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00:08 12.06.2018
Lukas Knaup darf den Rettungscopter bedienen. Er hat dafür eine Ausbildung absolviert. Gestern führte er das Gerät vor. Quelle: Fotos: Michael Schissler
Warnemünde

Den Einsatz so genannter Rettungscopter erprobt seit gestern die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Strand von Warnemünde. Bei den Rettungscoptern handelt es sich um Drohnen, die bei Menschen, die im Wasser in Not geraten sind, eine Rettungsboje abwerfen. Daran können sie sich festhalten, bis sie von den Rettungsschwimmern erreicht werden. Diese Rettungsboje öffnet sich bei der Berührung mit dem Wasser.

Die DRK Wasserwacht erprobt Rettungsdrohnen am Strand von Warnemünde

In Mecklenburg-Vorpommern ist schon eine solche Drohne im Einsatz. Sie steht für den Notfall in Zingst bereit, sagte gestern der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Rostock, Jürgen Richter.

Die DRK-Wasserwacht sorgt seit vielen Jahren für die Sicherheit der Badenden in Warnemünde.

Es gehe nun darum, zu testen, wie sich die Rettungscopter im Alltag bewähren und wie das Zusammenspiel zwischen dem Piloten der Drohne und den Verunglückten in der Realität sei.

„Wir haben für den Betrieb alle erforderlichen Ausnahmegenehmigungen nach dem Luftfahrtsrecht bekommen“, sagte Richter zum offiziellen Start der Erprobungsphase. „Dazu zählt auch, dass wir Menschenansammlungen überfliegen dürfen“, ergänzte der Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes. Dies sei vor allem deswegen wichtig, weil es in der Saison für die Rettungsschwimmer schon schwierig werden könnte, durch die Menschenmengen an den Strand zu gelangen. Derzeit werde der Rettungscopter vom Rettungsturm starten.

Bedient werden darf der Rettungscopter nur von ausgebildetem Personal. Die Ausbildung hat bislang nur einer der Rettungsschwimmer absolviert. An diesem viertägigen Kurs hatte sich Lukas Knaup beteiligt. „In der Zukunft allerdings wird die Zahl der Piloten wachsen“, sagte Richter. Derzeit gebe es noch nicht genug Kursangebote dafür beim Landesverband des DRK.

„Wir werden insgesamt 15 Piloten ausbilden“, sagte der Vorstandschef des DRK-Kreisverbandes, dessen Wasserwacht auch am Strand von Markgrafenheide aktiv ist. „Auch dort wird ein solcher Rettungscopter stationiert werden“, erläuterte Richter. Der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes und die ADAC-Stiftung haben nach seinen Worten drei der Geräte erworben. Das dritte soll perspektivisch auch in Warnemünde zum Einsatz kommen. Der Preis pro Stück liegt bei 5000 Euro.

„Die Drohnen sind eine Entwicklung der Hochschule in Neubrandenburg“, sagt Jürgen Richter weiter. Man habe sich für ein Modell entschieden, wie es auch in der Filmindustrie eingesetzt werde und das bis zu fünf Kilogramm Gewicht tragen kann.

Fliegen kann der Rettungscopter bis zu den Windstärken acht bis neun. Dabei ist die Drohne dann bis zu 100 Kilometer in der Stunde schnell. „Wir fliegen auf Sichtweite“, erläuterte Pilot Lukas Knaup, der auch darauf hinwies, dass die Drohne stets wieder zum Startpunkt zurückkehre, wenn die halbe Kapazität des Akkus verbraucht sei. Gestern demonstrierten die Rettungsschwimmer des Deutschen Roten Kreuzes die Arbeit mit der Drohne am Warnemünder Strand bei einer Windstärke von zwei bis vier, gesteuert wird das Gerät mit einem Joy-Stick.

Jürgen Richter machte deutlich, dass das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern in diesem Bereich der Rettung eine Vorreiterstellung übernommen habe. Insgesamt sollen 18 der Geräte eingesetzt werden.

Dabei gehe es dann auch um die Sicherheit der Badegäste beispielsweise an den Binnenseen. Und noch eins müssen die Rettungsschwimmer beachten, wenn die Drohne eingesetzt wird: Der Rettungscopter ist zwar mit einer Kamera ausgerüstet, auf der der Pilot die Livebilder des Einsatzes sieht, aber gefilmt werden darf niemand.

Michael Schißler

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