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Rostocker tüfteln am Knie aus Keramik

Hansaviertel Rostocker tüfteln am Knie aus Keramik

Wissenschaftler der Unimedizin suchen Alternativen zur Metall-Knieprothese

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Dr. Daniel Klüß und Catherine Ruther forschen zu Gelenken. Jetzt hat Klüß mit seinem Team einen renommierten Wirtschaftspreis gewonnen.

Hansaviertel. Wissenschaftler der Universitätsmedizin haben den Wissenschaftspreis der AFOR (Association for Orthopaedic Research) erhalten. Daniel Klüß, stellvertretender Laborleiter, sucht mit seinem Team nach Alternativen zur Metall-Knieprothese. Er hat den Preis gerade in der Schweiz entgegengenommen. Die Stiftung mit Sitz im Nachbarland fördert die Zusammenarbeit zwischen Medizin und Industrie in Forschung und Entwicklung und unterstützt die Aus- und Weiterbildung von Orthopäden und Unfallchirurgen.

Das 29-köpfige Team bastelt im Erdgeschoss der Orthopädischen Klinik der Universitätsmedizin Rostock am künstlichen Kniegelenk der Zukunft: einem aus Keramik. „Bisher sind sie üblicherweise aus Metall. Doch das birgt die Gefahr von Allergien. Die Metalllegierung enthält zum Beispiel auch immer Nickel“, sagt der 36-Jährige. „Und eine Prothese sitzt fest im Körper, die kann man im Problemfall nicht einfach abnehmen wie Schmuck.“ Die Lösung für Allergiepatienten ist Keramik. Sie ist für den Körper unsichtbar. „Er wehrt sich nicht dagegen“, erzählt Daniel Klüß. Einziger Nachteil: Das Material kann brechen. „Wir brauchen aber ein sicheres Produkt.“ Über Lösungen für dieses Problem brüten die Rostocker Forscher seit mehreren Jahren. Bei Operationen muss die Keramik allerhand aushalten: Der Knochen, auf den das künstliche Gelenk aufgesetzt werden soll, muss vorher zurechtgesägt werden; dann klopft der Operateur mit einem Hammer so lange auf die Endoprothese, bis sie sitzt. „Das ist richtiges Handwerk, was da passiert“, sagt der Forscher. Wie kann man die Chance erhöhen, dass das Material dabei keinen Bruch erleidet? Dazu hat der Rostocker detaillierte Berechnungen angestellt. Für das Ergebnis wurde das Team ausgezeichnet. Es stellte sich nämlich heraus, dass Schäden vermieden werden können, indem der Sägeschnitt wesentlich exakter geführt wird als bislang in der Praxis üblich. „Weicht man auch nur um drei Grad von der vorgegebenen Richtung ab und setzt das Implantat ein, dann sind die Spannungen so hoch, dass es kaputtgehen kann“, sagt Daniel Klüß.

Die Prothesen-Hersteller haben bereits auf diese Erkenntnis reagiert: Nun wird auf ihre Vorgabe hin insgesamt ein Millimeter mehr vom Knochen abgenommen, um kritische Spannung abzustellen. Und: Der Hammer ist außer Dienst gestellt. „Jetzt werden die Implantate von Hand aufgeschoben“, berichtet Klüß.

 



OZ

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