppe König

Was steckt hinter dem Albumtitel?

Alfa: Die Songs drehen sich um die Probleme, die jeder mit sich selbst ausmacht. In Anbetracht der Dinge, die gerade in der Welt passieren, sind das nur Luxusprobleme.

Roter Samt und darauf steht „Luxus“ als Lichtprojektion. Steckt da eine Botschaft hinter?

Alfa: Dahinter verbirgt sich eine kritische Haltung. Materieller Luxus ist für mich mehr Schein als Sein. Der Titel „Luxus“ ist auch nur eine Projektion auf einem Stück Stoff und entspricht nicht der Wirklichkeit.

Und nach dem Album folgt die Tour?

Troy: Eine Tour im nächsten Jahr wäre das Allergrößte, am besten mit einer befreundeten Band. Nach all der Arbeit, die das Album gemacht hat, soll es jetzt auch mal zum spaßigen Teil kommen, fernab von Covergestaltung, Instagram und Facebook oder dem Ordern von Tonträgern.

Alfa: Wir haben ja wirklich alles selbst gemacht und darin liegt die Diskrepanz in der heutigen Musikbranche. Als Band bist du so sehr damit beschäftigt, dein Album an die Leute zu bringen, dass die Musik oft zu kurz kommt.

Ihr habt auch ein eigenes Label gegründet?

Aldus: Ja, aber das war eher zweckmäßig. Wir wollten, dass unser Album in einem professionellem Rahmen erscheint.

Alfa: Nachdem wir etliche Labels angeschrieben haben, entschlossen wir uns, das Album unter dem eigenen Label „Ach Gott“ rauszubringen.

Troy: Wir haben da jetzt unseren eigenen Stempel draufgesetzt.

Wir sehen euch auf dem Landesrockfestival. Wie fühlt ihr euch damit?

Troy: (lacht) Extrem hoffnungsvoll.

Alfa: Realistisch betrachtet stehen unsere Chancen nicht gut. Unsere Musik ist nicht optimistisch oder regt zum Feiern an. Wir animieren mit unsere Bühnenperformance auch nicht. Der Publikumspreis wird es daher wahrscheinlich nicht. Wir wollen uns auch nicht verstellen.

Das 26. Landesrockfestival

Sechs Nachwuchsbands aus MV und Preisgelder in Höhe von insgesamt 8000 Euro: Zum 26. Mal startet die PopKW zusammen mit dem Mau Club Rostock ihr Konzertereignis am Rostocker Stadthafen. Sechs Bands treten im Contest gegeneinander an und müssen die dreiköpfige Jury, bestehend aus Musikexperten, von sich überzeugen.

Der Gewinner erhält 4000 Euro Preisgeld (1000 Euro Jurypreis und 3000 Euro Nachwuchsförderpreis) und nimmt am landesweiten Bundesfinale des Local Heroes Contest teil. Der Zweitplatzierte erhält 3000 Euro Nachwuchsförderung. Die Preise werden vom Land und dem Landesmusikrat MV gestiftet.

Save the Date: 6. Oktober 2018 ab 19 Uhr im Mau Club Rostock

Die Gruppe König live im Rostocker BLM-Studio:

Sophie Martin

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