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Sammler kamen nur mit mickriger Pilzausbeute

Rostock-Hansaviertel Sammler kamen nur mit mickriger Pilzausbeute

Kenner beraten wieder Funde im Botanischen Garten.

Rostock-Hansaviertel. Viel zu tun hatte Horst Stascheit nicht bei der ersten Pilzberatung der Saison im Botanischen Garten. Die Ausbeute in den meisten Wäldern ist noch mager. Gabriele Bolldorf aus Rostock hatte sich am Sonnabend schon früh um 7 Uhr mit Freunden nach Gelbensande aufgemacht, um Pilze zu sammeln. Einen Gallenröhrling und eine Mini-Marone präsentiert sie am Nachmittag dem Pilzberater. „Die Wanderung war toll, wir hatten Spaß, haben nur keine Pilze gefunden“, sagt die Sammlerin.

Stascheit, der seit über 30 Jahren als Pilzberater tätig ist, schiebt es auf die lange Trockenheit. „Die Pilzmyzel im Boden sind dadurch geschädigt. Sie brauchen eine Weile, um sich zu erholen und Fruchtkörper zu bilden“, sagt der 62-Jährige. Etwa eineinhalb Wochen nach intensiven Niederschlägen könnten Sammler das gesamte Pilzspektrum in den Wäldern finden. „Zunächst in den Laubwäldern“, sagt der Kenner. In den Sand-Kiefernwäldern in der Heide oder bei Krakow, den sogenannten Spätwäldern, würde das Pilzwachstum erst Mitte September einsetzen, prognostiziert Stascheit. Gabriele Bolldorf wird auf jeden Fall noch einmal losziehen.

Helga und Fred Mahlburg haben seltsame Gewächse an einem abgestorbenen Birnbaum im Garten gefunden: Lange schwarze, wurzelähnliche „Finger“. „Sind die giftig oder gefährlich für andere Bäume oder Kinder?“, will das Ehepaar wissen. Stascheit schaut genau hin und beruhigt: „Das ist die ‚Vielgestaltige Holzkeule‘. Sie wächst nur an Altholz und tut nichts.“

Jedes Wochenende können sich Pilzsammler von nun an im Botanischen Garten beraten lassen, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr begutachten Experten die Pilzfunde. „Keine Experimente wagen“, legt Stascheit den Sammlern ans Herz.

 

Doris Kesselring

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