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Rostock Rostocks dreistestes Räuberduo muss für Jahre hinter Gitter
Mecklenburg Rostock Rostocks dreistestes Räuberduo muss für Jahre hinter Gitter
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00:00 20.03.2013
Peter K. (22) stand bei den Raub- z�gen Schmiere. Quelle: Karsten Wilke
Stadtmitte

Sie sind Rostocks dreistestes Gangsterduo. Eine Strafe allein schien ihnen offenbar nicht genug. Noch während sie in einem Raubprozess angeklagt sind, gingen Bettina M.

(23) und Peter K. (22) wieder auf Beutezug und ließen sich prompt beim Ladendiebstahl erwischen. Doch von Reue keine Spur: Kurz nach dem Urteil schlugen sie erneut zu. Gestern wurde Peter K.

verurteilt.

Die mahnenden Worte des Richters bei der Urteilsverkündung für den Überfall auf eine Bäckereifiliale in Lütten Klein haben bei Bettina M. und Peter K. keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nur zehn Tage später überfielen sie eine 60-Jährige in der S-Bahn von Warnemünde nach Rostock. Gestern wurde Peter K. zu vier Jahren Haft und der Unterbringung in einer Entzugsklinik verurteilt. Seine Komplizin sitzt bereits im Knast.

So viel Dreistigkeit kam selbst für die Verteidigerin von Peter K. überraschend. Nachdem dieser am 29. September 2011zu zwei Jahren Haft verurteilt worden war, hatte sie noch Revision gegen das Urteil eingereicht. „Wir empfanden das Urteil damals zu hart, weil wir eine Bewährungsstrafe erreichen wollten. Da wusste ich aber noch nicht, dass er bereits die nächste Tat begangen hat“, sagte sie.

Gestern gab es dann erneut ein Urteil. Für den Überfall auf die Bäckerei und den S-Bahn-Raub erhielt Peter K. vier Jahre Gefängnis. Diesmal ist die Bewährung ausgeschlossen.

„Ihre Tat zeugt davon, dass Sie das Urteil davor gar nicht beeindruckt hat“, sagte der Vorsitzende Richter gestern.

Ein wenig Glück hatte Peter K. gestern jedoch. Zwischen den beiden Überfällen war er 21 Jahre alt geworden, dennoch verurteilte ihn das Gericht wegen seiner verzögerten Reife nach Jugendstrafrecht.

Bettina M. hatte in der Bäckereifiliale die Kassiererin mit einer Schreckschusswaffe bedroht und beim Raub in der Bahn dem Opfer ein Messer an den Hals gehalten, während K. jeweils den Überfall absicherte. Die Komplizin hat ihre Haftstrafe, drei Jahre und sechs Monate für den ersten und fünf Jahre und sechs Monate für den zweiten Überfall, bereits angetreten. Sie war im Januar 2012 verurteilt worden.

Das Verfahren gegen Peter K. hatte wegen der Revision erst vergangene Woche begonnen. „Sie begehen die Straftaten zu ihrer unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung“, hielt der Richter dem Alkoholabhängigen gestern vor. Dies hatte auch der psychologische Gutachter zuvor angemerkt. „Wenn sie wieder Straftaten begehen, wird es härtere Strafen geben. Sie gelten jetzt als Erwachsener“, warnte er Peter K. Noch einen Rat gab er Peter K. mit. „Ich hoffe, dass Sie während der Überbrückung bis zu Ihrem Haftantritt Ihren Drogen- und Alkoholkonsum reduzieren“, mahnte er.

Ohne Suchttherapie sind erneut solche Taten zu erwarten.“Reinhard Dobrenz, Gutachter

Karsten Wilke

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