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Rostock Schareck hat es wieder geschafft
Mecklenburg Rostock Schareck hat es wieder geschafft
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00:00 26.10.2017
Die Vorsitzende des Konzils, Prof. Dr. Brigitte Vollmar, gratuliert dem Rektor der Universität Rostock, Prof. Dr. Wolfgang Schareck, zur Wahl für eine dritte Amtszeit von 2018 bis 2023. Quelle: Foto: Uni Rostock
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Nun ist es amtlich: Prof. Dr. Wolfgang Schareck hat es wieder einmal geschafft. Zum dritten Mal wurde der Transplantationsmediziner gestern vom Konzil der Universität Rostock mit „deutlicher Mehrheit“ zum Rektor gewählt.

„Es ist gut gelaufen“, sagt Schareck kurz nach der Wahl. „Insgesamt hat man meinen Aufruf, gemeinsam in die Zukunft zu gehen, gern aufgegriffen.“ Von den 65 anwesenden Mitgliedern des Konzils haben insgesamt elf gegen Schareck gestimmt. Es gab sechs Enthaltungen. Schareck fühle sich durch das Votum bestärkt.

Wolfgang Schareck wurde 2009 zum 906. Rektor der Universität gewählt, nachdem sein Vorgänger Thomas Strothotte Rostock verlassen hatte. 2013 bekam der gebürtige Düsseldorfer dann erneut das Vertrauen in der Uni. Schon damals gab es – wie auch in diesem Jahr – keine Gegenkandidaten. „Es gab aber insgesamt etwa fünf Bewerbungen“, sagt Schareck. Jeder Bewerber würde jedoch einen langen Prozess durchlaufen. Nur Schareck wurde in den Senat geladen, der ihn dann wiederum dem Konzil vorschlug.

Hier sprach der Wissenschaftler nun gestern von seinen Ideen und Plänen für die kommende Amtszeit. „Es war eine angeregte Diskussion.“ Überzeugen wollte er das Konzil vor allem mit Kontinuität. „Aber nichts ist beständiger als der Wandel.“ Daher habe er viele Pläne. Einen Fokus will er auf die Lage der Uni Rostock als „Deutsche Ostsee Universität“ legen. „Wir haben viele Forschungs-Stärken im Bereich der Ostsee“, betont Schareck. Er nennt den Küstenschutz, Schiffbau, die Fauna und Flora der Ostsee als Beispiele innerhalb der Forschung. Doch auch gesellschaftspolitisch spiele die Uni hier eine große Rolle. „Wir wollen weiter an die alten Beziehungen der Hanse anknüpfen und einen intensiven Kontakt aufbauen“, erklärt er und spricht auch von strategischen Ostseepartnerschaften.

Außerdem wolle Schareck die Digitalisierung weiter voranbringen. „Die Digitalisierung von Forschung, Lehre und Weiterbildung ist ein ganz großes Thema.“ Ein großes Ziel habe die Universität vor kurzem schon erreicht. „Uns ist es gelungen, die Stadt und die Universität international attraktiver zu gestalten“, erklärt der Rektor. Dies habe man mit englischsprachigen Kursen und großer Aktivität bei den Sprachkursen „Deutsch als Zweitsprache“ gezeigt. Die Zahlen würden hierbei für sich sprechen. „Wir haben das erste Mal mehr als zehn Prozent ausländische Studierende.“ Sonst seien es etwa fünf bis sechs Prozent gewesen.

Bevor er sich um eine dritte Amtsperiode bewarb, hatte der 64-Jährige abgewogen, ob er diesen Schritt wieder gehen wolle. Üblicherweise gehen Beamte in Mecklenburg-Vorpommern mit 65 Jahren in den Ruhestand. Auch er habe über diesen Schritt nachgedacht. Doch Schareck sei von vielen gefragt worden, ob er weitermache. „Ich habe mich überzeugen lassen, dass ich dafür noch jugendlich genug bin“, sagt er lächelnd.

Der Rektor möchte auch in den kommenden Jahren seine Kräfte und Fähigkeiten in den Dienst der Universität Rostock stellen. „Das ist ein hohes Amt mit einer großen Verantwortung und Wertschätzung. Ich werde damit demütig und verantwortungsbewusst umgehen.“ Für fünf weitere Jahre wird er nun das höchste Amt an der Universität fortführen. Ob er sich für 2023 erneut als Rektor aufstellen lassen wolle, sei jedoch fraglich. „Davon gehe ich eher nicht aus.“

Rektor des Jahres 2009

Der Mediziner Wolfgang Schareck kam 1994 von Göttingen ans Universitätsklinikum Rostock. 2009 wurde er zum Rektor der Uni gewählt. Noch im selben Jahr wählte der Deutsche Hochschulverband in einer Online- Umfrage unter 25 000 Mitgliedern Schareck zum Rektor des Jahres.

Die Universität Rostock gehört zu den traditionsreichsten Hochschulen Europas. Sie wurde bereits 1419 als „Alma Mater Rostochiensis“ gegründet. Sie ist damit die drittälteste Universität in Deutschland und die älteste im gesamten Ostseeraum. 2019

feiert sie ihr 600-jähriges Bestehen.

Johanna Hegermann

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