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Schlange stehen im historischen Giebelhaus

GÜSTROW Schlange stehen im historischen Giebelhaus

Das 500 Jahre alte Gebäude in der Mühlenstraße wurde in 19 Monaten saniert.

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Ulrich Bunnemann ließ in nur 19 Monaten das historische Haus in der Mühlenstraße 48 sanieren.

Quelle: Fotos: Mathias Otto

Güstrow. Die 19-monatige Sanierung hatte sich gelohnt. Das historische Gebäude in der Güstrower Mühlenstraße 48 erstrahlt wieder in neuem Glanz. Das Giebelhaus ist fast 500 Jahre alt. Auch die Güstrower Bürger waren neugierig, welche neuen Änderungen sich hinter der Fassade verbergen. Der neue Besitzer Ulrich Bunnemann (50) von der Schweriner Schelfbauhütte öffnete die Türen für die Öffentlichkeit.

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Ulrich Bunnemann ließ in nur 19 Monaten das historische Haus in der Mühlenstraße 48 sanieren.

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Das Haus wurde in den vergangenen Jahrhunderten vielfältig genutzt. Einst zapften hier Wirte Bier oder brauten das Getränk, saßen Verwaltungs-Mitarbeiter an ihren Schreibtischen oder wohnten hier Güstrower Bürger. Das Giebelhaus wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Wie das Gebäude jetzt aussieht, bekamen die Interessierten nun zu Gesicht. Bunnemann stand ihnen nach der Sanierung für Gespräche zur Verfügung. Und die Güstrower hatten viele Fragen. Vor allem, wie die künftige Nutzung aussehen soll, wollten sie wissen.

„Gemietet wird das Haus von den Güstrower Werkstätten. Sie haben hier genügend Platz für ein

Bistro und einen Werkstattladen“, antwortete Bunnemann. Neugierige Blicke wanderten auch in die restlichen Räume. Hier sind 15 Wohnungen entstanden. Ein Teil ist noch zu haben.

Das Haus, nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt, wurde 1538 erbaut und ist einzigartig im norddeutschen Raum. „Es ist zwar nicht das älteste, aber das repräsentativste Gebäude in Güstrow. Einen derartigen Giebel gibt es in der Stadt kein zweites Mal“, sagt Bunnemann. Das Besondere sei die aufwendige Gestaltung des Giebels auf der Hofseite. „Im Norden Deutschlands einmalig“, betont er.

Stadtvertreter Hartmut Reimann wagte ebenfalls einen Blick in das Haus. Er kann sich noch an die Nutzung des Gebäudes zu DDR-Zeiten erinnern. „Die VEB Gebäudewirtschaft hatte hier ihre Räume verteilt. Und die restlichen Zimmer nutzten Güstrower Bürger als Wohnung“, so Reimann.

Etliche Überbleibsel, die in den vergangenen Monaten zum Vorschein kamen, stellte Ulrich Bunnemann im Foyer aus. Alte Ziegel, Schriftstücke und Baumaterialien waren darunter. Ebenso Glassplitter von Flaschen, die in der Bierbrauerei abgefüllt wurden. Auf Fotos, die ringsum im Haus an den Wänden hängen, dokumentierte er die Arbeiten der Bauleute.

„Große Bedenken hatten wir bei den Deckenbohlen. Die lagen abmontiert und verteilt am Boden. Anhand der Bohrlöcher haben wir ihre ursprüngliche Position an der Decke ausfindig machen können und sie an gleicher Stelle wieder verschraubt", sagt Ulrich Bunnemann.

Zahlreiche Veränderungen
Der erste Besitzer war Urkunden zufolge der Gelehrte Protasius Marstaller. Er ließ zu seiner Zeit Gelehrte, die um 1600 lebten, an die Decke malen.

Die künstlerischen Hinterlassenschaften aus der Renaissancezeit sind auch nach der jetzigen Sanierung erhalten.


Um 1750 entstand unter anderem ein barockes Treppenhaus, und die Giebel wurden erneuert.

Der Bierbrauer kaufte das Haus 1907 und ließ die Treppe abreißen und neu gestalten. Insgesamt gab es im Laufe der vergangenen Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen im Inneren des Hauses.


Vor dem Verkauf an Ulrich Bunnemann stand das historische Gebäude ein Jahrzehnt lang leer. Auch nachdem die Stadt die Gebäudehülle sanieren ließ, fand sich lange Zeit kein Investor.

 

Mathias Otto

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