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Rostock Rostocker Tamsen-Werft hat ehrgeizige Pläne
Mecklenburg Rostock Rostocker Tamsen-Werft hat ehrgeizige Pläne
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Die Werft Tamsen Maritim in Rostock-Gehlsdorf. Quelle: Dietmar Lilienthal
Gehlsdorf

Neue Halle, größere Schiffe, mehr Mitarbeiter: Die Tamsen-Werft schwimmt strikt auf Wachstumskurs. Ein erster Schritt ist der Bau einer neuen Werfthalle ab dem kommenden Frühjahr. Voraussichtlich ab Ende 2019 sollen in dem 70 Meter langen Gebäude mit 1700 Quadratmeter Nutzfläche Werkzeuge für Windenergieanlagen bearbeitet und für den Transport vorbereitet werden. Solche gigantischen Formen, in denen später Rotorblätter für Windräder laminiert werden, mit einer Fünf-Achsen-CNC-Fräsmaschine herzustellen, gehört zu den Stärken der Gehlsdorfer Werft. Der sogenannte Verbundwerkstoff-Bereich ist eines von insgesamt drei Geschäftsfeldern der Firma. „Unsere Dreifaltigkeit“, sagt Geschäftsführer Christian Schmoll.

Die Vergrößerung soll stufenweise erfolgen. In einem ersten Schritt soll die Fertigungskapazität „unter dem Hallendach“ um 15 Prozent steigen, die Mitarbeiterzahl von 90 auf 100. Für die kommenden Jahre geht Schmoll von bis 130 Beschäftigten aus. Die Werft soll dadurch wachsen, dass die Schiffe wachsen: Tamsen will seine Anlagen so aufrüsten, dass in Zukunft bis zu 80 Meter lange Schiffe repariert und umgebaut werden können. Bisher sind maximal 60 Meter Rumpflänge möglich. „Wir müssen sehen, wo unsere Nische ist“, sagt Schmoll. Vor allem im Bereich von 50 bis 80 Meter Länge gebe es viele Schiffe in der Region, die auch in Gehlsdorf auf die Werft gehen könnten. In dem Bereich darunter, den kürzeren Längen, nimmt die Konkurrenz zu. „Viele kleinere Betriebe drängen nach“, so der Tamsen-Chef.

Schwieriges Behörden-Geschäft

Der dritte Bereich ist der Neubau. Hier hat das Unternehmen in der Vergangenheit Yachten gebaut und vor allem Seenotrettungskreuzer für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Das Geschäft mit den Behörden- und Spezialschiffen ist kein einfaches, räumt Schmoll ein. Bei europaweiten Ausschreibungen werde das Unternehmen nicht selten von Wettbewerbern aus dem EU-Ausland unterboten, die mit Niedriglöhnen für ihre Mitarbeiter kalkulieren können. Auch die Qualität stimmt nicht immer: So wartet der deutsche Zoll bereits seit zwei Jahren auf neue Boote, die er bei einer Werft in Estland bestellt hat. Tamsen Maritim hatte sich ebenfalls beworben, rief aber einen höheren Preis auf und wurde nicht berücksichtigt.

„Hätten wir die Schiffe gebaut, wären sie längst fertig“, ist Schmoll überzeugt. Kein anderes Land halte sich so strikt an die Vorgaben zu EU-weiten Ausschreibungen wie Deutschland. So sei es durchaus normal, dass deutsche Behördenschiffe in den Niederlanden gebaut werden, der umgekehrte Fall komme aber so gut wie nie vor.

Erste Hürde für die Baugenehmigung

Bevor die Bauarbeiten für die neue Halle beginnen können, muss die Stadt noch die nötige Baugenehmigung erteilen. Möglicher Haken: Die Halle ist geringfügig höher angedacht, als es der Bebauungsplan vorsieht, zudem wird eine Baugrenze überschritten. Der Ortsbeirat Gehlsdorf sah darin kein Problem und stimmte den Erweiterungsplänen zu. Kommende Woche steht das Votum des Bauausschusses an. Laut Projektbeschreibung für die Bürgerschaft lässt sich die Werft die neue Halle 1,34 Millionen Euro kosten, zur Höhe der Gesamtinvestition sagt das Unternehmen nichts.

Das Schiffbau-Unternehmen ist vergleichsweise jung: 2009 übernahm Heiner Tamsen den Standort. Der Betrieb geht aus der 1850 gegründeten Neptun Werft hervor. Bis 1990 war es vor allem eine Reparaturwerft für Militärschiffe. In den 2000er Jahren übernahm der britische Rennboot-Hersteller Sunseeker den Betrieb, gab aber wieder auf. Die Reparatur von Militärschiffen gehört noch heute zu den wichtigen Standbeinen.

Gerald Kleine Wördemann

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