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Rostock Fünf Kandidaten bewerben sich für Rathaus
Mecklenburg Rostock Fünf Kandidaten bewerben sich für Rathaus
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17:46 20.01.2019
Rund 460 Sanitzer verfolgten am 18. Januar 2019 die Vorstellung der Kandidaten zur Bürgermeisterwahl: Kristin Lopens, Detlef Chilla, Andreas Raatz (alle Einzelbewerber) und Enrico Bendlin (CDU) und Maik Ritter (SPD). Quelle: Doris Deutsch
Sanitz

Volle Mehrzweckhalle am 18. Januar abends in Sanitz. Die fünf Bewerber für den Chefsessel im Rathaus treffen auf 460 interessierte Einwohner, die sich ein Bild machen wollen von den Bürgermeisterkandidaten. Denn am 3. Februar müssen sie sich entscheiden.

Mehr als 20 Jahre lang hat Joachim Hünecke (FDP) die Geschicke der Großgemeinde mit 17 Ortsteilen gelenkt. „Eine Erfolgsgeschichte“, wie ihm die Sanitzer an diesem Abend noch mal bescheinigen. Damit hängt die Messlatte hoch für den oder die Neue, wenn am 30. April Hüneckes Amtszeit endet.

Es sind drei Einzelbewerber – die Lehrerin Kristin Lopens, Polizeikommissar Andreas Raatz und der in der Gemeinde angestellte Gerichtsvollzieher Detlef Chilla – sowie Enrico Bendlin (CDU) und Maik Ritter (SPD), die mit Parteimandat ins Rennen um den Bürgermeisterposten gehen. Die Plätze im Podium werden gelost, und auch ansonsten bittet Moderator Carsten Klehn mit Stoppuhr um faire Redezeiten.

Die erste Runde dient der Vorstellung: Andreas Raatz (40) aus Reppelin arbeitet bei der Polizei im IT-Bereich, restauriert und fährt in der Freizeit Oldtimer, wohnt erst seit einem Jahr in der Gemeinde, wo ihm die Natur und die Ruhe zum Feierabend gefallen. Detlef Chilla (59) ist „Vollziehungsangestellter“ in der Gemeinde Sanitz, „Gerichtsvollzieher“, wie er erklärt und er fühle sich als „alter Mecklenburger“ der Region sehr verbunden. Maik Ritter (23) aus Groß Lüsewitz ist als Verwaltungsfachangestellter bei der AOK Nordost tätig, in der Gemeinde aufgewachsen, seit 2012 Mitglied der SPD, seit 2014 in der Gemeindevertretung und findet nun , „dass die Zeit reif ist, dass ich Bürgermeister werde“.

Enrico Bendlin (39) lebe, so sagt er, als Büroleiter des CDU-Bundestagsabgeordneten und Kreistagsmitglieds Peter Stein seit sechs Jahren Bürgernähe, auch wenn er noch in Rostock wohnt, will er bei Wahl wieder in seine alte Heimat Sanitz ziehen, in der er aktiv Fußball spielt. Kristin Lopens (49) wohnt seit 1993 in Groß Lüsewitz, kennt als Lehrerin für Englisch und Deutsch, Politik und Wirtschaft am Gymnasium Sanitz viele Gesichter und ist zudem seit 2014 Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde.

Was sie am Job reize und was sie in sieben Jahren Amtszeit zuerst anpacken würden, will der Moderator wissen. Chilla betont die Kommunikation mit den Bürgern, ohne eigenen politischen Hintergrund, und daher wolle er zuerst ein Bürgerbüro im Rathaus als Anlaufstelle für die Bewohner in den 17 Ortsteilen platzieren und „einen Fahrstuhl am Rathaus“. Als Fernziel erklärt er die „Sanierung und Umgestaltung des Lüsewitzer Sees zu einem Naherholungszentrum“. „Ich brauche eine gute Verwaltung, eine starke Gemeindevertretung“, stellt SPD-Kandidat Ritter zunächst klar. Erstes Projekt sei für ihn die Sanierung des Sanitzer Buchenwegs. Außerdem liege ihm die Stärkung des Bauhofes am Herzen, eine schnellere Breitbandversorgung und erweiterte Öffnungszeiten im Rathaus.

Auch CDU-Mann Bendlin versteht sich als Teamplayer, vorhandene Kontakte wolle er für die Gemeinde nutzen und wichtigstes Anliegen sei ihm ein ausgeglichener Haushalt, „um Sanitz lebenswert zu erhalten“.

Die einzige Frau in der Runde reizt über die Arbeit mit jungen Leuten hinaus, nun Verantwortung für alle zu übernehmen. Für den Erhalt des Schulstandorts, die Sanierung der Gehwege und Angebote für ältere Menschen wolle sie sich besonders einsetzen. Einzelbewerber Raatz hebt unter anderem die Sicherstellung der medizinischen Versorgung hervor, bleibt beim Breitbandausbau realistisch – „da werden wir wohl zwei Jahre warten müssen“ – und regt eine Messe zur Präsentation der Vereine an. Alle Kandidaten wollen freiwillige Feuerwehr und Vereine weiter unterstützen. Ein Bürgerbus sei sinnvoll, doch über die Finanzierung müsse nachgedacht werden. Ein Sanitzer verblüfft mit der Frage: Was würden Sie auf keinen Fall machen? „Schulden“, erklärt Lopens und bekommt Zustimmung von den Mitbewerbern. Bendlin wendet sich gegen Alleingänge, Ritter will keinen Dienstwagen mehr fahren. Raatz verneint Großprojekte, „die Gemeinde ist mit Vielzahl und Vielfalt gewerblich gut aufgestellt“.

Fast zwei Stunden lang präsentieren sich die Kandidaten mit ihren Ideen. „Eine gute Form der Vorstellung“, sagt Heidrun Link aus Toitendorf am Ende. „Ich sehe jetzt klar, wem ich mein Kreuz gebe.“

Doris Deutsch

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