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Rostocker greifen für Taxi-Fahrten tief in die Tasche

Stadtmitte Rostocker greifen für Taxi-Fahrten tief in die Tasche

Eine Erhebung weist die Hansestadt als eines der teuersten Pflaster aus. Das bekommt auch die Gastronomie-Branche zu spüren.

Stadtmitte. Rostock zählt zu den teuersten Taxistädten Deutschlands. Im Vergleich der 50 größten Metropolregionen landet die Hansestadt auf Rang 14. Eine Taxitour von sieben Kilometer an einem Werktag kostet hier 16,30 Euro. In vergleichbaren Städten mit etwa 200 000 Einwohnern wie Kiel und Osnabrück — den billigsten Taxi-Orten der Bundesrepublik — zahlen Kunden 13 Euro.

Im Vergleich der neuen Bundesländer liegt Rostock sogar an der Spitze.

„Die Preise legen nicht die Taxifirmen selbst fest, sondern die jeweiligen Kommunen“, sagt Thomas Grätz, Vorsitzender des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes, auf dessen Daten die aktuelle Erhebung basiert. Es würden bei der Bemessung „vor allem wirtschaftliche und soziale Verhältnisse der betreffenden Region“ berücksichtigt. Also: Höherer Lebensstandard, teurere Taxis. Daher verlangen Unternehmer im wohlhabenden Stuttgart (18,50 Euro) mehr als in anderen Städten. Im Vergleich der Lebenshaltungskosten liegt Rostock allerdings deutlich hinter Köln, Lübeck oder Hannover, wo Taxifahren günstiger ist. Für den Vorsitzenden der Rostocker Taxigenossenschaft, Frank Semler, ist das kein Widerspruch: „In Städten mit höherer Wirtschaftskraft fahren die Menschen häufiger mit dem Taxi. Dadurch sind die Wagen besser ausgelastet und die Fixkosten relativ niedrig.“

Seit Juli 2009 gelten in der Hansestadt die aktuellen Preise. Grundlage dafür sind laut Stadtamt Vorschläge der Taxiunternehmen und die Experteneinschätzung der Industrie- und Handelskammer sowie des Taxiverbandes. Derzeit setzt sich der Tarif aus einem Grundpreis von 2,40 Euro, Kilometerpauschalen zwischen 2,10 Euro und 1,30 Euro sowie Wartezeiten zusammen. Reservieren Kunden ein Großraumtaxi, kommen weitere fünf Euro hinzu. Eine Preiserhöhung stehe derzeit nicht im Raum, heißt es aus dem Stadtamt.

Doch auch die bisherigen Preise wirken offenbar abschreckend. Das spüren andere Branchen. „Unsere Kunden sind nicht glücklich mit den Taxipreisen“, formuliert Hannelore Dolinga vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga zurückhaltend. „Früher haben wir oft für Gäste ein Taxi gerufen, das ist seit der letzten Preiserhöhung um rund 30 Prozent zurückgegangen.“ Stattdessen fahren mehr Gäste mit dem eigenen Auto und trinken daher eher Wasser als Wein. In Dolingas Restaurant „Stilbruch“ kostet ein Glas Wasser 1,65 Euro, ein Glas Wein etwa 4,50 Euro. „Das spüren wir, denn wir machen mit den Getränken mehr Umsatz als mit dem Essen“, sagt Dolinga.

Insgesamt sei die Zahl der Fahrgäste aber nicht zurückgegangen, sagt Frank Semler — auch weil die Tarife seit vier Jahren konstant sind. „Aus wirtschaftlichen Gründen müssten wir eigentlich die Preise anpassen, denn unsere Kosten sind weiter gestiegen.“ Doch er hat Angst, so Kunden zu verprellen: „Die Wirtschaftskraft in Rostock reicht dafür einfach nicht aus.“

Björn Wisker und Axel Büssem

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