Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -5 ° heiter

Navigation:
SDP auf Tournee: Das ist wie ein Teenager-Traum

Rostock SDP auf Tournee: Das ist wie ein Teenager-Traum

Mit der „Die bunte Seite der Macht“-Tour kommen Vincent Stein (34) und Dag-Alexis Kopplin (34) am 16. Februar in die Rostocker Stadthalle. Im Interview spricht Kopplin über den Bekanntheitsgrad der Band und erklärt, warum er „Bock“ auf Rostock hat.

Voriger Artikel
Fix: Lukas Scherff verlängert bei Hansa Rostock

Im November haben Vincent Stein (l.) und Dag-Alexis Kopplin in Hannover gespielt. Am 16. Februar sind die Freunde in der Rostocker Stadthalle.

Quelle: Alexander Körner/haz

Rostock. Nach dem ersten Teil der Tournee im November seid ihr seit einer Woche wieder unterwegs. Zufrieden bisher?

Mehr als zufrieden! Wir machen schon ewig Musik, seit 1999 gibt es die Band offiziell. Wir haben immer Konzerte gespielt – 2013 hat mit der ersten Tour eine neue Zeitrechnung begonnen. Und jedes Jahr denken wir uns, das ist vielleicht die letzte Tour. Wer weiß, ob das alles so weitergeht und ob das auf den großen Festivals dann auch so geil wird. Und jedes Mal wird es noch geiler, als man sich das vorstellt. Das ist überkrass.

DCX-Bild

Mit der „Die bunte Seite der Macht“-Tour kommen Vincent Stein (34) und Dag-Alexis Kopplin (34) am 16. Februar in die Rostocker Stadthalle. Im Interview spricht Kopplin über den Bekanntheitsgrad der Band und erklärt, warum er „Bock“ auf Rostock hat.

Zur Bildergalerie

Du und Vincent habt euch in der Schule kennengelernt und macht seitdem zusammen Musik. Habt ihr mit dieser Entwicklung gerechnet?

Das ist wie so ein Teenager-Traum, von dem man schon auf eine Art Abschied genommen hatte. Vincent war ja schon länger erfolgreich als Musikproduzent. Ich mache seit mehr als zehn Jahren Parkour und habe da auch als Trainer gearbeitet und das mit nach Deutschland geholt. Nebenbei habe ich Musik gemacht und dachte, das läuft jetzt immer so weiter und irgendwann spielen wir vielleicht auch mal eine Tour – und dann hat das so einen Turbo eingelegt. Damit rechnet man ja vorher nicht.

 

Der Name der Tour lautet – genauso wie der aktuelle Albumtitel – „Die bunte Seite der Macht“. Was hat dieser Titel zu bedeuten?

Das ist unterm Strich ja alles Kunst. Jeder muss erst einmal selbst wissen, mit welcher Bedeutung er das füllt. Aber natürlich hat der Titel einen Bezug zu Star Wars – das ist ein Wortspiel. Es geht aber vor allem um Buntheit und Vielfalt – in musikalischer Hinsicht und darum, Vielfalt im Kopf zuzulassen. Wir sind auch oft fies mit unseren Liedern, aber eine positive, dem Leben zugewandte Band. Alles was wir machen, ist Werbung für Offensein und Vielfalt.

Eure Musik ist nicht nur vielfältig – man kann sie auch keinem Genre zuordnen. Es wurde schon geschrieben, sie sei ein Mix aus den Ärzten, den Toten Hosen, aber auch Tic Tac Toe. Passt dieser Vergleich?

Mit den Ärzten und den Toten Hosen können wir eine Menge anfangen. Wir sind immer kleine Ärzte-Fans gewesen. Alles andere hat einen Zungenschlag. Tic Tac Toe gelten als kommerziellste Pseudo-Hip-Hop-Aktion. Wenn man uns damit vergleicht, dann macht man das mit Absicht, wir machen ja keinen Hip-Hop. Wir finden es cool, dass wir in kein Genre einzuordnen sind. Zum Glück sind das immer nur die Musikindustrie und die Presse, die das einordnen wollen. Die, die uns hören, machen sich darüber keine Gedanken. Die hören uns und finden uns gut. Auch wegen der Texte. Weil sie etwas darin lustig, interessant oder cool finden oder sich darin wiederfinden.

 

SDP arbeitet viel mit anderen Künstlern – unter anderem Sido, Trailerpark und Adel Tawil. Mit welchem Musiker würdest du gern noch zusammenarbeiten?

Da denke ich immer sofort an Künstler, die schon von uns gegangen sind. Mit Rio Reiser hätte ich so gern ein Lied gemacht. Oder auch Falco wäre cool gewesen, aber das ist leider nicht möglich. Wir sind auf jeden Fall extrem offen und haben viel Musik mit Rappern gemacht, weil es auch unserem persönlichen Umfeld entspricht. Wir würden aber mit allen möglichen Künstlern, mit denen man das gar nicht erwartet, einen Song aufnehmen.

Auf Tour werdet ihr von Kaas begleitet.

Kaas ist auch Mitglied der Die Orsons – eine herausragende Rap-Band, die aus einzelnen und für sich stehenden Künstlern besteht. Kaas ist ein technisch krasser Rapper, mit dem wir gern unterwegs sind. Jemand, der immer interessante Texte schreibt und bei dem man gar nicht weiß, was man erwarten kann.

„Die bunte Seite der Macht“ ist euer achtes Album und eure Songs oft mit viel Ironie und Wortspielen versehen. Woher kommen die Ideen und die Inspirationen?

Es geht die ganze Zeit um Ideen, um Dinge, die man erlebt. Ich bin schon immer ein kleiner Reflektierer gewesen, der über alles nachdenkt und sich mitteilen will. Das ist voll entspannt, wenn es dann auch einen Grund dafür gibt, das zu tun. Deswegen haben wir auch schon immer Lieder gemacht, als es noch nicht zu viele Leute interessiert hat. Die Ideen drängen sich auf – vor allem, wenn ich mit Vincent zusammen unterwegs bin. Da fängt einer an, über ein Thema zu reden. Wir wollten schon länger einen Song über Freundschaft aufnehmen, da Freundschaft ja auch das ist, was uns verbindet. Wir sind zwei Freunde, die Musik machen. Auf unserem aktuellen Album haben wir mit „Echte Freunde“ jetzt einen Freundschaftssong. Das hat aber lange gedauert, bis Vincent mit den Zeilen ankam, so dass er überhaupt eine Hook hatte. Man braucht gar nicht erst anzufangen, an einem Song zu schreiben, wenn man noch keinen guten Refrain hat.

In „Echte Freunde“ und auch anderen Songs kritisiert ihr Social Media. Auf der anderen Seite war SDP eine der ersten deutschen Bands auf der Videoplattform Youtube und auch bei Facebook seid ihr aktiv. Ist das Internet für dich eher Fluch oder Segen?

Ich bin allergisch auf diese Sachen. Das ist natürlich auch ein bisschen ein schizophrener Zustand, weil ich durch die Band von Anfang an da mit dabei war. Ich habe mich vor ein paar Jahren bei Facebook angemeldet – viel später als andere – und hatte sofort viele Freundschaftsanfragen, die mich gar nicht interessiert haben. „Ablehnen, aber dabei sein“ hat bei mir vorgeherrscht. Bisschen soziales Leben über Medien ist okay. Also ist es sowohl Fluch als auch Segen. Und nur weil man überall dabei ist, heißt das ja nicht, dass man es nicht trotzdem kritisieren kann. Jeder, der das Internet abfeiert, sollte sich trotzdem überlegen, was daran jetzt nicht gut ist.

Auf den Plattformen habt ihr mittlerweile jeweils mehr als 350 000 Fans – mehr Fans als Rostock Einwohner hat. Ist der Name „die bekannteste unbekannte Band der Welt“, wie ihr euch bezeichnet und auch ein Album von euch heißt, noch zutreffend?

Er ist viel zeitgemäßer, als er je war. Das ist damals unser zweiter Bandname geworden und da waren wir ja auch überhaupt noch nicht bekannt. Eigentlich waren wir eher „die unbekannteste Band der Welt“. Manchmal wurde man auf der Straße erkannt, aber eigentlich kannte uns niemand. Heute kennen uns viele und die Konzerte sind fast immer ausverkauft und wir spielen auf den großen Festivals. Trotzdem sind wir keine Mainstream-Band, die im Fernsehen irgendwelche Promi-Sachen macht. Wir haben auch keine Plattenfirma und kein Management. Das machen wir alles selbst. Viele denken, wenn man erfolgreich ist, ist man gleich in dem ganzen Promi-Scheiß mit drin, aber das stimmt nicht. Da entscheidet man bewusst, ob man da mitmachen möchte.

Am 16. Februar geht's in die Rostocker Stadthalle – eure einzige Station in Mecklenburg-Vorpommern. Warum Rostock?

Auf Rostock hatten wir einfach Bock, weil wir dort noch nie waren. Wir wollen gern überall hin, wo wir noch nicht waren. Außerdem versuchen wir auch, Regionen abzudecken.

Was erwartet die Fans beim Konzert?

Als Musikfans haben wir das im Publikum immer gehasst, wenn Bands sich auf die Bühne gestellt und ihre Lieder abgespult haben und man sich gar nicht richtig mit denen connecten konnte. Da hätte man sich zu Hause auch einfach ein Video angucken können. Bei uns ist das anders. Wir versuchen, mit den Leuten zusammen einen krassen Abend zu machen. Wir haben uns eine Menge überlegt, aber ich will nicht spoilern.

  Katharina Ahlers

Voriger Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald
Intendant Markus Fein (v.r.) und Toni Berndt, Kaufmännischer Direktor der Festspiele MV, überreichen Elisa und Mathias Bartoszewski die Siegerurkunde „Stars im Dorf“. In der Mitte Bürgermeister Rolf Warkus.

Der kleine Ort Steinfurth in Vorpommern-Greifswald ist Gewinner des Wettbewerbs „Stars im Dorf“ der Festspiele MV. Musikliebhaber können dort am 8. Juli ein tolles Konzert erleben.

mehr

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Jugendliche bauen Kogge für Hansetag

Interessierte können das soziale Projekt mit symbolischen 800 Euro unterstützen / Kogge wird öffentlich ausgestellt