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Rostock Schäden am Implantat – Digitalmikroskop bringt die Wahrheit ans Licht
Mecklenburg Rostock Schäden am Implantat – Digitalmikroskop bringt die Wahrheit ans Licht
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00:05 17.10.2017
Die Struktur lässt sich mit dem Digitalmikroskop leicht erkennen. Biomechaniker Dr. Daniel Klüß prüft Hüft- und Kniegelenke. Quelle: Foto: Unimedizin
Hansaviertel

Für ihre Forschung an Implantaten haben Experten der Orthopädischen Klinik ein extrem präzises Digitalmikroskop angeschafft. Wenn implantierte künstliche Knie- oder Hüftgelenke brechen, kann es zu Uneinigkeiten bei der Schadensursache kommen. Handelt es sich um einen Materialschaden oder Behandlungsfehler? Sind sich Operateure und Hersteller hierüber uneinig, betreiben Experten der Unimedizin Rostock oft Aufklärungsarbeit. Im Forschungslabor „Forbiomit“ der Orthopädie analysieren Fachleute die tatsächliche Schadensursache. „Wir bekommen bundesweite Anfragen, um Schadensanalysen vorzunehmen“, sagt Biomechaniker Dr. Daniel Klüß. Dann kommt das neue, 100000 Euro teure Digitalmikroskop zum Einsatz. Finanziert wurde die Anschaffung zum großen Teil aus Fördermitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Das Hochleistungsgerät ist komplett motorisiert, schwenkbar und kann bis zu 2500-fach vergrößern. „Bei Metallen ist dann sogar die feine Kornstruktur erkennbar“, so Klüß. Die Bilder werden live auf den Bildschirm übertragen, die Optik lässt sich abnehmen und kann individuell auf die Implantate aufgesetzt werden. Dadurch können auch schwer zugängliche Bereiche in engen Winkeln genauestens untersucht werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Fokus per Mausklick so verschieben lässt, dass das gesamte Objekt scharf gestellt ist. So ergibt sich ein dreidimensionales Bild. Der Biomechaniker prüft zum Beispiel explantierte Knie- und Hüftimplantate: „Ich untersuche sie auf Korrosion, Abrieb, Verschleiß und schaue, ob die Beschichtung intakt ist.“ Jeder Kratzer, jede Spur und jede Verbiegung geben Aufschluss, ob das Implantat durch eine Überbelastung beschädigt, es falsch implantiert wurde oder ein Herstellungsfehler vorliegt. Alle in der Klinik explantierten künstlichen Gelenke bewahrt das Forschungslabor der Orthopädie auf. Mittlerweile sind es mehr als 1000 Stück.

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