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Rostock Rostocker räumen bei „Jugend forscht“ ab
Mecklenburg Rostock Rostocker räumen bei „Jugend forscht“ ab
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00:24 15.03.2018
Lara Neubert (17, v. l.), Leni Termann (18) und Adrian Schorowsky (18) aus Rostock haben sich ein Verfahren überlegt, mit dem Verpackungsmüll auf der ISS zum Rohstoff für 3D-Drucker recycelt werden kann. Es ist eines der vier Gewinner-Projekte von „Jugend forscht“ MV. Quelle: Foto: Ove Arscholl
Südstadt

76 kluge Köpfe im Alter von neun bis 19 Jahren haben in den vergangen zwei Tagen ihre Forschungsprojekte bei „Jugend forscht“ in der Stadthalle Rostock vorgestellt. „Es ist immer wieder faszinierend, zu sehen, wo die Ideen herkommen und wie sie umgesetzt werden“, erzählt der Landeswettbewerbsleiter Heiko Gallert.

Der Landeswettbewerb findet bereits zum 28. Mal statt. „Das Niveau der insgesamt 40 Projekte ist ähnlich hoch wie auch im vergangenen Jahr“, erklärt Gallert. 33 Arbeiten – und damit der Hauptteil – stammen aus Rostock und dem Landkreis Rostock. Und auch bei den Gewinnern ist Rostock der große Abräumer. In vier Fachbereichen wurden Projekte ausgesucht, die Schüler aus Rostock entwickelt haben.

„Gewinnen können nur die Projekte, die die Jury für ausgereift hält und die auch bundesweit Erfolgspotenzial haben“, sagt Gallert. Nun können sich die zehn Nachwuchsforscher freuen, vom 24. bis 27.

Mai ihre Projekte im Bundeswettbewerb in Darmstadt zu präsentieren.

Auch Nina Brauer und Nils Hein vom Musikgymnasium Käthe-Kollwitz konnten hier mit ihrem Projekt in der Kategorie „Physik“ punkten. Von ihrer Schule stammen allein schon zwölf Projekte. Als sogenannte MINT-Profilschule werden hier auch die Unterrichtsfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik besonders gefördert. Seit eineinhalb Jahren bauen Nina und Nils bereits an ihrem Sagnac-Interferometer. Die Technologie existiert bereits. Sie wird in Navigationsgeräten verwendet, zum Beispiel für einen Unterwasser-Roboter oder im Weltall. Ziel ist es, den Effekt für wenig Geld nachzustellen. Dabei durften die Schüler sogar in einem Labor an der Uni Rostock an ihrem Interferometer arbeiten. „Fertig ist es noch nicht. Wir sehen die Strahlen, aber sie machen noch nicht das, was sie sollen“, sagt die Schülerin. Deswegen haben beide auch nicht mit einem Landessieg gerechnet. „Gewinnen möchte man wohl immer, aber es ist doch nur Grundlagenforschung und unser Projekt hat keinen wirtschaftlichen Erfolg“, sagt sie noch vor der Siegerehrung zweifelnd. Ihr Physiklehrer Klaus Viebranz ist jedenfalls ein Fan der ersten Stunde. „Es ist richtig genial! Ich bin sehr stolz darauf.“ Und tatsächlich hat es für die beiden geklappt.

Keinen Erfolg hatte hingegen die 17-jährige Laura Delph von der Ecolea-Schule in Güstrow. Doch ihr Projekt begeistert dennoch nicht nur den Landeswettbewerbsleiter. Wie so viele hat die Schülerin bemerkt, dass auch teure Messer, die als „rostfrei“ gekennzeichnet sind, im Geschirrspüler rosten. Aber sie hat sich gefragt, wie man das vermeiden kann. „Toll, dass sich die jungen Forscher solch einer Frage stellen“, sagt Heiko Gallert lobend. Er wundert sich eher, dass man sich solch eine Frage nicht schon selbst gestellt hat. Laura Delph hat jedenfalls die Antwort gefunden: „Es liegt am Salz.“ Ihre Lösung sind einfache Chlorid-Filter, die dieses Problem in Zukunft verhindern.

Landessieger „Jugend forscht“ 2018 MV

Fachgebiet Chemie „Vergleich verschiedener Extraktionsmethoden durch Methacrylate“ (Maximilian Rohde und Jone Bartel vom Innerstädtischen Gymnasium Rostock)

Geo- und Raumwissenschaften

„Re-use in Space!“ (Adrian Schorowsky vom Erasmus-Gymnasium sowie Leni Termann und Lara Neubert vom Gymnasium Reutershagen)

Physik

„Das Sagnac-Interferometer – Eine Untersuchung des Foucault' schen Pendels der Optik“ (Nina Brauer und Nils Hein, Musikgymnasium Käthe Kollwitz) Technik

„Entwicklung einer Methode zur optimalen Ausrichtung eines Windrades“ (Tizian Holzhausen, Lennart Köhnke und Niklas Dehne vom CJD Rostock)

Johanna Hegermann

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