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Rostock Rostocks neue Bastion ist fertig
Mecklenburg Rostock Rostocks neue Bastion ist fertig
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00:22 17.05.2018
Bei einem Rundgang präsentierten Grünamt und RGS die neue Heubastion am Klosterhof. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
Stadtmitte

Es waren emotionale Diskussionen: „Die einen hatten Angst, dass es auf der Heubastion einen Kahlschlag wie am KTC oder Am Kanonsberg gibt“, erinnert sich Andreas Herzog (SPD), Vorsitzender des Ortsbeirates Stadtmitte. „Die anderen wollten hier einen Stadturwald haben und alles einfach wachsen lassen.“ Am Ende sei die Sanierung der Heubastion für 1,9 Millionen Euro nun ein Kompromis gewesen. „Es ist sehr gut gelungen“, sagt Herzog. Alles wirke sehr aufgeräumt. Und in zwei, drei Jahren werden auch die Anpflanzungen auf der Böschung wieder blühen, so der Ortsbeiratschef.

Ein Teil der Wallanlagen ist für 1,9 Millionen Euro saniert worden. Doch wie bekommt die Stadt das Drogenproblem dort in den Griff?

Lose Pflastersteine, baufällige Treppen, kranke Bäume und vor allem die unschöne Fernwärmeleitung prägten vor einem Jahr noch das Bild. „Wenn man auf dem Unterwall langgegangen ist, sah es immer hässlich aus“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). Bei einem Rundgang mit Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) und Bausenator Holger Matthäus (Grüne) machte er sich nun ein Bild vom neuen Zustand der Heubastion.

Mit alten Bildern verdeutlichte die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) den Unterschied zwischen vorher und nachher. Die marode Blendmauer ist weg und die ursprüngliche Böschungsform wiederhergestellt. Das Fledermausquartier unter dem Plateau wurde durch ein größeres und naturschutzfachlich geplantes Quartier ersetzt. Auch wurde die desolate Treppenanlage zwischen Ober- und Unterwall abgerissen – dafür entstand eine neue, an die Böschung angepasste Anlage. Die vorher oberirdische Fernwärmeleitung verläuft jetzt unterirdisch. Und die Böschungen unter den Bäumen sind mit mehr als 10000 Kräutern und Sträuchern bepflanzt worden. Bänke und ein zentrales Schmuckbeet laden zudem zum Verweilen ein.

Die Hälfte der Sanierungskosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro stammen aus Städtebaufördermitteln von Bund und Land. Den Rest muss die Hansestadt selbst tragen. Die Finanzierung sei daher keine einfache Entscheidung gewesen, erinnert sich RGS-Chefin Sigrid Hecht. „Aber es geht hier auch um ein Stück Geschichte von Rostock“, betont sie.

Noch teurer wird die noch ausstehende Sanierung der Dreiwallbastion. Laut Finanzsenator Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) sind hier rund vier Millionen Euro veranschlagt. Auch hier soll die Hälfte des Geldes aus der Städtebauförderung fließen. Dennoch sei die Belastung für die Stadt sehr hoch, so der Senator. „Das ist eine Menge Geld dafür, wenn auf der anderen Seite auch Gehwege und Straßen in Rostock dringend saniert werden müssten“, sagt Müller-von Wrycz Rekowski. „Wir müssen uns daher in die Augen schauen und besprechen, was wir hier genau wollen.“

Ein Problem: Zuletzt soll sich die dichtbewachsene Dreiwallbastion zum Anlaufpunkt für Drogenhändler und kriminelle Jugendgruppen entwickelt haben. Die Folgen sind bis zum KTC zu spüren. Ein Treffpunkt soll unter anderem die sogenannte Jugendhütte sein, die außerhalb der Wallanlagen schlecht einsehbar ist. „Wir brauchen solche Jugendhütten. Aber wir müssen uns fragen, ob das der geeignete Ort ist“, sagt Müller-von Wrycz Rekowski. Das Problem der wachsenden Jugend- und Drogenkriminalität in der Innenstadt ist auch Thema im Ortsbeirat und auf der gestrigen Bürgerschaftssitzung gewesen. Die Polizei will hier nun verstärkt Zivilbeamte einsetzen.

Früher Verteidigungsanlage, heute Erholungsoase

Die westlichen Wallanlagen zwischen Schwaanscher Straße und Kröpeliner Tor sind als Baudenkmal und Denkmal der

Garten- und Landschaftsgestaltung geschützte Grünbereiche. „Ursprünglich als Verteidigungsanlagen erbaut, sind es heute wichtige innerstädtische Aufenthaltsorte und bedeutende Zeugnisse

der Zeitgeschichte“, teilt die Stadtverwaltung mit. Allerdings würden sie

als solche teilweise nicht wahrgenommen. Dem

sollen die Sanierungen

nun entgegenwirken.

André Wornowski

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