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Rostock Rostocks Kleingärten werden „jünger“
Mecklenburg Rostock Rostocks Kleingärten werden „jünger“
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00:00 06.06.2017
Vereinschef Bernd Weichmann (Mitte) eröffnete den Spielpkatz zusammen mit den Kindern. Noch sucht die Anlage Sponsoren. Quelle: Foto: Andreas Meyer
Südstadt

Kleingärten sind nur etwas für die ältere Generation? Falsch. Der Verein „Weiße Rose“ in der Südstadt beweist das Gegenteil: „Wir haben 70 Mitglieder – und 20 Kinder bei uns“, sagt Vereinschef Bernd Weichmann. Damit sich die Kleingärtner von morgen in der Anlage auch richtig wohlfühlen, geht die „Weiße Rose“ neue Wege: Für die Kinder haben die Mitglieder einen Spielplatz errichtet – und einen Erlebnisgarten, den auch die benachbarte Kita nutzt. Der Verein soll nun Vorbild für andere sein, fordert der Dachverband der Kleingärtner in der Hansestadt.

Vorbildcharakter: Um für Familien attraktiv zu sein, hat die „Weiße Rose“ einen Spielplatz gebaut

Gärtnern in Rostock

15000 Parzellen gibt es nach Angaben des Verbandes der Gartenfreunde in Rostock.

153 Vereine sind in dem Dachverband organisiert – mit rund 30000 Kleingärtnern. Jeder zweite Kleingärtner im Nordosten gärtnert in Rostock.

„Es zieht immer mehr junge Familien in die Kleingärten“, sagt „Weiße Rose“-Vorsitzender Weichmann. Der Garten werde für die neue Generation zum „Rückzugsort“ mitten in der Großstadt. „Und die Kinder können im Grünen aufwachsen.“ Er selbst gehört zu den „Jungen“ und hat eine drei Jahre alte Tochter, die jedes Wochenende mit in die Laube kommt. Weil das Gärtnern allein für die Kleinen aber auf Dauer doch mal langweilig werde, hat der Verein 20 000 Euro in die Hand genommen – und einen Spielplatz mit Rutsche, Klettergerüst, Hangel-Parcours und Balancierbalken gebaut. „Das Land, die OstseeSparkasse, die Aktion ,Ein Herz für Kinder‘ und auch Eurawasser haben uns geholfen“, erklärt der Vereinschef. Der Wasserversorger übernahm beispielsweise sämtliche Erdarbeiten, ohne eine Rechnung zu stellen. Der Club hat sich dennoch für das Vorhaben verschuldet: „Wir haben das Geld noch nicht ganz zusammen, es fehlen noch ein paar Tausend Euro. Wir hoffen auf weitere Sponsoren, denn das Projekt ist es wert“, sagt Weichmann. „Den Spielplatz sollen schließlich auch die Kinder aus benachbarten Anlagen, aus den Kitas der Umgebung und dem gesamten Stadtteil nutzen.“

Projekt Nummer zwei ist ein Erlebnisgarten: „Den betreiben alle Mitglieder zusammen“, so Weichmann. Mit der Kita „Rappelkiste“ gibt es bereits eine Kooperation: Drei Gruppen schauen mehrmals die Woche im Garten vorbei. Die Kinder helfen bei der Pflege und beim Pflanzen, lernen Gemüse, Blumen und Tiere kennen. „Und sobald die Früchte reif sind, sollen sie für ihr Mittagessen auch Erdbeeren, Tomaten, Erbsen ernten.“ Eltern helfen mit und Senioren, die keinen eigenen Garten mehr bewirtschaften wollen. „So haben alle Generationen etwas davon“, sagt Weichmann. In einem nächsten Schritt plant er noch eine weitere Kooperation – mit Studenten des nahen Südstadt-Campus der Rostocker Uni. „Die Studenten von heute können die Kleingärtner von morgen sein“, so Weichmann mit einem Lächeln.

Lob kommt vom Verband der Gartenfreunde, der Dachorganisation: „Was die ,Weiße Rose‘ macht, sollte Vorbildcharakter haben. Die Kleingärten werden jünger und öffnen sich für die Stadtgesellschaft“, so Verbandschef Christian Seifert. Seit Jahren befinden sich die Kleingärten in der Stadt im Aufwind: „Leerstand haben wir fast gar nicht mehr“, erklärt Seifert. Und auch er bestätigt den Trend: „Ja, die Gärten werden immer jünger. In manchen unserer mehr als 150 Vereine gibt es bereits Wartelisten für neue Mitglieder.“ Hauptproblem für den Verbandschef ist derzeit eher die Entwicklung der Hansestadt: Das Rathaus will Hunderte Gärten in Bauland umwandeln. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, aber gleichzeitig muss die Stadt auch erkennen, wie wichtig Kleingärten für die wachsende Stadt sind.“

Andreas Meyer

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