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Rostock Schiffbau: Bundesregierung setzt auf grüne Technologien
Mecklenburg Rostock Schiffbau: Bundesregierung setzt auf grüne Technologien
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00:01 20.06.2018
Die „Costa Smeralda“ wird das neue Flaggschiff der Reederei Costa Crociere. Das 140 Meter lange Maschinenmodul wurde auf der Neptun Werft gefertigt. Ein Schlepperverband sollte gestern Abend in Rostock ablegen, um das Schiffsteil ins finnische Turku zu bringen. Quelle: Foto: Neptun Werft
Warnemünde

Die Neptun Werft schickte das 140-Meter-Maschinenraummodul des zukünftigen Kreuzfahrtschiffes „Costa Smeralda“ gestern Abend auf die Reise zur Meyer Werft über die Ostsee nach Turku (Finnland). Dass das terminlich mit dem Besuch von Norbert Brackmann (CDU) zusammenfiel, war eher Zufall. Der maritime Koordinator der Bundesregierung kam nach Rostock, um sich über umweltfreundliche Technologien im Schiffbau zu informieren.

Große Bedeutung für LNG-Antrieb und Landstrom, sagt der maritime Koordinator

Bundesregierung lobt unternehmerischen Mut

Vertreter der Meyer Werft, von Motorenhersteller Caterpillar und der Reederei Aida Cruises hatten Brackmann auf die Neptun Werft eingeladen, um ihren Schiffsantrieb mit Flüssiggas (LNG) zu präsentieren. Der kommt zukünftig bei den neuen Kreuzfahrtschiffen von Aida und Costa Crociere zum Einsatz. „Greenshipping“ sei eines der zentralen Themen der Bundesregierung, betont Norbert Brackmann und begrüßt den Durchbruch bei der LNG-Technologie. Brackmann lobte den unternehmerischen Mut, mit dem das Netzwerk aus Werft, Motorenhersteller und Reederei mit Unterstützung der Universität Rostock LNG vorangebracht hätte. Werftchef Bernard Meyer wünscht sich, dass der Schiffbau wie Luft- und Raumfahrt als Schlüsseltechnologie wahrgenommen würde. Brackmann will die Werften im Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz unterstützen. Dazu zählte er besonders asiatische Mitbewerber, aber auch staatlich dominierte Werften in Europa, beispielsweise in Italien und Frankreich. „Die Kreuzfahrt ist zu Unrecht unter Beschuss geraten. LNG ist eine tolle Sache“, sagt Meyer. Experten rechnen vor, dass die Stickoxide um fast 80 Prozent sinken, CO2-Emissionen werden um ein Fünftel reduziert, Schwefeloxide und Ruß sind im Vergleich zum herkömmlichen Diesel-Antrieb gleich null. Rund zehn Tage könnten die Schiffe mit einer LNG-Tankladung unterwegs sein, erläutert Bernard Meyer. Das zweite große Umweltthema für die Bundesregierung: „Besonders in Häfen müssten Schadstoffe durch Schiffsabgase ausgeschlossen werden“, sagt Norbert Brackmann. „Wir wollen die Häfen sauberer machen.“ Das heißt, dass zum Beispiel die Kreuzfahrtschiffe an Land mit Strom versorgt werden und die Motoren nicht mehr laufen müssen. Ein Thema, das auch Aida-Präsident Felix Eichhorn aktuell beschäftigt. Einen Landstrom-Anschluss wünscht er sich beispielsweise im Kreuzfahrthafen Warnemünde. Gegenwärtig gebe es europaweit nur einen in Hamburg. Und den Strom müsse Aida teuer bezahlen. Deshalb möchte die Branche eine Befreiung von der EEG-Umlage, gibt Eichhorn Norbert Brackmann mit auf den Weg nach Berlin. Eine EEG-Befreiung sei aus Sicht des Bundes nur eine denkbare Variante, um das Thema Landstrom voranzubringen. Die Infrastruktur sei zunächst einmal Ländersache, erklärt Norbert Brackmann. Er schließt aber eine finanzielle Beteiligung des Bundes bei der Schaffung von Landstrom-Anlagen grundsätzlich nicht aus. Das Thema Landstrom stehe auf der Agenda der Bundesregierung und das sei im Koalitionsvertrag in Berlin beschrieben, sagt der CDU-Politiker.

Brackmann: Bürgschaft für Genting wird noch geprüft

Bedeckt hielt sich Norbert Brackmann noch zu einer möglichen Bürgschaft des Bundes für die Riesen-Kreuzfahrtschiffe der Global Class der MV Werften. Die Bundesregierung warte ab, wie sich das Land Mecklenburg-Vorpommern abschließend zu der Bürgschaft über 750 Millionen Euro für die Genting-Gruppe positioniert. Grundsätzlich werde alles positiv bewertet, was zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt, betont Norbert Brackmann als maritimer Koordinator der Bundesregierung.

Carnival Cruises, Meyer Werft und Caterpillar kooperieren

9 Kreuzfahrtschiffe baut die Meyer Werft in Papenburg, Turku und Rostock für die Carnival- Gruppe, auch die Tochter Aida. Die Besonderheit: Alle entstehen auf der gleichen Plattform. Die etwa 140 Meter langen Maschinenraumsektionen entstehen auf der Neptun Werft in Rostock, wo die Motoren mit LNG-Antrieb aus der benachbarten Halle von Caterpillar eingebaut werden.

Thomas Niebuhr

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