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Rostocker verlassen die Schule immer häufiger ohne Abschluss

Stadtmitte Rostocker verlassen die Schule immer häufiger ohne Abschluss

Forscher und Elternvertreter sind ratlos. Ein großes Problem ist das Schuleschwänzen.

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Getrennter Schulweg: Immer mehr junge Rostocker verfehlen die Berufsreife. Im vergangenen Jahr betraf das bereits 13 Prozent der Jungen und Mädchen, die von der Schule abgingen.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. In kaum einer anderen deutschen Großstadt bleiben so viele Schüler ohne Abschluss wie in Rostock. Im Städteranking des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln belegt die Hansestadt den 68. von 71 Plätzen. Demnach verfehlten 2011 zwölf Prozent der Rostocker Schulabgänger die Berufsreife. Tendenz steigend. Im vergangenen Jahr betrug die Quote bereits 13 Prozent; 162 Schüler verpassten einen anerkannten Abschluss. „Das ist ärgerlich und betrüblich“, sagt Max Raudszus vom Stadtelternrat. Zum Vergleich: Leverkusen erreicht einen Spitzenwert von 2,4 Prozent.

Doch wo liegen die Ursachen? „Die Forscher sind sich nicht einig. Ein Grund könnten aber unterschiedliche Anforderungen an einen Abschluss je nach Bundesland sein“, sagt Studienleiter Michael Bahrke.

Doch selbst im MV-internen Vergleich schneidet Rostock schlecht ab. Im Land sank der Anteil von Schulabgängern ohne Berufsreife zuletzt auf 10,3 Prozent.

Stadtelternvertreter Raudszus ist ratlos. „Die Ursachen dafür sind zu komplex, als dass man sie wie aus der Pistole geschossen aufzählen könnte.“ Dass Rostock bundesweit hinten liegt, erklärt er sich unter anderem mit dem deutlich höheren Anteil an Förderschülern. Ihre Abschlüsse werden nicht anerkannt. Doch selbst ohne diese Besonderheit würde Rostock miserabel dastehen. Das Bildungsministerium sieht einen Grund dafür im Zuzug Jugendlicher ohne deutsche Sprachkenntnisse. Das bezweifelt Raudszus allerdings. „Eher das Gegenteil ist der Fall“, betont er. „Aus einer aktuellen Erhebung zum Integrationskonzept der Stadt wissen wir, dass Migranten überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.“

In einem Punkt sind sich Elternrat und Ministerium jedoch einig: Rostock hat ein Schulschwänzer- Problem. „Schüler fehlen stunden- und tageweise oder sogar über Wochen unentschuldigt im Unterricht“, heißt es aus dem Bildungsministerium. „Durch die Versäumnisse entstehen immer größere Lücken , die einen erfolgreichen Abschluss gefährden.“ Schulen und Ämter seien alarmiert. „Bereits bei ersten Fehlstunden werden die Eltern informiert, um dem Schuleschwänzen frühestmöglich Einhalt zu gebieten“, betont Ministeriumssprecherin Katrin Schwarz.

Pikant: 2011 beschloss die Bürgerschaft ein kommunales Bildungsprojekt, auch um die Schulprobleme in den Griff zu bekommen. Doch erst mit 18-monatiger Verspätung wurde eine von zwei Stellen besetzt.

Für SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider ist die Situation „absolut unbefriedigend“. Die Sozialdemokraten drängen darauf, einen zweiten Experten einzustellen, um Angebote zwischen Stadt und Land besser zu koordinieren.

1241 Schulabgänger
13 Prozent der Schulabgänger in Rostock verfehlen die Berufsreife. Schlechtere Werte weisen im bundesweiten Vergleich nur Magdeburg (13,4), Halle (13,9) und Leizpzig (14,3) auf. Der Durchschnitt liegt bei 6,3 Prozent, wie aus dem Städteranking 2013 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hervorgeht.
1241 Rostocker gingen im Jahr 2013 von der Schule ab. 162 von ihnen erreichten keinen anerkannten Abschluss. Zwei Jahre zuvor betraf das 139 Hansestädter.

 



André Wornowski

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