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Rostock Rostocker Heide: Das große Aufräumen nach Oster-Schnee
Mecklenburg Rostock Rostocker Heide: Das große Aufräumen nach Oster-Schnee
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00:21 21.04.2018
Unter der Schneelast sind die Kronen vieler Kiefern in der Rostocker Heide einfach abgebrochen. FOTOS (3): OVE ARSCHOLL
Wiethagen

Peter Schieweck vom Rostocker Forstamt fährt mit dem Hubsteiger hoch, um mit der Säge die abgeknickte Krone der Kiefer zu entfernen. Sie drohte auf den Radweg zwischen Rostock und Graal-Müritz zu fallen. Das Stadtforstamt wird sich das ganze Jahr mit den Schäden befassen müssen, die der massive Schneefall über Ostern verursachte. Das sagte Leiter Jörg Harmuth gestern.

Stadtforstamt braucht das ganze Jahr, um alle Schäden zu beseitigen

Zunächst haben er und seine Mitarbeiter sich darum zu kümmern, die Straßen und viel genutzten Rad- und Wanderwege wieder sicher zu machen, erklärt der Förster. Auch der Ruheforst stehe auf der Liste ganz oben.

Behinderungen für Autofahrer auf der L 22

Ab Montag müssen sich die Autofahrer auf der L 22 zwischen Hinrichshagen und Graal-Müritz auf erhebliche Behinderungen einstellen. Gemeinsam mit der Straßenmeisterei Pastow beseitigen die Forstamtsmitarbeiter dann Gefahren für Auto- und Radfahrer. „Das kann an dieser Stelle die ganze Woche dauern“, vermutet Jörg Harmuth. Erst Wochen, nachdem der letzte Schnee wegtaute, lässt sich das ganze Ausmaß der Schäden überblicken. Fast 40 Prozent der Rostocker Heide sind betroffen, das entspricht etwa 2400 Hektar Wald. Sieben bis acht Tonnen Festmeter sind laut Jörg Harmuth zu verwerten. Beim Hochwasser 2011 verlor das Forstamt zehn Tonnen und beim großen Sturm „Xaver“ im Jahr 2013 waren es sogar 42 Tonnen. „Ich bin seit 25 Jahren Amtsleiter, aber Schneebruch in dieser Form hatten wird noch nie“, stellt Jörg Harmuth fest. Bis zu 40 Zentimeter hoch lag der Schnee. Und es gab eine Besonderheit: „Betroffen war nicht die übliche verdächtige Fichte, sondern die Kiefer.“ Eine Art, die 31 Prozent des Baumbestandes in der Rostocker Heide ausmacht. Zwölf Prozent sind Fichten, die den Förstern in den vergangenen Jahren besondere Sorgen machten. Fast alle Flächen der Rostocker Heide sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch junge Birken habe es großflächig erwischt. „Die Kiefer hat einen Nachteil. Sie hat eine breite Krone und somit eine breite Auflagefläche.“ So sammelte sich der nasse und damit sehr schwere Schnee auf den Bäumen. Am Ende konnte die Kronen das Gewicht nicht mehr tragen und brachen ab, obwohl Nadelhölzer eigentlich eine hohe Biegefestigkeit hätten. „Gegen die Physik kann aber auch ein Förster nichts machen“, sagt Jörg Harmuth. Einen weiteren Unterschied zu Sturmschäden gibt es: Da legt der kräftige Wind die Bäume nämlich ganz um, die dann komplett entfernt werden könnten. Bei den Kiefern stehen die Stämme allerdings noch. Entweder die Kronen brachen komplett ab und fielen herunter oder sie hängen noch am Stamm. Das macht auch die Gefahr für Waldbesucher abseits der bereits gesicherten Wege aus. Wegen der waldtypischen Gefahren gilt deshalb: „Betreten auf eigene Gefahr“. Das betont Jörg Harmuth ausdrücklich – und das würde auch ohne Schneebruch gelten.

Schaden lässt sich nicht in Euro beziffern

In vielen Fällen sind die Kronen auch nur teilweise geschädigt. „Wenn ein Fünftel erhalten ist, könnte der Baum noch überleben.“ Die Revierförster entscheiden, ob sie fällen oder nicht. Passieren muss etwas, denn geschwächte Bäume machen es schädlichen Insekten leichter, den Kiefern den Rest zu geben. Die gefallenen Kronen bleiben übrigens weitgehend im Wald liegen, sagt Jörg Harmuth. „Das sieht dann vielleicht etwas mölig aus.“. Finanziell lasse sich der Schaden durch den Schneebruch nicht beziffern, erklärt Jörg Harmuth. Ob die Holzpreise wegen eines Überangebots sinken, kann er noch nicht sagen. „Das wäre reine Spekulation.“ Klar ist, dass das Stadtforstamt deutlich mehr für die Anmietung von Technik ausgeben muss. Eines ärgert Jörg Harmuth kolossal: Weil die Mitarbeiter mit der Schadensbeseitigung viele Wochen voll beschäftigt sind, fallen andere Vorhaben in diesem Jahr aus – der Wegebau zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur zum Beispiel.

Thomas Niebuhr

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