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Rostock Ruder-Weltmeister ist zurück in Rostock
Mecklenburg Rostock Ruder-Weltmeister ist zurück in Rostock
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00:05 28.10.2017
Der frühere DDR-Olympionike und Aida-Cruises Kommunikationschef Hansjörg Kunze (r.) beglückwünscht Ruderer Hannes Ocik zu seinem Erfolg. Quelle: Foto: Philip Smirnow
Stadtmitte

Der Rostocker Ruder- Weltmeister Hannes Ocik ist zurück in der Hansestadt. Der 26-Jährige gewann als Schlagmann im Deutschlandachter die diesjährige Ruderweltmeisterschaft im amerikanischen Sarasota. Der Sieg erfüllt Ocik mit Zufriedenheit und Stolz, wie er sagt: „Wir haben jahrelang darauf hingearbeitet und endlich den Titel gewonnen. Nachdem wir in den vergangenen beiden Jahren jeweils Zweiter geworden sind, konnten wir dieses Jahr unseren Spitznamen ,Silberpfeil' endlich ablegen.“ Auf den Gewinn der Goldmedaille will sich der Leistungssportler allerdings nicht ausruhen. Der Erfolg sporne ihn zu neuen, größeren Leitungen an, sagt er.

Ocik seit Jahren erfolgreich

Seit 2013 hat der Deutschland-Achter jedes Jahr die Ruder-Europameisterschaften gewonnen. Bei den Weltmeisterschaften reichte es zuletzt hingegen „nur“ zu zwei Silbermedaillen, ehe es in diesem Jahr mit Gold klappte. Bei den U23-Weltmeisterschaften hatte Ocik bereits je einmal Gold, Silber und Bronze geholt.

Nicht nur Ocik ist begeistert: Auch DDR-Olympionike und Aida-Cruises-Kommunikationschef Hansjörn Kunze freut sich. Hannes Ocik ist der einzige Spitzensportler, der von Aida in Mecklenburg Vorpommern unterstützt wird. Nach der Meisterschaft war Ocik auf der „Aidaluna" in der Karibik unterwegs. Sein persönlicher Höhepunkt seien die Bahamas mit ihren weißen Stränden und dem klaren Wasser gewesen, verrät er. Nach dem nervenaufreibenden Wettkampf sei diese Art der Entspannung genau das Richtige gewesen. Zurück in Deutschland freut sich der 26-Jährige erstmal auf seine Familie und Freunde, die durch den Sport etwas kurz kommen. „Für meine Freundin ist es manchmal nicht leicht. Sie ist voll berufstätig, und da ist es schwer für sie, dass ich nicht so oft dasein kann“, sagt Ocik. Da sie selber Sportlerin gewesen sei, habe sie abber ein gewisses Verständnis dafür. „Dennoch schiebt sich ab und zu die emotionale Ebene über die Verständnisebene“, so der Schlagmann. Auch auf seine Großeltern freut er sich sehr, da er diese das letzte Mal um die Weihnachtszeit 2016 gesehen hat.

Nicht ganz einen Monat nach der Meisterschaft stehen in Kürze schon die nächsten Termine an. In drei Wochen findet die erste Regatta in Basel statt, und die ersten Kadertests sind auch schon für Anfang Dezember geplant. Die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft beschreibt Ocik als familiär. „Man verbringt mit seinem Team mehr Zeit als mit seiner Freundin. Da kann es mal passieren, dass es sich manchmal ein bisschen reibt, aber die Gesamtstimmung war sehr harmonisch.“ Das gute Verhältnis zwischen den Sportlern war dieses Jahr der Schlüssel zum Erfolg, so der 26-Jährige.

Ocik hat schon früh mit dem Leistungssport angefangen. Bevor er vor zwölf Jahren seine Karriere bei der Rudergesellschaft Schwerin begann, war er in einem Triathlonverein. Trainiert wurde er in jungen Jahren unter anderem vom ehemaligen Ruderweltmeister Joachim Dreifke, der in den 1970er und 1980er Jahren für die DDR an den Olympischen Spielen und anderen Wettkämpfen teilgenommen hat.

Der Sport ist für Ocik „Lebensinhalt Nummer Eins“, wie er sagt. Dabei haben ihn seine Eltern von Anfang an unterstützt. Da beide auch Leistungssportler waren, hätten sie viel Verständnis für die Karriere ihres Sohnes. „Meine Eltern haben mir oft gute Antworten auf Fragen gegeben, die sich in all den Jahren bei mir ergeben haben“, sagt der gebürtige Rostocker.

Der Ruderweltmeister hat dieses Jahr erfolgreich seine Ausbildung zum Polizeimeister bei der Landespolizei MV abgeschlossen. Für das harte Training wird er regelmäßig freigestellt. „Die Vorbereitungszeit für die Weltmeisterschaft beginnt bereits elf Monate vorher, sodass wir ab November wieder trainieren.“ Neben den jährlichen Ruderweltmeisterschaften freut sich der Spitzensportler bereits auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio (Japan). Zu seinen Sponsoren sagt Ocik: „Es geht mir nicht nur um das Finanzielle. Auch wenn Geld eine Rolle spielt, ist die moralische Unterstützung das Wichtigste für mich.“ Als Geschenk für den Sieg in Florida erhielt er einen Jahresgutschein für Aida-Kreuzfahrten.

Philip Smirnow

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