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Rostocker Zoo gehört zu den besten Europas

Barnstorfer Wald Rostocker Zoo gehört zu den besten Europas

Ein Tierpark-Tester aus London gibt dem Darwineum gute Noten. Das vor einem Jahr eröffnete Haus zog 200 000 zusätzliche Besucher an — etwas weniger als erwartet.

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Für die Fotografen fütterte Zoo-Tester Anthony Sheridan (l.) Faultier-Dame Sidney mit Gurke und Schikoree, Tierpflegerin Sandra Dietrich und Zoodirektor Udo Nagel assistierten.

Quelle: Ove Arscholl

Barnstorfer Wald. Der Rostocker Zoo rückt dank des vor einem Jahr eröffneten Darwineums in die europäische Spitzengruppe auf. Das sagt jedenfalls der anerkannte britische Zoo-Experte Anthony Sheridan (74), der gestern in der Hansestadt die neue Auflage seines Buches „Das A und O im Zoo“ vorstellte, eine Art internationaler „Tierpark-Tüv“. Ergebnis: Bundesweit hat Rostock nach Osnabrück den zweitbesten Zoo in der Gruppe mit 500 000 bis eine Million Besuchern im Jahr. Die Anlage im Barnstorfer Wald bekam 161 Punkte, das ist nur einer weniger als die Osnabrücker Einrichtung erhielt. Europaweit landet Rostock auf Rang 4.

„Das ist die beste Entwicklung in Europa“, sagte Sheridan. Beim letzten Test war Rostock noch die Nummer 15 des Kontinents unter den wissenschaftlich geführten Zoos mittlerer Größe. Der Experte aus London nahm insgesamt 92 Tierparks in 23 Ländern unter die Lupe. Bei durchschnittlich 4,5 Besuchen je Zoo bewertete er Kriterien wie Besucherfreundlichkeit, Tierschutz und Wirtschaftlichkeit. „Das ist die härteste Bewertung weltweit“, jubelte Zoodirektor Udo Nagel.

Den Unterschied macht das Darwineum. „Das ist ein Meilenstein“, lobte Sheridan. Die neuen Bedingungen für die Gibbon-Affen seien „fantastisch“, die Bäume für die Orang-Utans „sind die höchsten, die ich je gesehen habe“, urteilt der Zoo-Tester. „Der Einsatz aller Beteiligten hat sich gelohnt“, sagte der gerade aus dem Urlaub heimgekehrte Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). Man könne nun „mit gutem Gewissen“ Besucher aus aller Welt zu einem Bildungserlebnis in den Zoo einladen.

Ebenfalls gestern legte die Zooleitung die Bilanz des ersten Jahres nach Eröffnung des Neubaus vor. Insgesamt kamen in dieser Zeit 735 800 Besucher. Das waren 204 100 oder 39 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen liegen damit etwas unter dem ursprünglich erwarteten Besucher-Plus von 50 Prozent. Zugleich wurden 16 650 Dauerkarten verkauft, etwa ein Drittel mehr als im Vorjahr. Der Zoo hatte mit der Fertigstellung des 28 Millionen Euro teuren Darwineums die Eintrittspreise erhöht. Erwachsene zahlen seitdem 16 Euro statt 11,50 Euro. Dafür haben Kinder unter sieben Jahren freien Eintritt.

Insgesamt 48 Tierarten leben inzwischen in dem „lebenden Evolutionsmuseum“, von der Blattschneideameise bis zum Gorilla. 12 000 Schüler nutzten bislang die kostenlosen Bildungsangebote.

Als letzte Baumaßnahme wird kommende Woche eine Außenanlage für die Galapagos-Riesenschildkröten eingeweiht. Außerhalb des Darwineums leben Tiere unter weniger guten Bedingungen. Als nächstes, größeres Projekt kündigt der Zoochef Neuerungen bei den Eisbären an. Nagel: „Da müssen wir etwas machen.“ Kürzlich hatte die Tierschutzorganisation Peta mit Aufnahmen aus dem Rostocker Zoo gegen die Eisbärenhaltung in Tierparks protestiert.

„Das Darwineum war ein entscheidender Schritt“, sagte Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband. Alle Zoos stünden derzeit vor der Aufgabe, „sich neu zu erfinden“, um weiter attraktiv für Besucher zu bleiben.

Affenhaus feiert Geburtstag
Torte für die Orang-Utans: Eine Woche lang feiert der Rostocker Zoo den einjährigen Geburtstag des Darwineums. Jeder 1000. Besucher bekommt in dieser Zeit einen Präsentkorb und eine Familienjahreskarte. Auch die Bewohner des Menschenaffenhauses erhalten Geschenke: Am Sonntag gibt es Torte für die Orang-Utans, kündigt Zoodirektor Udo Nagel an. Publikumsliebling ist das im Juni geborene Orang-Utan-Baby Surya.

3 Stunden dauert eine Nachtführung durch das Darwineum, die der Zoo anbietet. Wenn alle Tages-Besucher gegangen sind, begleitet ein Tierpfleger die späten Gäste nach Einbruch der Dunkelheit durch „Rostocks Dschungel“ und berichtet über das Nachtleben in dem Tropenhaus. Noch näher kommt man den Primaten als „Tierpfleger für einen Tag“. Dieses vierstündige Angebot kostet 220 Euro.

 

Gerald Kleine Wördemann

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