Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock SV Warnemünde II verpasst trotz großem Kampf das Endspiel
Mecklenburg Rostock SV Warnemünde II verpasst trotz großem Kampf das Endspiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 06.05.2016
Warnemündes Oliver Becksmann (r.) versucht einen angelupften Ball der Güstrower abzuwehren. Der Abwehrspieler zeigte wie viele seiner Teamkollegen großen Kampf, doch wurde dafür nicht belohnt. Quelle: Johannes Weber

Rostock Unterschiedlicher hätten die Fußball-Halbfinals im Stadtwerke-Kreispokal Warnow nicht ausgehen können. Während der SV Warnemünde II nach vielen Rückschlägen im Elfmeterschießen gegen den Güstrower SC II verlor, jubelte der Sievershäger SV über den Finaleinzug.

SV Warnemünde — Güstrower SC 4:7 nach Elfmeterschießen (3:3, 0:0, 0:0). Seine Mitspieler feierten Robert Nitsche gestern beinahe euphorisch. Doch der Stürmer des SV Warnemünde II konnte seine große Enttäuschung nicht verbergen. „Was nützen dir drei Tore, wenn es leider nicht zum Weiterkommen reicht“, konstatierte Nitsche nach dem dramatischen Auf und Ab der Gefühle bei der 4:7-Niederlage seines Teams im Elfmeterschießen gegen den Kreisoberliga-Rivalen Güstrower SC II. Nach regulärer Spielzeit hatte es 3:3 gestanden.

Nitsche avancierte in der spannenden Partie auf dem Sportplatz in der Warnemünder Parkstraße zum tragischen Helden. Zunächst brachte er die Gastgeber in Führung, dann egalisierte der Offensivspezialist zweimal den Rückstand in der regulären Spielzeit, obwohl der SVW zu diesem Zeitpunkt nach Gelb-Rot gegen Christian Ullmann in Unterzahl agierte. Bitter: Bei seinem Treffer zum 3:3 verletzte sich Nitsche und musste danach ausgewechselt werden. „Robert ist eine Waffe. Er kann im Spiel den Unterschied ausmachen und hat uns im weiteren Verlauf gefehlt“, haderte Warnemünde-Trainer Roger Franke. Zum Vergleich: Vor zwei Wochen im Punktspiel gegen Güstrow hatte der Torjäger die Rostocker mit drei Treffern im Alleingang zum 3:0-Sieg geschossen.

Diesmal jubelten die Barlachstädter. Doch der Reihe nach: Zunächst ging‘s in die Verlängerung. In den ersten 15 Minuten der Extrazeit passierte wenig. Dann kassierte Warnemünde zwei weitere Gelb-Rote Karten. Auch Lars Illige und Franz Schulz flogen vorzeitig vom Feld. „Der Platzverweis in der regulären Spielzeit geht in Ordnung, bei den anderen Hinausstellungen fehlte dem Schiri das Fingerspitzengefühl“, meinte Franke.

Fortan stemmten sich die acht verbliebenen SVW-Kicker mit großem Einsatz und viel Leidenschaft gegen die anrennenden Güstrower und retteten sich ins Entscheidungsschießen um den Finaleinzug. Dort versagten Oliver Becksmann und Antun Bekic die Nerven. Sie scheiterten an Güstrows Torwart Christoph Nath, der beide Elfmeter parierte.

Während die GSC-Kicker jubelten, sanken die Hausherren enttäuscht zu Boden. Doch es gab sofort Aufmunterung von den Spielern der ersten Mannschaft. „Sie haben uns super angefeuert“, bedankte sich Nitsche. Beim 24-Jährigen überwog trotz der schmerzlichen Niederlage der Stolz auf sein Team. „Das ist ein gefühlter Sieg. Wir haben unglaubliche Moral gezeigt. Leider wurden wir dafür nicht belohnt.“

SVW-Coach Franke analysierte: „Wir haben für unser großes Ziel, den Finaleinzug, alles gegeben, eindrucksvoll auf Rückschläge reagiert und nie aufgegeben. Leider haben zu viele Fehler gemacht, deshalb hat es nicht gereicht.“

Gnoiener SV II — Sievershäger SV 0:3 (0:1). Etwa 25 mitgereiste Fans, darunter viele Spieler der zweiten Mannschaft, unterstützten Sievershagen beim Kreisligisten und feierten den Finaleinzug. „Der Rückhalt war großartig“, bedankte sich SSV-Trainer Michael Noffz und ergänzte: „Der Sieg ist verdient. Der Gegner hat alles gegeben, aber ein Klassenunterschied war erkennbar.“

Stephan Schwemer erzielte das 1:0 für die Gäste. „Danach musste Gnoien hinten aufmachen und wir haben den Gegner ausgekontert“, so Noffz. Henning Müller und Christian Kords per Strafstoß sorgten für den 3:0-Endstand.

Das Finale zwischen dem SSV und Güstrow II wird am 18. Juni in Tessin ausgetragen. Der Sieger erhält 300 Euro Preisgeld. Da Reserveteams in den Pokalwettbewerben auf Landesebene nicht mitwirken dürfen, ist Sievershagen bereits für den Landesklassen-Pokal in der neuen Saison qualifiziert.

Statistik

Warnemünde II: Peters — Bekic, Illige, Becksmann, F. Schulz — Ullmann — Dettmers (68. Auschner), S. Lange, Böckler, Hartmann (97. Harpke) — Nitsche (82. M. Vierling).

Tore: 1:0 Nitsche (36.), 1:1, 1:2 Schuller (45., 53./jeweils Foulstrafstoß), 2:2 Nitsche (58.), 2:3 Froriep (73.), 3:3 Nitsche (80.). Elfmeterschießen: 3:4 Süß, Becksmann verschießt, 3:5 Koß, 4:5 Böckler, 4:6 Wippich, Bekic verschießt, 4:7 Diehl. Bes. Vorkommnis: Froriep (10./Güstrow) verschießt Elfmeter. Gelb-Rot: Ullmann (45.), Schulz (109.), Illige (116./alle Warnemünde). Schiedsrichter: Erik Spieß (Rostock). Zuschauer: 150.

SSV: Schröder — Körber, Kuchel, Kords, Wahl — Kutzner (73. Arndt), H. Müller (87. Böhme), Bamm, Zeller — Kunstmann (88. Biemann), Schwemer.

Tore: 0:1 Schwemer (29.), 0:2 H. Müller (83.), 0:3 Kords (87./Foulstrafstoß).

Schiedsrichter: Ronny Gollub (Rostock). Zuschauer: 150.

Von Johannes Weber

Mehr zum Thema

Löbnitz/Zingst bezwingt den PSV II mit 2:1 und hat jetzt acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze

02.05.2016

Marlower Fußballerinnen feiern nach Rückstand 6:1-Auswärtssieg beim Rostocker FC III

03.05.2016

Kreisoberliga: Mit 7:1 siegen die Rot-Weißen gegen Wöpkendorf / Marlow bleibt souveräner Spitzenreiter

03.05.2016

Die Stadt Rostock verteidigt den Fernwärme-Zwang aus ökologischen Gründen. Kritiker bemängeln das Monopol der Stadtwerke und den höheren Preis.

07.03.2018

Die Stadt Rostock verteidigt den Fernwärme-Zwang aus ökologischen Gründen. Kritiker bemängeln das Monopol der Stadtwerke und den höheren Preis.

07.03.2018

Die Stadt verteidigt den Anschlusszwang aus ökologischen Gründen. Kritiker bemängeln Monopol und höheren Preis. Der sei mit Gas nicht vergleichbar, so die Stadtwerke.

07.03.2018
Anzeige