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Rostocker Rekorde: Ein Mann sieht blau

Bad Doberan Rostocker Rekorde: Ein Mann sieht blau

Seit Jahren sammelt Fred Schulz Flaschen, Gläser, Vasen, Krüge und Schalen aus blauem Glas. Mehr als 550 Stücke hat er bereits.

Bad Doberan. Wer Glasflaschen und Gläser nicht mehr braucht, wirft sie für gewöhnlich in die dafür vorgesehenen Altglasbehälter. Für Fred Schulz aus Bad Doberan kommt so etwas nicht infrage. Er sammelt Behältnisse aus Glas — allerdings keine x-beliebigen, sondern vorrangig solche aus blauem Glas. Mit seinen mehr als 550 Sammelobjekten hat sich der Doberaner als möglicher Rekordhalter bei der OSTSEE-ZEITUNG gemeldet. In Zusammenarbeit mit dem Verlag Redieck & Schade soll zu solchen Superlativen der Hansestadt ein Buch entstehen.

„Ich habe irgendwann mal ein paar blaue Flaschen aufgehoben, weil ich sie so schön fand. Im Dänemark-Urlaub habe ich dann eine ganze Sammlung gesehen, die im Fenster aufgestellt war. Das fand ich einfach faszinierend“, erklärt der 49-Jährige. Anschließend habe er auf Reisen, auf Flohmärkten und in Geschäften immer die Augen nach blauen Flaschen offengehalten und angefangen zu sammeln.

Geholfen habe ihm dabei auch der Umstand, dass es in Deutschland keine Container für blaues Altglas gebe. „Blaue Flaschen werden also immer neben die Behälter gestellt und ich kann sie mitnehmen“, berichtet Schulz. Da so eine Sammlung allerdings auch ihren Platz braucht, hat der eifrige Sammler für seine Flaschen ein eigenes kleines Reich eingerichtet. In einem separatem Raum sind die Sammelobjekte mit unterschiedlichsten Blautönungen in Regalen entlang zweier Wände aufgereiht und ausgestellt. Auch vor den Fenstern hat Fred Schulz Glasregale mit seinen Errungenschaften aufgebaut.

„Wenn die Sonne durch die Gläser scheint, sieht man erst die ganzen herrlichen Farbspektren“, schwärmt er.

Angesichts seiner Bemühungen, immer neue Formen von Flaschen zu finden, gelangte Schulz bald an die Grenzen der im Bundesgebiet erhältlichen blauen Flaschen. „Ich glaube, es gibt in Deutschland keine, die ich nicht in meiner Sammlung nachweisen könnte“, sagt Schulz. Deshalb verstecken sich zwischen den deutschen Flaschen auch besondere Stücken aus Dänemark, Schweden und Italien. Da seine Leidenschaft für das blaue Glas keine Ruhe geben wollte, weitete Fred Schulz seine Sammlung schließlich auch auf Gläser, Vasen, Krüge und Schalen aus.

Solches Geschirr aus blauem Glas wolle heute keiner mehr haben, erzählt Schulz. „Ich bin aber der Meinung, diese Stücke sind einfach schön und zu schade für die Tonne.“ Und auch seine Familie unterstützt die Leidenschaft des Sammlers. „Wir sammeln alle etwas. Ich bin damit groß geworden und finde es toll“, erklärt die 20-jährige Tochter Emily.

Seine Flaschen nutzt Fred Schulz jedoch nicht nur als Sammelobjekte. Nachdem er durch ein Burnout für lange Zeit krankgeschrieben wurde und sich rehabilitierte, suchte der ehemalige Hofmeister eines Recyclingbetriebes nach Wegen, sich selbst auszuleben. „Ich sehe irgendwo etwas und versuche, es nachzumachen“, sagt Schulz.

So kam der Sammler dazu, Flaschen durch das Einschmelzen in einem Brennofen zu kreativen Wand- und Fensterdekorationen zu verarbeiten.

 



Nele Reiber

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