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Rostock Sanitz baut immer weiter
Mecklenburg Rostock Sanitz baut immer weiter
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00:19 14.06.2018
Sanitz

wächst. Gleich für drei neue Wohngebiete hat die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am Dienstagabend den Weg frei gemacht. Private Investoren übernehmen die Erschließung und den Verkauf an private Häuslebauer. Das Wohngebiet „Sülzer Straße“ mit 47 Grundstücken wird durch die Stäbelower Entwicklungsgesellschaft erschlossen. „An der Hasenkuhle“

Johannes (5) ist aus Groß Lüsewitz und spielt sehr gerne auf dem Spielplatz. Quelle: Foto: Simone Hamann
„„Der Spielplatz, der mit Flüchtlingen gebaut wurde, hat für Groß Lüsewitz großen ideellen Wert. Ein tolles Beispiel von Integration.“Bianca Bretsch Kirchengemeinde Sanitz
„„Die Nachfrage nach Wohnraum in Sanitz ist nach wie vor groß. Das erkennen auch die Investoren, die die Wohngebiete erschließen.“Joachim Hünecke Bürgermeister der Gemeinde Sanitz

investiert die Norika Kartoffelzucht GmbH Groß Lüsewitz, hier sind rund 60 Grundstücke geplant. Nur etwa vier bis fünf Eigenheime finden Platz im 5000 Quadratmeter großen Gebiet „Obstgarten“. Dies wird von der Sico Projekt Entwicklungsgesellschaft mbH erschlossen, die auch schon das Gebiet am Kattswall entwickelt hat.

„Die Nachfrage ist groß“, stellt Bürgermeiser Joachim Hünecke fest. Konsequent habe die Gemeinde seit 1990 die Erhöhung der Einwohnerzahlen mit attraktiver Wohnbebauung in den Fokus gerückt.

Entsprechende Infrastruktur wurde geschaffen. „Es ist alles da“, sagt Hünecke: Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung, gute Verkehrsanbindung, Schulen, Kinderbetreuung. „Und Sanitz liegt immer noch dicht an der Großstadt und an der Ostsee.“

Derzeit bereitet die Gemeinde noch ein viertes Wohngebiet vor, am südlichen Ortsrand von Sanitz. „Die Fläche gehört dem Land“, erklärt der Bürgermeister. Die Landesentwicklungsgesellschaft wolle hier ein neues Wohngebiet erschließen. „Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan werden wir in diesem Jahr noch beraten“, kündigt Hünecke an.

Für etwas Aufregung sorgte zu Beginn der Gemeindevertretersitzung der Kita-Neubau durch den Verein „Auf der Tenne“ in Groß Lüsewitz. Dafür soll der erst vor drei Jahren entstandene Spielplatz weichen. „Wir sind stark irritiert von dem Verfahren“, sagt Burghard Raven von der Kirchgemeinde, die auch Träger des Spielplatzes im Ortskern ist.

Raven erinnert an die Entstehung: Im September 2015 haben Wandergesellen und Flüchtlinge im Projekt „Zusammenspiel“ an zwei Spielplätzen gearbeitet. Einer entstand auf dem Grundstück der Kirchengemeinde, der andere auf einer kommunalen Fläche im Dorf. „Das war ein tolles Beispiel von Integration“, betont auch Bianca Bretsch, deshalb habe dieses Projekt auch einen so hohen ideellen Wert in Groß Lüsewitz.

Finanziert wurden die Plätze von Kommune und Kirche und durch zweckgebundene Spenden von Stiftungen. Insgesamt waren dies 40000 Euro. „Die jetzt, allein von Seiten der Kommune, geplante Verlegung des Spielplatzes nach noch nicht einmal drei Jahren stößt in der Kirchengemeinde auf Irritationen und Unverständnis“, heißt es in einem Brief an Gemeindevertretung und Vorstand des Vereins auf der Tenne. Die Prüfung alternativer Lösungen wird beantragt.

Bürgermeister Hünecke erläutert, dass die Gemeinde Kita-Gebäude und Grundstück in Erbbaupacht an den Trägerverein übertragen hat. Es stand die Frage: Sanierung des Gebäudes aus den 1950er Jahren oder Neubau? Der Träger habe sich für Neubau entschieden und könne aus rechtlichen Gründen den Spielplatz nicht übernehmen. Der Hauptausschuss habe daraufhin beschlossen, den Spielplatz umzusetzen und dafür 15000 Euro bereitzustellen. Als neuen Standort habe der Ortsbeirat Groß Lüsewitz eine kommunale Fläche in der Nähe des Schafstallteiches vorgeschlagen. Die Kirchengemeinde hält dagegen: Nach Rücksprache mit dem damaligen Spielplatzbauer Jörg Bartock sei ein Ab- und Wiederaufbau der Elemente unmöglich, die geplanten Kosten würden nicht ausreichen. Hünecke spricht von einem „kleinen Konflikt“. Die Beschlussvorlage müsse umgesetzt werden.

Sanitz wählt im nächsten Jahr einen neuen Bürgermeister. Die Amtszeit von Joachim Hünecke endet im April 2019. Die Gemeindevertretung hat vorgestern die Ausschreibung für das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen. Gewählt wird das neue Gemeindeoberhaupt dann am 3. Februar 2019.

Doris Deutsch

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