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Rostock Rostocks neuer Betten-Boom
Mecklenburg Rostock Rostocks neuer Betten-Boom
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00:14 04.05.2018
So soll das neue „B&B“- Hotel auf der Holzhalbinsel laut Ansicht aus dem Bauantrag aussehen. ENTWURF: SCHULZE & PARTNER ARCHITEKTUR, HANNOVER
Stadthafen

Die Hansestadt steht nicht nur bei Unternehmen hoch im Kurs, sondern auch bei mehr und mehr Urlaubern: In diesem Jahr will Rostock erstmals die Zwei-Millionen-Marke bei den Übernachtungen knacken, sagt Matthias Fromm, der Tourismusdirektor der Hansestadt. Und der Boom könnte sogar noch anhalten: Denn an gleich drei Standorten in der Rostocker Innenstadt sind neue Hotels geplant. Auf der Holzhalbinsel wird es bereits konkret: Dort will die Unternehmensgruppe Baum aus Hannover eine neue Herberge mit 140 Zimmern bauen.

140

Betten

soll das neue Hotel auf der Holzhalbinsel

bieten. Insgesamt

gibt es in Rostock

bereits mehr als

15300 Betten

für Urlauber.

Spatenstich soll noch 2018 sein. Der Landestourismusverband begrüßte die Pläne, die Dehoga- Regionalgruppe jedoch warnt bereits vor einem „Verdrängungswettbewerb“.

15300 Betten gibt es bereits in Rostock

Bereits seit Jahren legt Rostock in Sachen „Kapazitäten“ für Urlauber kräftig zu: Im Jahr 2008 gab es in der Stadt und in Warnemünde gerade mal 10000 Betten für Gäste, 2016 waren es dann bereits 14500. „Und Ende 2017 lag die Zahl bereits bei 15300“, so Tobias Woitendorf, Vize-Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV (TMV). Auch der Verband stelle sich die Frage, wann eine Grenze erreicht sein könnte und wann es zu viele Betten gibt in der Hansestadt. Noch aber habe die Stadt Potenzial: „Gerade wenn jetzt der Stadthafen entwickelt und Rostock dadurch noch attraktiver für Besucher wird, ist es logisch, auch über weitere Hotels nachzudenken.“ Der TMV rät aber, Angebote für neue Zielgruppen zu machen: „Mit dem Flughafen und dem Kreuzfahrthafen kann Rostock das Zugpferd Nummer eins für internationale Gäste in unserem Land werden.“

Auch die Pläne der Messe- und Stadthallengesellschaft „inRostock“, mehr Kongresse und Tagungen an die Warnow zu holen, seien genau richtig: „Dann müssen aber auch Hotels für Tagungsgäste zur Verfügung stehen.“ Chancen sieht Woitendorf vor allem im „Städte- und Wochenend-Tourismus“: „Und dafür braucht die Hansestadt Angebote für jüngere Gäste, im mittleren und niedrigen Preissegment.“Auf der Holzhalbinsel soll genau das entstehen.

Hannoveraner bauen

für französische Kette

Mehr als sieben Millionen Euro will der Multi-Millionär Georg Baum aus Hannover nach Informationen der OZ am Gaffelschonerweg investieren. Der 51-Jährige zählt zu den reichsten Deutschen, ist Mitgesellschafter des Bundesligisten Hannover 96 und zudem als Pferde-Liebhaber Präsident des Hannoverschen Rennvereins. Baums Unternehmensgruppe entwickelt in ganz Deutschland Wohn-, Geschäfts- und Hotel-Immobilien. Zum Portfolio gehören unter anderem die „Courtyard by Marriott“-Hotels in Hannover, Bremen und Wolfsburg. Zudem ist Baum der deutsche General-Franchise-Nehmer für die US-FastFood-Kette Burger King. Auf der Holzhalbinsel baut die Gruppe nun aber für eine französische Gruppe – für „B&B“-Hotels. 390 Hotels in acht Ländern gehören zu der Kette. „B&B“ bietet Unterkünfte im niedrigen Preis-Segment, verzichtet dafür auf Service im Hotel. Zuletzt hatte „B&B“ unter anderem in Kiel ein neues Haus eröffnet. In Rostock sollen ab Mitte 2019 die ersten Urlauber auf der Holzhalbinsel übernachten.

Weitere Neubauten

am Wasser?

Der Bau von „B&B“ könnte aber nur die erste einer ganzen Reihe von Hotel-Neueröffnungen in der Stadt sein: Am Werftdreieck – zwischen dem „Haus des Tourismus“ und der Konrad-Zuse-Straße – hat die Stadt bereits seit Jahren eine Fläche für einen Beherbergungsbetrieb reserviert. Und erst vor wenigen Tagen hatte Matthias Horn, Koordinator für Stadtentwicklung im Rathaus, verkündet, dass sich die Stadt auch direkt am Stadthafen – in der Nähe des geplanten Archäologischen Landesmuseums und der möglichen Hauptfläche der Bundesgartenschau 2025 – ein Hotel wünsche. „Vor einigen Jahren war mal die ,Sheraton’-Gruppe im Gespräch für ein neues Hotel in der Stadt. Wir wissen aber auch, dass es bei einigen heimischen Hoteliers großes Interesse gibt, direkt an das Wasser zu gehen“, sagt TMV-Vize Woitendorf.

Dehoga warnt vor

zu viel Wettbewerb

Einzig die Regionalgruppe Rostock des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) ist bei der Hotel-Planung skeptisch: „In meiner Brust schlagen bei diesem Thema zwei Herzen“, sagt Regionalchef Kai Dau, Direktor des Best-Western-Hanse-Hotels in Warnemünde. „Die neuen Kapazitäten dürfen nicht zu einem Preiskampf oder einem Verdrängungswettbewerb mit den bestehenden Hotels führen“, sagt er. Aber: Wenn die neuen Anbieter auch neue Konzepte mitbringen, könnten sie für die Stadt eine Bereicherung sein: „Wenn sie, wie das A-ja-Ressort oder das Dock-Inn, eine neue Klientel ansprechen, ist das gut für uns alle in Rostock.“ Dau sieht das größte Potenzial für die Stadt im KongressTourismus: „Da haben wir noch Luft nach oben.“

Andreas Meyer

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