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Rostock Russischer Energieriese plant Gas-Terminal in Rostock
Mecklenburg Rostock Russischer Energieriese plant Gas-Terminal in Rostock
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21:02 28.08.2018
Das Flüssiggas soll mit Frachtern - hier die „Arctic Voyager“ im Hafen von Rotterdam - nach Rostock gebracht werden. Vom Seehafen aus wird mit Lastwagen weitertransportiert (Symbolbild). Quelle: Lex Van Lieshout / Dpa
Rostock

MV wird für Russlands Energiebranche mehr und mehr zum Tor nach Europa: Nach dem Bau der Erdgas-Pipelines Nordstream 1 und 2 durch die Ostsee bis nach Lubmin soll nun Rostock Importhafen für russischen Flüssiggas werden: Der Energieriese Novatek PAO plant gemeinsam mit dem belgischen Unternehmen Fluxys den Bau eines LNG-Terminals im Seehafen. „Wir wollen von Rostock aus sauberen Kraftstoff für Schiffe, Lastwagen und Industrie- Betriebe in ganz Deutschland, in Polen und der Schweiz liefern“, sagt Winfried Krüger-Sprengel, Entwicklungsleiter bei Novatek.

Nachfrage nach LNG steigt - auch bei Aida

Die Nachfrage nach dem Flüssiggas steige derzeit rasant, so KrügerSprengel: „LNG setzt bei der Verbrennung weniger CO2 frei als Diesel- oder Benzin-Kraftstoffe. Es gibt keine Feinstaub-Partikel, deutlich weniger Emissionen.“ Vor allem in der Transport-Branche gilt das Gas als Treibstoff der Zukunft – für Speditionen und ihre Lastwagen, aber auch für Reedereien. Am Freitag tauft beispielsweise die Rostocker Reederei Aida in Papenburg die „Aidanova“ – das erste Kreuzfahrtschiff, das komplett mit LNG betrieben werden kann. Novatek will diese Nachfrage von Rostock aus bedienen. Mehr als 700.000 Kubikmeter LNG sollen ab 2022 über den Seehafen ausgeliefert werden.

Das Gas stammt aus Quellen in Sibirien, gelangt über Pipelines bis an die Ostsee. In der Nähe der Hafenstadt Wyborg wird es verflüssigt und soll dann mit Schiffen nach Rostock transportiert werden. „Wir rechnen mit ein bis zwei Schiffen pro Monat“, sagt Danie Weber, Projektmanager beim belgischen Gas- Unternehmen Fluxys. Im Seehafen sollen ein bis zu 40 Meter hoher Lagertank entstehen und eine Abfüllstation für Lkw. „Im ersten Schritt wird das LNG mit Lastwagen zu den Kunden gebracht. Perspektivisch wollen wir es aber auch mit Kesselwagen auf der Schiene transportieren“, sagt Jens Scharner, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Rostock Port. Er rechnet mit etwa 50 Lastwagen, die pro Tag vom Seehafen auf die Reise gehen. Das Projekt von Novatek in Rostock sei keine Konkurrenz zu dem bestehenden LNG-Terminal in Swinemünde: „Das ist eine andere Größenordnung. Bei uns geht es um den deutschen Markt.“ In Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) werde derzeit ein ähnlich Projekt geplant. Scharner: „Aber wir sind weiter.“

US-Präsident wettert gegen Deals mit Russland

Novatek und Fluxys wollen nach eigenen Angaben einen „hohen zweistelligen Millionen-Betrag“ in Rostock investieren. Wie viele neue Jobs im Seehafen entstehen werden, sei noch offen. Sorgen, dass der Deal mit dem russischen Energieriesen an politischem Widerstand scheitern könnte, haben die Verantwortlichen nicht: „Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat immer wieder betont, wie wichtig ihr die Wirtschaftsbeziehungen nach Russland sind“, so Maik Bäumer, Planer der Terminals. Gegen den Bau der neuen Erdgas-Pipeline Nordstream 2 hatte sogar US- Präsident Donald Trump öffentlich per Twitter gewettert.

Andreas Meyer

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